Aufgedeckt
Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Facebook Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Grausame Schweinehaltung: NRW-Landwirtschaftsministerin will Tierschutz-Verbandsklagerecht abschaffen

Klage von ARIWA gegen betroffenen Kreis Steinfurt anhängig

schweinemast-tierretter 13.07.2017: Der Tierrechtsverein tierretter.de veröffentlichte gestern bei stern TV grausame Bilder aus einer Schweinemast, die der neuen nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking zuzuordnen ist. Auf den Aufnahmen sind Schweine mit handtellergroßen eitrigen Wunden, Kampf- und Beinverletzungen, fehlendes frisches Trinkwasser und Buchten ohne Beschäftigungsmaterial zu sehen. Auch extreme Ammoniakwerte in der Luft wurden von tieretter.de nachgewiesen, was zu Augenentzündungen, Lungenerkrankungen und Husten führt. Während die Schweine in Schulze Föckings Stall leiden, engagiert sie sich als Landwirtschaftsministerin für die Abschaffung der Tierschutz-Verbandsklage in NRW: zum Nachteil der Tiere und zum alleinigen Nutzen der Tierhalter/innen. Denn die Tierschutz-Verbandsklage ist die einzige Möglichkeit, eine konsequente Umsetzung des Tierschutzgesetzes durchzusetzen und Zustände wie in Schulze Föckings Stall zu ahnden.

 

Totschlagferkel sind lebensfähig

Lebender Beweis im „Land der Tiere"

Pauline Lulu_Land-der_Tiere Aktuelles Videomaterial von schwachen Ferkeln, die brutal erschlagen werden, schockiert diese Woche ganz Deutschland. Dass diese Tötungen gängige Praxis sind, wurde schon 2013 von Animal Rights Watch (ARIWA) aufgedeckt. Zahlreiche deutsche Schweinezuchten töten routinemäßig schwache, aber lebensfähige Ferkel. Die öffentliche Debatte beschränkt sich dabei auf unerlaubte Tötungsmethoden und das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter/innen. Doch der eigentliche Skandal reicht weitaus tiefer: Unter dem Vorwand, sie seien nicht lebensfähig, werden Millionen Ferkel hierzulande Jahr für Jahr aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet und entsorgt. Denn die für schwache Ferkel notwendige Handaufzucht ist den Anlagenbetreibern schlicht zu teuer. Dass solche Ferkel aber durchaus gute Überlebenschancen haben, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Lebenshof „Land der Tiere". Hier werden zwei besonders schwache und kranke Ferkel, die in einer Schweinezucht getötet werden sollten, per Hand aufgezogen. Und das mit Erfolg.

 

Blutig, zerpickt, krank, hungernd

Das ungeahnte Leid der Masthühner-Elterntiere

hahn qu Kranke, kahle Hühner mit großen blutenden Wunden; unzählige tote Tiere; Hähne, die verletzte Hennen immer wieder brutal bespringen – diese Bilder stammen aus fünf Elterntierbetrieben von Europas größtem Anbieter von Masthuhnküken. Elterntiere werden dazu benutzt, Eier zur Mastkükenproduktion zu legen und sind einer bisher kaum thematisierten Mehrfachbelastung ausgesetzt. Hohe Reproduktion bei gleichzeitig unnatürlicher Gewichtszunahme führen zu besonders hohem Tierleid. Spiegel Online und ZDF frontal 21 berichten am 28. März 2017 mit aktuellem Foto- und Videomaterial von Animal Rights Watch.

 

CDU will Tierschutzverbandsklage in NRW abschaffen

Das wäre ein fataler Rückschritt

gesicht 23.01.2017: Seit 2013 existiert in Nordrhein-Westfalen das Tierschutz-Verbandsklagerecht. Neun Tierschutzverbände sind dafür anerkannt. Sie können in tierschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren mitwirken und bei Verstößen gegen das Tierschutzrecht klagen, um die Belange des Tierschutzes in NRW durchzusetzen. Mit einer realitätsfernen Begründung drängt nun die CDU-Fraktion per Gesetzentwurf auf die Aufhebung des Verbandsklage-Gesetzes und agiert damit als Handlanger der Tierproduktionsindustrie. Denn so würde die einzige Möglichkeit, das geltende Tierschutzrecht konsequent umzusetzen, eliminiert.

