Jahresbericht 2018
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Aktuell

Jahresbericht 2018

Jahresbericht 2018

Das Wichtigste auf einen Blick

ariwa jahresbericht-2018 Es war das Jahr, in dem die Realität der Schlachthöfe die Gesellschaft erreicht hat. Auch wir haben Bilder dazu in die Medien und auf die Straßen getragen – und zugleich mehr Menschen als je zuvor die tierfreundliche vegane Lebensweise nahegebracht. Die öffentliche Debatte um die Rechte der Tiere nimmt an Fahrt auf. Wirbringen sie voran – mit Ihrer Hilfe.



Medien-Veröffentlichungen

2017-sau-kastenstand-zu-eng-2 Das lebenslange Leid der Schweine in der Tierindustrie dokumentieren exemplarisch drei Berichte aus dem Jahr 2018. Im Februar zeigten ZDF frontal 21 und das ZDF-funk-Format Jäger & Sammler mit Videomaterial von ARIWA, dass in Deutschland seit 30 Jahren Zuchtsauen in illegal engen Kastenständen eingesperrt werden – unter den Augen von Kontrollbehörden, Justiz und Politik.

Auch das willkürliche Erschlagen von Ferkeln ist weiterhin alltägliche Praxis, wie wir mit neuen, von ARD Brisant im Juli ausgestrahlten Aufnahmen einmal mehr belegen konnten. Bereits im März hatte zudem ARD Report Mainz mit unseren Bildern berichtet, dass mehr als 13 Millionen Schweine jedes Jahr schon vor der Schlachtung qualvoll in deutschen Mastanlagen sterben.

Kahlgepickte Hennen mit schmerzhaft entzündeten, eitrigen Kloaken, die ihr kurzes Leben auf zugekoteter Einstreu in engen Hallen verbringen, sind Normalität in der Bodenhaltung der Eierindustrie, wie der MDR im Mai mit aktuellem ARIWA-Material deutlich machte.

report mainz Warum staatliche Tierschutzkontrollen regelmäßig versagen, Staatsanwaltschaften untätig bleiben und Regierungsverantwortliche nicht kriminelle Tierhalter/innen, sondern Rechercheteams bestrafen wollen, beleuchteten im Juni und September die MDR-Talkrunde Fakt ist!, das ARD-Magazin Report Mainz, der Tagesspiegel und rbb Super.Markt, jeweils mit Bildern und Statements von ARIWA.

Für großes Aufsehen sorgte im November die Veröffentlichung von Filmmaterial aus einem kleinen, bio-zertifizierten Schlachthof in Brandenburg. Im ARD mittagsmagazin und bei rbb Brandenburg aktuell war zu sehen, wie Rinder systematisch mit Elektroschockern malträtiert werden und aufgrund fehlender Betäubung ihre Tötung bei vollem Bewusstsein miterleben.

Rechtliche Erfolge

Naumburg prozess Zwei letztinstanzliche Urteile haben im Jahr 2018 die Bedeutung unserer Tierrechtsrecherchen gestärkt. So bestätigte im Februar das Oberlandesgericht Naumburg erneut den Freispruch dreier Recherche-Aktivist/innen, denen wegen heimlicher Videoaufnahmen in einer Thüringer Schweinezucht und -mast Hausfriedensbruch vorgeworfen worden war, und erkannte auf rechtfertigenden Notstand. Im April urteilte zudem der Bundesgerichtshof, dass die Veröffentlichung von Recherche-Bildern selbst dann erlaubt sein kann, wenn diese keine rechtlichen Verstöße zeigen. Auslöser des Verfahrens waren ARIWA-Aufnahmen aus einer Bio-Legehennenanlage gewesen, die der MDR 2012 ausgestrahlt hatte.

Beide Urteile geben den Medien bessere Möglichkeiten, das System Tierindustrie zu durchleuchten, und bedeuten eine wichtige Anerkennung unserer Arbeit. Wie wichtig, macht nicht nur die erklärte Absicht der Bundesregierung deutlich, ebendiese Arbeit zu kriminalisieren. Auch die zum Jahresende erfolgte Abschaffung des Tierschutz-Verbandsklagerechts durch die NRW-Landesregierung ist ein Indiz dafür, dass die politisch Verantwortlichen Tiere nicht besser, sondern schlechter stellen wollen. Zwar sind unsere Klagen zum Tierhaltungsverbot für Familie Schulze Föcking, zum Verkaufsverbot für lebende Hummer, zum Verbot der illegalen Kastenstandhaltung und zur Akteneinsicht bei tierschutzrelevanten Behördenvorgängen nach wie vor anhängig. Ob sie aber tatsächlich noch vor Gericht verhandelt werden, ist fraglich.

