Rückblick: Demonstrationen für die Schließung aller Schlachthäuser 2019
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Rückblick: Demonstrationen für die Schließung aller Schlachthäuser 2019

Schließung aller Schlachthäuser 2019 – die bisherigen Demos

2019 finden im Rahmen der weltweiten Demonstrationsreihe für die Schließung aller Schlachthäuser erstmals allein 10 Veranstaltungen in Deutschland statt. International kommen viele weitere hinzu. Wir werfen einen Rückblick auf die Proteste, die in Deutschland bereits stattgefunden haben. Die noch bevorstehenden Demos in Chemnitz, Braunschweig, Bielefeld, Essen, Göttingen, Stuttgart und Frankfurt finden Sie hier. Dieser Artikel wird stetig aktualisiert.

Verfügbare Berichte:
Hamburg | Hannover | Chemnitz

HAMBURG: Herzen auf!

Wie schon im Vorjahr stellte die Auftaktdemonstration einen neuen Rekord teilnehmender Menschen auf. Rund 400 Aktive forderten Mitte Mai die Schließung aller Schlachthäuser in Hamburg. Im sechsten Jahr der deutschen Beteiligung an der weltweiten Demonstrationsreihe nahm Hamburg zum ersten Mal mit einer Veranstaltung teil. Bei bestem Wetter sorgte ARIWA Hamburg für einen spektakulären Auftakt. Das Hamburger Abendblatt berichtete.

Vor einem ehemaligen Schlachthofgelände verlas eine Aktivistin die bewegenden Berichte einer Praktikantin, die das Grauen der Schlachthäuser aus erster Hand erleben musste. Zum Rhythmus der Trommeln von Drums Over Knives verwandelte sich anschließend jede Betroffenheit schnell in Entschlossenheit, die in klaren Botschaften kommuniziert wurde: Tierausbeutung abschaffen – Freiheit jetzt – Schlachthäuser schließen! Auf dem Rathausplatz präsentierte schließlich Sängerin Lulu Henn ihren brandneu geschriebenen offiziellen Demosong, der die Begündung für unsere Forderung einfach und treffend zusammenfasst: „Denn sie haben nicht die Wahl – sondern immer nur die Qual“. Der titelgebende Slogan: „Herzen auf – Schlachthäuser zu“!

Musikalisch hatte auch das anschließende Abendprogramm noch einiges zu bieten. Nach einem umfangreichen veganen Essensangebot, das keine Wünsche offen ließ, sorgten die Fastcore-Band WeSleep und Tierrechts-Rapper Albino in der Fabrique für einen runden Abschluss des Tages.

HANNOVER: One struggle, one fight: Climate Justice, animal rights

In Hannover fand die Demonstration das dritte Jahr in Folge statt. Die Presse berichtete mit umfangreicher Bildergalerie. Nach einem Fokus auf Hühner im Vorjahr stellte die Demoreihe in Deutschland 2019 Rinder in den Vordergrund. Bei der Demonstration in Hannover, die im dritten Jahr in Folge stattfand, verdeutlichte ARIWA-Rednerin Leonie Seegert das vielfältige Leiden von Rindern, das hinter Fleisch, Milch, Käse und Leder steht.

Ein anderer Redner der Gruppe Animal Climate Action betonte die Zusammenhänge zwischen Tierindustrie und Klimakatastrophe und rief dazu auf, die verschiedenen Kämpfe für eine bessere Welt zu verknüpfen, wie auch die Themen verknüpft sind. Passenderweise fiel der Redebeitrag mit einem Zwischenhalt in unmittelbarer Nähe zu einem Wahlkampfstand der CDU zusammen, die von den Demoteilnehmenden prompt für ihre umwelt- und tierfeindliche Politik gerügt wurde.

Zurück am Ausgangspunkt der Demo in der Hannoveraner Altstadt luden verschiedene vegane Essensstände zum Verweilen ein. Unmittelbar vor ihrem Ende wurde die Demo von dem fiktiven Biologen „Dr. Börns“ gestört, der sich auf den messbaren Unterschied zwischen Menschen und Tieren in Form der Seele berief, die er in aufgeschnittenen Tieren nie habe finden können. Der Auftritt entpuppte sich als Teaser-Szene für das satirische Tierrechtstheaterstück „Irre ist menschlich“, das im Juni noch in Hannover zu sehen sein sollte und in Bielefeld im Anschluss an die dortige Demo zu sehen sein wird.

CHEMNITZ: Die Tiere haben keine Wahl

Am 8. Juni 2019 fand die weltweite Demonstration in Paris, Sydney, Brisbane, Okanagan, Los Angeles, Ayrshire und London statt. Als deutscher Beitrag dieses Wochenendes startete die Demo erstmals in Chemnitz. Startpunkt war am Karl-Marx-Denkmal, wo die Demo auch einen Gegenpol zum „Protestgrillen“ eines rechten Bündnisses bildete, das sich seinerseits gegen das muslimische Zuckerfest richtete. Die Presse berichtete über die konträren Veranstaltungen.

Mit klassischen und kreativen Demoslogans („Ob Mensch, ob Schwein - alle befrei`n“) zog die Demonstration durch Chemnitz, vorbei an einem ehemaligen Schlachthaus, wo in einem Redebeitrag das Individuum herausgestellt wurde, das allzu leicht in der schieren Zahl der getöteten Tiere in Vergessenheit gerät. Außerdem wurde betont, dass wir Menschen dreimal täglich eine Wahl haben, die den Tieren aus ihrem Elend helfen kann – wo sie nicht eine einzige haben.

Musik von Séimí und NETTE, oftmals zum Mitsingen geeignet, und ein Straßentheater mit Alien und Menschenschlachtung unmittelbar vor der Mc Donald’s Filiale, sorgten für künstlerische Facetten. Es war am Morgen der Demo bekannt gegeben worden, dass die meisten Demos dieses Jahr über die offizielle Facebookseite per Liveübertragung von Streamer Toni Pianduni mitverfolgt werden können. Im Stream gab es beispielsweise ein zusätzliches Interview mit Leipzig-Animal-Save-Aktivist Fabius zu den Ausmaßen der Schlachtanlagen der Region.

 

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