 

Hessischer Kastenstanderlass setzt OVG-Urteil erstmalig um

Kastenstände gehören verboten

Bild 1 Hessen setzt als erstes Bundesland mit einem Kastenstanderlass das bundesweit gültige Urteil des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg um. Demnach müssen Sauen in Kastenständen in der Lage sein, im Liegen ihre Beine auszustrecken, wie es bereits seit Jahrzehnten Tierschutz-Verordnungen regeln. Die Haltung von Zuchtsauen in Kastenständen ist eine der größten Tierquälereien im Agrarsektor. Zusätzliches Leid bedeutet die bisher deutschlandweit gängige – gegen geltendes Recht verstoßende – Haltung in lediglich 70 cm breiten Kastenständen. Würde das Tierschutzgesetz ernst genommen, blieben jedoch nur die völlige Abschaffung der körperengen Käfige und letztlich ein Ende der Schweinezucht.

 

Agrarfunktionäre empfangen Veterinärämter in vorbereiteten Ställen

schwein-gesicht-mast 25.10.2016: Bei Veterinärkontrollen in den Ställen führender Agrarfunktionäre seien keine Tierschutzverstöße festgestellt worden. Das ergaben Behördenkontrollen, die teilweise erst Wochen nach den Medienberichten über die tierschutzwidrigen Zustände in diesen Ställen stattfanden. Die Ställe waren bis dahin längst aufgeräumt und die betroffenen Betriebe für die vorhersehbaren und meist angekündigten Kontrollen vorbereitet. So unterstützen solche Pseudokontrollen die nicht enden wollenden Durchhalteparolen der tierhaltenden Landwirtschaft, wonach alles in Ordnung sei. Die einzige Möglichkeit, Tierleid wirkungsvoll zu verhindern, ist jedoch eine Komplettabkehr von der Tiernutzung.

 

Die Agrarlobbyisten-Recherche

Reaktionen im Überblick

lobby-01-1200 Ende September 2016 veröffentlichte Animal Rights Watch (ARIWA) umfassendes Videomaterial aus 12 Schweine-, Puten- und Hühnerbetrieben führender Landwirtschaftsfunktionäre in Deutschland. Die Bilder sorgten für viel Aufregung und Entsetzen, erfuhren enorme Beachtung in der Gesellschaft, in Fachkreisen und den Medien – und sorgten auch für reichlich Wirbel in der Politik. Wie keine Veröffentlichung zuvor zeigten diese Bilder eindeutig, dass es sich bei den Tierhaltungs-Skandalen der letzten Jahre keineswegs um Einzelfälle handelt. Die schockierenden Aufnahmen der Tiere führender Verbandsvertreter bilden offenkundig die grausame Normalität in der deutschen Tierindustrie ab.

 

Freispruch für Recherche-Aktivist/innen

Richterin sah in Schweinehaltung rechtfertigenden Notstand gegeben

schweinenase26.09.2016: Der Prozess gegen drei Recherche-Aktivist/innen, die 2013 heimlich in einer Schweinezucht und -mast in Sachsen-Anhalt Videoaufnahmen vom Leid der Tiere angefertigt hatten, endete heute mit einem Freispruch nach §34 StGB „Rechtfertigender Notstand". Die Richterin des Amtsgerichts Haldensleben sah das Rechtsgut Tierschutz in der Anlage mit 63.000 Tieren in einer Art verletzt, die den begangenen Hausfriedensbruch der drei Aktiven rechtfertigte. Diese betraten die Anlage im Juni und Juli 2013 nachts mit dem Ziel, die Zustände zu veröffentlichen und so den nötigen Druck für eine staatliche Verfolgung aufzubauen.

 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 13