Bundesweite Aktionen

end of fishing Eine Demo zu Land und Wasser war im März das Highlight unserer Aktionen zum zweiten Welttag für das Ende der Fischerei. Unterstützt von weiteren Organisationen, setzten unsere Aktiven am Hamburger Jungfernstieg und in der Binnenalster ein Zeichen für die Rechte der Fische.

sas hannover2018 Für die Schließung aller Schlachthäuser demonstrierten 2018 wieder Menschen in 35 Städten weltweit, davon sieben in Deutschland. Sechs dieser Demonstrationen wurden von ARIWA organisiert und um Anschlussdemos, Aktions- und Konferenztage ergänzt.

Weitergeführt wurden auch die erfolgreichen Vegan Demos und die Kampagne Sag Nein zu Milch. Darüber hinaus beteiligten sich unsere Aktiven an den größten Tierrechtsdemonstrationen des Jahres: Animal Rights March in Berlin und der Menschenkette Hand in Hand für Tierrechte in Hamburg.

koeln1 Bundesweit führten die rund 40 ARIWA Ortsgruppen im Jahresverlauf weit mehr als 200 Aktionen durch, darunter in Bielefeld eine 42-tägige Mahnwache gegen Hühnermast, in Köln die neuartige Kunst-Demonstration Augenblicke des Lebens und in Hannover die vielseitigen Climate and Justice Games anlässlich der Messe EuroTier.

Veranstaltungen

Mit Infoständen, Essensangeboten und Vorträgen war ARIWA wie gewohnt auf zahlreichen Straßenfesten, Märkten und Messen im Bundesgebiet vertreten. Als Ausrichter des Vegan Street Day in Dortmund und Stuttgart, des Veganen Straßenfests Hamburg und des Vegan Sommer Jena haben wir erfolgreich Zehntausende Menschen eingeladen, tierleidfreie Alternativen kennenzulernen. Dazu kamen wie im Vorjahr der Vegane Weihnachtsmarkt in Koblenz und erstmals der Marché Vegan in Ulm. Persönliche Starthilfe ins vegane Leben bietet unsere weiter wachsende Kontaktdatenbank vegan buddy.

veganer-brunch Auf zwölf verdoppelt hat sich 2018 die Zahl der Städte, in denen unsere Ortsgruppen regelmäßige vegane Brunchs anbieten – fast immer in Verbindung mit Vorträgen, Filmen oder Lesungen. Durch gezielte Kooperationen konnten wir zudem unser Informationsangebot weiter ausbauen, so etwa mit der Ausstellung I Wanna Be Your Dog #2 im Dortmunder Künstlerhaus, dem Tagesseminar Jagd und Jagdkritik in München und der Journalist/innen-Tagung Tierhaltung im Fokus in Hannover.

ARIWA in Zahlen

Menschen:

  • 77 ordentliche Mitglieder
  • 736 Fördermitglieder
  • ca. 280 Aktive
  • 39 Ortsgruppen
  • 2 Jugendgruppen
  • 4 Vorstandsmitglieder (ehrenamtlich)
  • 7 Angestellte (in Teilzeit)

Ressourcen:

  • 3 Infomobile mit Filmvorführtechnik
  • 88 017 Euro Mitgliedsbeiträge
  • 98 589 Euro Spenden [Stand: 31.12.2018 | Angaben vorläufig]
  • 11 030 Euro Patenschaften

mensch-tier-bildung Dank großzügiger Förderer und zahlreicher Spender/innen konnten wir zum Jahresende eine erfolgreiche Spendenverdoppelungsaktion durchführen. Der Verdoppelungsbetrag von 20 000 Euro kam vollständig dem jungen Verein Mensch Tier Bildung e. V. zugute, der wichtige Aufklärungsarbeit im Bereich Kinder und Schulen leistet.

Herzlichen Dank an alle, die unsere Arbeit im Jahr 2018 durch ihren persönlichen Einsatz, durch finanzielle oder materielle Unterstützung ermöglicht haben!