Winterakademie Tierschutzrecht
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Winterakademie Tierschutzrecht

Winterakademie Tierschutzrecht

Winterakademie-Tierschutzrecht Am 13. Januar 2018 fand in Berlin die zweite Winterakademie Tierschutzrecht statt. Rechtsanwalt Dr. Antoine Goetschel, die Tierethikerin Dr. Friederike Schmitz und der Agrarexperte Dr. Philipp von Gall hielten Vorträge rund um das Tier im Recht. Zum ersten Mal unterstützte ARIWA die Veranstaltung.


 

Antoine Goetschel Dr. Antoine F. Goetschel arbeitet als Rechtsanwalt seit 30 Jahren mit dem Schwerpunkt Tierschutzrecht in Zürich. Er leitete die Winterakademie mit einer Einführung in das deutsche und das Schweizer Tierschutzrecht ein. Sein Fazit: Trotz eigener Tierschutzgesetze sind die Bedingungen, unter denen Tiere in der Landwirtschaft oder für Tierversuche leben, katastrophal. Als ersten wichtigen Schritt, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wenig Tiere immer noch rechtlich zählen, empfiehlt er transparent zu machen, wie wenige Tierschutzverstöße durch Staatsanwaltschaften und Gerichte geahndet werden. In der Schweiz hat die „Stiftung für das Tier im Recht" zu diesem Zweck eine öffentlich zugängliche Datenbank aufgebaut. Eine analoge Datenbank sei auch für Deutschland denkbar.

Friederike Schmitz Die Tierethikerin Dr. Friederike Schmitz beleuchtete in einem Vortrag unsere Beziehung zu Tieren und den Umgang mit ihnen aus ethischer Perspektive. Sie stellte die Lebensbedingungen typischer landwirtschaftlich genutzter Tiere wie Hühner, Schweine und Rinder dar, ging auf die unterschiedlichen Ziele und Positionen der Tierschutz-, Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung ein und plädierte dafür, selbst aktiv zu werden. Ihrer Ansicht nach repräsentiert das Tierschutzgesetz lediglich bestehende Machtverhältnisse – die gelte es zu verändern.

Phillip von_Gall Abschließend erläuterte Dr. Philipp von Gall die historische Entwicklung hin zum deutschen Tierschutzgesetz. Er verdeutlichte, dass das Tierschutzgesetz nicht dazu dient, Tiere zu schützen, sondern deren industrieller Zucht, Haltung und Tötung einen gesetzlichen, legitimierenden Rahmen zu geben – und sie so überhaupt erst zu ermöglichen.

Ein Ziel der Akademie besteht darin, dem Tierschutzrecht als eigenständigem Rechtsgebiet zu mehr öffentlicher Wahrnehmung und damit zu mehr Geltung zu verhelfen. Um den rechtlichen Status von Tieren langfristig zu ändern, ist eine Aufwertung dieses Gebiets dringend nötig, denn bisher wird es im Jurastudium und von den Justizbehörden stark vernachlässigt. Mit der Folge, dass die Rechtspraxis, wenn es um Tiere geht, auch noch weit hinter der ohnehin unzureichenden Gesetzgebung zurückbleibt.

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