Gedanken zum Weltvegantag 2016
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Gedanken zum Weltvegantag 2016

WeltBIO-VEGANtag 2016

ernte-weltvegantag Die Idee des veganen Lebens – eines Lebens, das Leid und Unterdrückung, soweit es geht, vermeidet – ist inzwischen aus der öffentlichen Diskussion nicht mehr wegzudenken. In den Medien vergeht kaum eine Woche, ohne dass die Tierhaltung kritisch beleuchtet wird. In immer mehr Städten eröffnen vegane Cafés und Restaurants. Und auch in der Politik scheint das Thema langsam anzukommen.

Die Idee vom Veganismus bleibt jedoch abstrakt, solange sie nicht in der Landwirtschaft praktisch gelebt wird. Solange das Dogma Bestand hat, tierischer Dünger würde für den Pflanzenanbau benötigt, solange Bäuer/innen in Tierrechtler/innen Feinde sehen, die ihnen ihre Existenzgrundlage rauben wollen, wird sich an der Tatsache nichts ändern, dass Tiere weiter ausgebeutet werden.

„Wirklich" vegane Produkte können nur mittels bio-veganer Landwirtschaft produziert werden. Dieser Pflanzenanbau kommt ohne Tierhaltung und ohne Verwendung von Produkten aus Tierhaltung oder -schlachtung aus (Mist, Gülle, Knochen-, Blut- oder Hornmehl, Haarpellets etc.). Darüber hinaus wird nach den Prinzipien der biologischen Landwirtschaft gearbeitet. Das heißt, es werden enge Stoffkreisläufe angestrebt und keine synthetischen Dünger und Herbizide, keine gentechnisch veränderten Organismen und darüber hinaus auch keine Pestizide verwendet.

love vegan Es wird Zeit, diesen Ansatz in Theorie und Praxis zu verbreiten. Noch ist die Zahl der Pioniere, die sich in den letzten Jahrzehnten dem Landbau ohne tierische oder synthetische Dünger und Hilfsstoffe verschrieben haben, überschaubar. Dennoch hat ihre praktische Erfahrung die all¬gemein verbreitete Annahme, eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung auf veganer Grundlage sei Utopie, erfolgreich Lügen gestraft. Modellversuche, die den bio-veganen Anbau in größerem Maßstab erproben, sucht man bisher jedoch vergeblich.

Nun muss es darum gehen, einen grundlegenden Systemwandel in der Landwirtschaft herbeizuführen. Es ist die Aufgabe der Politik und der landwirtschaftlichen Verbände, diesen Wandel zu unterstützen, zu erforschen und in großem Maßstab voranzubringen, statt jährlich neue Forschungsmittel und Fördersummen in die Tierhaltung fließen zu lassen und diese als gegeben hinzustellen. Auch wir selbst können einen Beitrag leisten. Zum Beispiel indem wir aktiv die Idee des bio-veganen Landbaus verbreiten, bestehende bio-vegane Höfe unterstützen oder als Mitglied in einem solidarischen Landwirtschaftsbetrieb über die dortigen Anbaumethoden diskutieren. Wenn wir es schaffen, mit den Landwirten gemeinsam großflächig auf eine bio-vegane Produktion umzusteigen, wenn dieser reale Wandel von den Menschen als möglich und machbar wahrgenommen wird, dann kann auch der Wandel in den Köpfen entscheidend voranschreiten. Bei der veganen Ernährung sind wir – wie eingangs beschrieben – auf einem guten Weg. Bei der veganen Produktion stehen wir noch am Anfang.

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