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Aktuell

Erneut systematisches Erschlagen kleiner Ferkel in der Schweinezucht dokumentiert

ferkel-3 16.7.2018: Bereits 2014 und 2016 deckte Animal Rights Watch (ARIWA) auf, dass Ferkel in deutschen Schweinevermehrungsbetrieben systematisch erschlagen werden, weil sich die Handaufzucht kleinerer Tiere finanziell nicht lohnt. Die mit versteckten Kameras aufgenommenen Bilder lösten bundesweite Empörung aus. Aktuelles Videomaterial aus einem Ferkelvermehrungsbetrieb in Brandenburg zeigt, dass weiterhin kleine Ferkel im Akkord brutal getötet werden. Sehr deutlich wird bei den aktuellen Bildern, dass das einzige Kriterium, das über Leben und Tod bestimmt, die Größe der Tiere ist. Es geht nicht darum, „nicht lebensfähige" Ferkel zu erlösen. Die dokumentierte Praxis stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar. ARD Brisant berichtet am Montag, den 16. Juli mit aktuellem Videomaterial von Animal Rights Watch.

 

FAQs: Tierrechts-Recherchen

AktivistInnen Regelmäßig werden Animal Rights Watch und den (öffentlich-rechtlichen) Medien Vorwürfe gemacht, wenn es um die Veröffentlichung von Recherchevideos aus Tieranlagen geht. Um Missverständnissen und Unterstellungen vorzubeugen, beantwortet Animal Rights Watch hier die gängigsten Fragen zum Thema Tierrechts-Recherchen.

 

Emnid Umfrage zeigt: Große Mehrheit der Bevölkerung befürwortet Undercover-Recherchen durch Tierschutzorganisationen und stärkere Tierschutzkontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben

AktivistInnen 11.06.2018: Über 80 Prozent der Bevölkerung in Deutschland befürworten die Anfertigung von Undercover-Aufnahmen in landwirtschaftlichen Betrieben, um damit Tierleid und Missstände aufzudecken. Dies zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Emnid-Umfrage, die von den Tierrechtsorganisationen Deutsches Tierschutzbüro, PETA, Animal Equality, Tierretter.de, Soko Tierschutz und ARIWA in Auftrag gegeben und letzte Woche durchgeführt wurde. Die Umfrage ergab, dass sich der Großteil der Gesellschaft Deutschlands (85,3%) für stärkere Kontrollen in landwirtschaftlichen Betrieben ausspricht. Außerdem halten 82% der Befragten die heimliche Erstellung und anschließende Verbreitung von Bildmaterial zur Aufdeckung von Tierleid und Missständen für gerechtfertigt. Die Ergebnisse stehen in starkem Kontrast zu aktuellen Äußerungen von CDU und FDP. Diese fordern eine härtere Bestrafung von Aktivisten, die für Undercover-Aufnahmen heimlich landwirtschaftliche Betriebe betreten, auch wenn erst dadurch tierquälerische Zustände aufgedeckt werden. Außerdem wollen sie Organisationen, die entsprechendes Filmmaterial veröffentlichen, die Gemeinnützigkeit entziehen. Damit stellen sie sich gegen die Mehrheit der Wählerschaft.

 

Katastrophale Zustände in Legehennen-Bodenhaltung in Sachsen-Anhalt

2018-legehenne "Legehennen", die sich am Rücken und Bauch kahl und blutig picken. Hühner mit schmerzhaft entzündeten, eitrigen Kloaken. Der Boden durch und durch verkotet, zwischen den lebenden Hennen viele tote. Diese Bilder stammen aus einer "Legehennen"-Bodenhaltung in Sachsen-Anhalt. In einer Junghennenaufzucht des gleichen Betreibers bleiben viele Hühner mit ihren Beinen hilflos zwischen den Volieren-Stangen hängen – sie verletzen sich und sterben qualvoll. MDR Sachsen-Anhalt heute berichtete im Mai 2018 mit aktuellem Bildmaterial von Animal Rights Watch.

