Filmmaterial aus Schweinezucht veröffentlicht
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Filmmaterial aus Schweinezucht veröffentlicht

ARIWA veröffentlicht weiteres Material aus "Gut Thiemendorf"

Sau im Kastenstand Schweinezuchtbetreiber Heideland beschönigt aufgedeckte Tierschutzvergehen und versucht die Aufdecker zu kriminalisieren. ARIWA veröffentlicht nun umfangreiches Filmmaterial aus diesem Betrieb. Auch das zuständige Veterinäramt sieht Verdacht auf Straftaten beim Schweinezuchtgiganten Heideland.

05.12.2013: Eine Woche nachdem Animal Rights Watch (ARIWA) unter anderem die skandalösen Zustände in der Schweinezucht der Heideland GmbH bei Eisenberg/Thüringen öffentlich gemacht hat, äußerte sich nun auch der Betreiber. Peter Fuglsang, vertretungsberechtigter Betriebsleiter des Geschäftsführers und dänischen Schweinegiganten Per Kirketerp, spielt die Vorwürfe herunter und sieht sich und seine Mitarbeiter als Opfer. Dabei waren gerade in diesem Betrieb, der zu einem der größten in Deutschland zählt, die vorgefundenen Gesetzesverstöße besonders eklatant. Daher hat sich ARIWA dazu entschlossen, der Öffentlichkeit für die nächsten Wochen uneingeschränkten Zugang zu dem umfangreichen, in großen Teilen bislang unveröffentlichtem Filmmaterial zu gewähren.

Die Filmaufnahmen zeigen eklatante Verstöße auch gegen geltendes EU-Recht, für deren Umsetzung deutschen Schweinezüchtern eine sechsjährige Übergangsfrist zur Verfügung stand. Das Halten von trächtigen Sauen über einen längeren Zeitraum als vier Wochen im Kastenstand, zu kleine Kastenstände, systematisch fehlendes Beschäftigungsmaterial und kein ständiger Zugang zu Trinkwasser sind in den Filmaufnahmen zu sehen (hier Details zu den Verstößen). „Diese Zustände bedeuten für jedes einzelne betroffene Tier erhebliche und lang anhaltende Leiden, die sofort beendet werden müssen“, so Jürgen Foß von ARIWA. Daher erstatteten die Tierschützer bereits im November Anzeige bei der Staatsanwaltschaft und stellen die Erlaubnis zum Weiterbetrieb in Frage. Dass es sich bei vorgefundenen Zuständen nicht um „Lappalien“ handelt, bestätigt nun auch das zuständige Veterinäramt, welches wegen Verdacht auf Straftaten in der Schweinezucht die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat.

Video 1: Nacht vom 25.10.2013 auf den 26.10.2013

Video 2: Nacht vom 26.10.2013 auf den 27.10.2013

In einem Musterprozess hat Animal Rights Watch bereits 2010 vor dem OLG Hamburg erstritten, dass auch unter Hausfriedensbruch beschafftes Filmmaterial veröffentlicht werden darf. Insbesondere in diesem Fall, in welchem Rechtsverstöße aufgedeckt wurden, ist die Rechtslage eindeutig (lesen Sie hier mehr dazu).Die ARIWA vorliegenden Aufnahmen aus dem Betrieb liegen zudem in ungeschnittener Form vor und zeigen immer wieder Navigationsgeräte und Tageszeitungen, die zusätzlich zu den Zeugenaussagen Ort und Datum belegen.

Obwohl vor allem Branchenriesen wie dem hier betroffenen die rechtlichen Vorgaben hinlänglich bekannt sein sollten, zeigt sich der Vertretungsberechtigte gegenüber der Ostthüringer Zeitung verwundert über die rechtliche Situation: „Diese Hinweise waren für mich neu“, sagt er zu Beanstandungen, nach denen jederzeit Trinkwasser und Beschäftigungsmaterial für die Tiere vorhanden sein müssen. Die allgemeine Situation umschreibt er mit den Worten: "Und es geht auch nicht um Wunschvorstellungen der Grünen, sondern darum, was Lidl & Co. wollen." (hier der gesamte Artikel der Ostthüringer Zeitung).

Der Betriebsleiter von Gut Thiemendorf übt derweil Kritik an denjenigen, die die Aufnahmen erstellt haben. Jürgen Foß von ARIWA dazu: „Es kann nicht sein, dass diejenigen, die solche Zustände auf die einzig mögliche Art aufdecken, auch noch kriminalisiert werden und so von den eigentlichen Taten abgelenkt wird.“ Die Aktiven, die das Material erstellt haben, werden sich der Staatsanwaltschaft als Zeugen zur Verfügung stellen. Um das Verfahren wegen Hausfriedenbruch abzukürzen, werden sie sogar Selbstanzeige stellen. Dieses Verfahren wird, falls nötig, durch die Instanzen gehen. Der Betrieb wurde lediglich durch offene Türen betreten und die Zustände dokumentiert. Alles andere als ein Freispruch für die Aktiven, die diesen Skandal auf diese Weise aufgedeckt haben, wäre eine Farce.

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