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Aktuell

Grausam, aber nicht verboten: „Anbindehaltung" in Deutschland

Kühe vegetieren angebunden auf ihren eigenen Exkrementen dahin

ariwa-anbindung-2019 Bundesweit leben etwa 1 Million Kühe in der sogenannten „Anbindehaltung". Jede vierte Kuh in der Milchindustrie ist davon betroffen, vor allem in kleineren Betrieben – auch mit Bio-Siegel. Was diese „Anbindung" für die betroffenen Rinder bedeutet, zeigt aktuelles Videomaterial aus neun Betrieben in Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen, das Animal Rights Watch (ARIWA) heute veröffentlicht. ARD Fakt berichtete am 26. März.

 

Schlachthof-Aufdeckungen 2018: vier Schlachthöfe für immer geschlossen

ariwa-hakenberg-geschlossen 2018 deckten mehrere Tierrechtsorganisationen in insgesamt sechs deutschen Schlachthöfen schwere Tierquälerei auf [1]. Als Konsequenz wurden inzwischen vier dieser Anlagen für immer geschlossen. So auch der Schlachtbetrieb der Hakenberger Fleisch GmbH in Brandenburg, wie deren Geschäftsführer Jens Winter am Montag der Märkischen Oderzeitung gegenüber erklärte. Die Vielzahl und Schwere der Fälle zeigen, dass es sich bei den sechs Schlachthöfen nicht um schwarze Schafe in einer sonst ganz passablen Branche handelt. Das qualvolle Töten von Tieren hat System, und Fleisch gibt es nicht ohne Tierleid. Daran wird auch eine Videoüberwachung von Schlachthöfen nichts ändern, wie sie in Niedersachsen geplant ist. ARIWA fordert stattdessen die Schließung aller Schlachthäuser.

 

Grausame „Schlachtfehler" auch im Bio-Schlachthof nebenan

rind-qu 08.11.2018: Rinder, die mit Elektroschockern und Eisenstangen malträtiert werden, fehlerhafte Betäubungen und ein langsamer, qualvoller Tod: Solche Szenen sind nicht nur in Großschlachthöfen grausamer Alltag, sondern auch in kleinen, regionalen Betrieben. Das beweisen aktuelle Videoaufnahmen aus einem bio-zertifizierten Schlachthof  in Brandenburg. Bereits zum vierten Mal innerhalb eines Monats deckt Videomaterial von Tierschutzorganisationen damit schwere Tierquälerei in deutschen Schlachthöfen auf. Die Bilder zeigen drastisch, dass das Töten eines Tieres nie harmlos ist und dass es Fleisch nicht ohne Tierleid gibt – auch dann nicht, wenn es sich um »Premium-Fleisch« handelt. ARIWA fordert deshalb die Schließung aller Schlachthöfe. ARD und RBB berichten heute mit aktuellem Videomaterial von Animal Rights Watch (ARIWA).

 

Kollateralschäden der Tierproduktion

Kollateralschaden Verunglückte Tiertransporter, brennende Tierfabriken und Schlachthöfe, Schweine die in Masthallen ersticken und qualvoll sterbende Tiere, weil sie nicht versorgt werden: Schlagzeilen wie diese sind leider keine Seltenheit. Denn die Tierindustrie fabriziert nicht nur im Schlachthof Opfer, sondern bereits auf dem grausamen Weg dahin. Ein Großteil der Tiere sterben „vorzeitig" auf Grund der schlechten Haltungsbedingungen. Diese Opfer sind bereits von vornherein mit einkalkuliert und werden in Kauf genommen. Allein 21 Prozent der lebend geborenen Schweine sterben noch vor der Schlachtung. In einem System, bei dem Tiere nur als Ware gelten und nicht als fühlende Individuen wahrgenommen werden, ist unermessliches Leid vorprogrammiert, bei „Unfällen" wird lediglich der wirtschaftliche Schaden betrauert.

 

„Straffreies Tierleid"

Report Mainz berichtet mit Bildern von ARIWA

sau gut_thiemendorf 4.9.2018: Tierschutzverstöße in deutschen Anlagen bleiben für die Verantwortlichen fast immer ohne Strafe, auch wenn sie dauerhaft und systematisch begangen werden. Warum das so ist, zeigt das ARD-Magazin Report Mainz in seinem Beitrag „Straffreies Tierleid". Neben Berichten von Amtsveterinär/innen und Strafrechtsexperten belegen zeitlich gestaffelte Aufnahmen aus der Thüringer Schweinezucht Gut Thiemendorf GmbH & Co. KG exemplarisch, dass sich am Leid der Tiere selbst nach mehrfachen Strafanzeigen nichts Grundlegendes ändert.

 

Erneut systematisches Erschlagen kleiner Ferkel in der Schweinezucht dokumentiert

ferkel-3 16.7.2018: Bereits 2014 und 2016 deckte Animal Rights Watch (ARIWA) auf, dass Ferkel in deutschen Schweinevermehrungsbetrieben systematisch erschlagen werden, weil sich die Handaufzucht kleinerer Tiere finanziell nicht lohnt. Die mit versteckten Kameras aufgenommenen Bilder lösten bundesweite Empörung aus. Aktuelles Videomaterial aus einem Ferkelvermehrungsbetrieb in Brandenburg zeigt, dass weiterhin kleine Ferkel im Akkord brutal getötet werden. Sehr deutlich wird bei den aktuellen Bildern, dass das einzige Kriterium, das über Leben und Tod bestimmt, die Größe der Tiere ist. Es geht nicht darum, „nicht lebensfähige" Ferkel zu erlösen. Die dokumentierte Praxis stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. ARD Brisant berichtet am Montag, den 16. Juli mit aktuellem Videomaterial von Animal Rights Watch.

 

FAQs: Tierrechts-Recherchen

lobby-01-1200 Regelmäßig werden Animal Rights Watch und den (öffentlich-rechtlichen) Medien Vorwürfe gemacht, wenn es um die Veröffentlichung von Recherchevideos aus Tieranlagen geht. Um Missverständnissen und Unterstellungen vorzubeugen, beantwortet Animal Rights Watch hier die gängigsten Fragen zum Thema Tierrechts-Recherchen.



 

Große Mehrheit befürwortet Undercover-Recherchen

AktivistInnen 11.06.2018: Über 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland befürworten die Anfertigung von Undercover-Aufnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben, um damit Tierleid und Missstände aufzudecken. Dies zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die von den Tierrechtsorganisationen Deutsches Tierschutzbüro, PETA, Animal Equality, Tierretter.de, Soko Tierschutz und ARIWA in Auftrag gegeben und letzte Woche durchgeführt wurde. Die Umfrage ergab, dass sich der Großteil der Gesellschaft Deutschlands (85,3%) für stärkere Kontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben ausspricht. Außerdem halten 82% der Befragten die heimliche Erstellung und anschließende Verbreitung von Bildmaterial zur Aufdeckung von Tierleid und Missständen für gerechtfertigt. Die Ergebnisse stehen in starkem Kontrast zu aktuellen Äußerungen von CDU und FDP. Diese fordern eine härtere Bestrafung von Aktivisten, die für Undercover-Aufnahmen heimlich landwirtschaftliche Betriebe betreten, auch wenn erst dadurch tierquälerische Zustände aufgedeckt werden. Außerdem wollen sie Organisationen, die entsprechendes Filmmaterial veröffentlichen, die Gemeinnützigkeit entziehen. Damit stellen sie sich gegen die Mehrheit der Wählerschaft.

 
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