 

BGH-Urteil: Recherche-Aufnahmen aus Ställen dürfen veröffentlicht werden

bio-hennen 10.04.2018: Im Jahr 2012 veröffentlichte der MDR heimlich erstelltes Videomaterial aus Bio-Legehennen-Anlagen der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof GmbH. Die Bilder wurden dem MDR von Animal Rights Watch (ARIWA) zur Verfügung gestellt und enthüllten erschreckende Zustände. Kahlgepickte Hühner mit ausgemergelten Körpern, entzündete eitrige Kloaken und zahlreiche tote Hühner. Die Zustände waren katastrophal – stellten aber keine Straftatbestände dar. Der Betreiber hielt sich, mit wenigen kleinen Ausnahmen, an das EG-Öko-Recht. Aus diesem Grund erwirkte Fürstenhof einen Beschluss gegen den MDR, wonach das von Aktivist/innen durch Hausfriedensbruch beschaffte Bildmaterial nicht weiter veröffentlicht werden durfte. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe urteilte heute, dass die Bilder ausgestrahlt werden dürfen, obwohl sie weitestgehend legale Zustände zeigen. Das Urteil zugunsten der Veröffentlichung ist ein wichtiges Signal für einen ehrlichen öffentlichen Diskurs über die Zustände in der Nutztierindustrie, die auch in rechtskonformen Ställen tierquälerisch sind.

 

Kollateralschäden der Fleischindustrie:

Millionen Schweine jährlich sterben qualvoll vor der Schlachtung

schwein mast Nach offiziellen Statistiken werden in deutschen Schlachthöfen jedes Jahr fast 60 Millionen Schweine getötet. Nun sorgt eine Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover für Aufsehen: Mehr als 13 Millionen Schweine überleben zusätzlich erst gar nicht die Tortur der Mast und durchleben in den Ställen unvorstellbare Qualen bis zu ihrem Tod. Sie sterben an unversorgten Wunden, Entzündungen und Krankheiten, die aus Kostengründen nicht behandelt und angemessen gepflegt werden. Unbeachtet enden sie in der vom Steuerzahler subventionierten Tierkörperbeseitigung. Weitere 4 Millionen Ferkel werden nach Einschätzung von Animal Rights Watch (ARIWA) noch am ersten Lebenstag als angeblich „nicht überlebensfähig" getötet oder unversorgt einem langsamen Tod überlassen. Und von den rund 6 Millionen tot geborenen Ferkeln in Deutschland ersticken bis zu zwei Drittel durch frühzeitiges Reißen der Nabelschnur zuchtbedingt noch im Mutterleib. Report Mainz berichtet am 20. März ab 21:45 Uhr mit Bildmaterial von ARIWA, welches das grausame Sterben in Ställen dokumentiert.

 

Business as usual: Nach Revisionsurteil fordert Agrarlobby härtere Strafen für Tierschützer, statt auf Kritik zu reagieren

schweinenaseAm 22. Februar bestätigte das Oberlandesgericht Naumburg in dritter Instanz den Freispruch von drei Tierschützer/innen, die 2013 heimlich in der Schweinezucht und -mast Sandbeiendorf Videoaufnahmen vom Leid der Tiere angefertigt hatten. In seiner Begründung unterstrich der Vorsitzende Richter, der rechtfertigende Notstand habe angesichts untätiger staatlicher Kontrollorgane eindeutig vorgelegen. Auch er sah das Handeln der Angeklagten als vollauf gerechtfertigt an, um dem Rechtsgut Tierschutz zur Durchsetzung zu verhelfen. Das Urteil hat große Wellen geschlagen und wird auch in der Agrar-Fachpresse ausgiebig besprochen. Vertreter der Tierindustrie sprechen dabei von „Selbstjustiz", „Skandal" und einer „Bankrotterklärung". Wie gewohnt werden die Tierschützer/innen angegriffen und eine strengere Strafverfolgung dieser gefordert, statt sich mit der Kritik an der Tierhaltung auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu suchen. Diese Strategie verstärkt einmal mehr die Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Tierindustrie.

 

Revision bestätigt Freispruch von Tierschutzfilmer/innen

Tierleid ist gewichtiger Notstand

OLG Naumburg 22.02.2018: In seinem mit Spannung erwarteten Urteil hat das Oberlandesgericht Naumburg heute die Revision der Staatsanwaltschaft Magdeburg gegen den zweifachen Freispruch von drei Rechercheaktivist/innen verworfen, die 2013 heimlich in der Schweinezucht und -mast Sandbeiendorf Videoaufnahmen vom Leid der Tiere angefertigt hatten. Damit ist der Freispruch nun rechtskräftig. In seiner Begründung unterstrich der Vorsitzende Richter, der von den Vorinstanzen erkannte rechtfertigende Notstand habe angesichts untätiger staatlicher Kontrollorgane eindeutig vorgelegen. Das Handeln der Angeklagten, um dem Rechtsgut Tierschutz zur Durchsetzung zu verhelfen, sei vollauf gerechtfertigt gewesen. Die drei Aktivisten hatten die Anlage im Juni und Juli 2013 nachts mit dem Ziel betreten, die Zustände zu veröffentlichen und so den nötigen Druck für eine staatliche Verfolgung aufzubauen.

 
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