Grausame „Schlachtfehler" auch im Bio-Schlachthof nebenan
Animal Rights Watch auf Facebook Animal Rights Watch auf Instagram Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Flickr Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Grausame „Schlachtfehler" auch im Bio-Schlachthof nebenan

Grausame „Schlachtfehler" auch im Bio-Schlachthof nebenan

rind-qu 08.11.2018: Rinder, die mit Elektroschockern und Eisenstangen malträtiert werden, fehlerhafte Betäubungen und ein langsamer, qualvoller Tod: Solche Szenen sind nicht nur in Großschlachthöfen grausamer Alltag, sondern auch in kleinen, regionalen Betrieben. Das beweisen aktuelle Videoaufnahmen aus einem bio-zertifizierten Schlachthof  in Brandenburg. Bereits zum vierten Mal innerhalb eines Monats deckt Videomaterial von Tierschutzorganisationen damit schwere Tierquälerei in deutschen Schlachthöfen auf. Die Bilder zeigen drastisch, dass das Töten eines Tieres nie harmlos ist und dass es Fleisch nicht ohne Tierleid gibt – auch dann nicht, wenn es sich um »Premium-Fleisch« handelt. ARIWA fordert deshalb die Schließung aller Schlachthöfe. ARD und RBB berichten heute mit aktuellem Videomaterial von Animal Rights Watch (ARIWA).

Der Brandenburger Schlachthof wirbt auf seiner Website mit „feinsten Fleischspezialitäten" und einem hohen Maß an „Verantwortung" gegenüber den angelieferten Tieren. Nur an zwei Tagen in der Woche wird in dem kleinen Betrieb geschlachtet, jeweils etwa ein Dutzend Rinder oder Schafe. Das Videomaterial jedoch, das hier am 30. Juli und 1. August 2018 mit versteckter Kamera aufgenommen wurde, zeigt ähnlich wie jüngst veröffentlichte Großschlachthof-Aufnahmen zahlreiche grobe Schlachtfehler bei der Tötung von Rindern.

Bei allen Tieren wurde das Bolzenschussgerät zur Betäubung nicht nur einmal, sondern mehrmals eingesetzt – teilweise bis zu fünf Mal. Der herausschießende Bolzen zertrümmert dabei jedes Mal den Schädel und dringt in das Gehirn ein. Ist das Rind vom ersten Schuss noch nicht bewusstlos, erleidet es bei jedem weiteren Schuss daher schreckliche Schmerzen. Einige Tiere sind selbst nach dem dritten Schuss noch bei Bewusstsein. In einem Fall versucht der Schlachter sogar noch, ein Rind, das bereits ausblutet, durch einen erneuten Bolzenschuss nachzubetäuben. Auch die Tötung durch Entbluten – mittels Aufschneiden der Halsschlagader – ist häufig fehlerhaft. Teilweise wird den Tieren zu hoch unter den Ohren die Kehle durchtrennt oder zu tief in die Brust geschnitten. Durch solche „Fehlstiche" entbluten die Tiere sehr langsam. Mit jeder Sekunde steigt dann die Gefahr, dass sie im Todeskampf wieder aus der Betäubung erwachen.

An den beiden Tagen, an denen diese Aufnahmen entstanden sind, ist bei mindestens acht Rindern deutlich zu erkennen, dass sie während des Entblutens nicht vollständig betäubt sind. Darauf deuten das Heben des Kopfes und die Schreie der Tiere hin.

Bolzenschuss Ausbluten Elektrotreiber
Fehlbetäubung Kadavertonne Kadavertonne

Auch beim Treiben der Tiere in das Schlachthofgebäude wird gegen Tierschutzverordnungen verstoßen. Verbotenerweise werden systematisch Elektroschockgeräte eingesetzt, sogar am Kopf. Ein Rind, das sich über Stunden wehrt, wird nicht nur mit zwei Elektrotreibern gleichzeitig angetrieben. Die Arbeiter verdrehen ihm auch schmerzhaft den Schwanz und treten mit den Füßen auf das Tier ein. Einige Rinder werden gezielt mit Wasser bespritzt, damit der Elektroschock noch mehr schmerzt und sie schließlich in ihren Tod gehen.

Vorschriften Etwa 3,5 Millionen Rinder werden jedes Jahr in deutschen Schlachthöfen getötet. 3,5 Millionen Rinder, die ein meist leidvolles »Leben« hatten, um an dessen Ende auf grausame Weise getötet und zu Fleisch verarbeitet zu werden. Dabei gibt es eine einfache Alternative – denn niemand braucht dieses Fleisch. Landwirt/innen können stattdessen ihr Geld tier- und umweltschonend verdienen, indem sie die Bevölkerung mit hochwertigen pflanzlichen Lebensmitteln versorgen. Die Politik kann den bio-veganen Landbau fördern. Und wir alle können uns genussreich und gesund rein pflanzlich ernähren.

Schwein in Mastanlage

Mit Ihrer Hilfe können wir noch mehr bewirken!

Unterstützen Sie unsere Arbeit:

Mehr zu diesem Thema: