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Aktuell

Tierschutzvollzug in Deutschland

sau-gesicht-2 Jahrzehntelanger Rechtsbruch bei der Haltung von Sauen in Kastenständen

12.02.2018: Tierschutz ist in Deutschland im Grundgesetz verankert. Wie die praktische Umsetzung am Widerstand von Politik, Lobby, Justiz und Behörden scheitert, zeigt die aktuelle politische Entwicklung zur Kastenstandhaltung von Zuchtsauen. Seit 30 Jahren ist geregelt, dass es Sauen in Kastenständen möglich sein muss, sich ungehindert und mit ausgestreckten Beinen hinzulegen. Sauenhalter/innen, Kontrollbehörden, Justiz und Politik kümmerte das bisher wenig. Kaum ein Betreiber hält sich an die entsprechende Verordnung. Erst nach jahrelangem öffentlichen Druck, Gerichtsverfahren und Diskussionen schlug Agrarminister Schmidt im August 2017 eine neue Regelung für Kastenstände vor. Diese billigt nicht nur weiterhin illegal enge Käfige. Es sollen auch Übergangszeiten von bis zu 17 Jahren gelten. Am Leid der Tiere würde sich nichts Grundlegendes ändern. Das ZDF-funk-Format Jäger & Sammler und Frontal 21 berichten.

 

Kritik an Nutztierhaltung ernst nehmen

Schluss mit der Kriminalisierung von Tierschützer/innen!

lobby-01-1200 Agrarmedien und Landwirt/innen machen vermehrt Stimmung gegen anerkannte Tierschutzvereine, die Videos aus Tierfabriken veröffentlichen. In den sozialen Medien fallen Worte wie „Verbrecher" oder „Terroristen". Und die Redaktionen stilisieren Recherchen in unverschlossenen Tierhaltungsanlagen zu „Stalleinbrüchen" hoch, um damit eine Assoziation zu kriminellen Handlungen zu schaffen. Tatsächlich jedoch kann das Betreten solcher Anlagen, das juristisch allenfalls als Hausfriedensbruch gilt, in Anbetracht des darin zu erwartenden Tierleids eine notwendige und daher straffreie Nothilfe darstellen – wie das Landgericht Magdeburg erst im Oktober geurteilt hat. Anstatt tierquälerische Praktiken zu verteidigen und die großen gesellschaftlichen Probleme durch die Nutztierindustrie zu leugnen, sollte die Bauernschaft aufhören, Tierschützer/innen zu kriminalisieren, und stattdessen daran mitarbeiten, zukunftsfähige Lösungen zu finden.

 

Stille Post

So entstehen „Fakten"

Schwein Gesicht Immer häufiger wird in Agrarbranchenblättern nicht nur tendenziös sondern diffamierend über Tierrechtsorganisationen berichtet, die Recherche-Videos aus Tierfabriken veröffentlichen. Einer verleumderischen Falschdarstellung, die am 11. September 2017 bei topagrar online erschien, sind wir bis zur Quelle nachgegangen.

 

Die Wahrheit hinter der „heilen" Welt bei Bioland

bioland-schwein-ferkelschutzkorb 31.7.2017: Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlicht heute Videomaterial aus mehreren Bioland-Betrieben. Diese Aufnahmen zeigen ein komplett anderes Bild, als es sich die Verbraucher wünschen und vorstellen. Sauen eingequetscht in Abferkelgittern, Mastschweine auf Spaltenboden mit kleinen Betonausläufen, kahlgepickte Legehennen mit schmerzhaften eitrigen Kloaken und Entzündungen.

 

Grausame Schweinehaltung: NRW-Landwirtschaftsministerin will Tierschutz-Verbandsklagerecht abschaffen

Klage von ARIWA gegen betroffenen Kreis Steinfurt anhängig

schweinemast-tierretter 13.07.2017: Der Tierrechtsverein tierretter.de veröffentlichte gestern bei stern TV grausame Bilder aus einer Schweinemast, die der neuen nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking zuzuordnen ist. Auf den Aufnahmen sind Schweine mit handtellergroßen eitrigen Wunden, Kampf- und Beinverletzungen, fehlendes frisches Trinkwasser und Buchten ohne Beschäftigungsmaterial zu sehen. Auch extreme Ammoniakwerte in der Luft wurden von tieretter.de nachgewiesen, was zu Augenentzündungen, Lungenerkrankungen und Husten führt. Während die Schweine in Schulze Föckings Stall leiden, engagiert sie sich als Landwirtschaftsministerin für die Abschaffung der Tierschutz-Verbandsklage in NRW: zum Nachteil der Tiere und zum alleinigen Nutzen der Tierhalter/innen. Denn die Tierschutz-Verbandsklage ist die einzige Möglichkeit, eine konsequente Umsetzung des Tierschutzgesetzes durchzusetzen und Zustände wie in Schulze Föckings Stall zu ahnden.

 

Totschlagferkel sind lebensfähig

Lebender Beweis im „Land der Tiere"

Pauline Lulu_Land-der_Tiere Aktuelles Videomaterial von schwachen Ferkeln, die brutal erschlagen werden, schockiert diese Woche ganz Deutschland. Dass diese Tötungen gängige Praxis sind, wird schon seit 2013 von Animal Rights Watch (ARIWA) immer wieder aufgedeckt. Zahlreiche deutsche Schweinezuchten töten routinemäßig schwache, aber lebensfähige Ferkel. Die öffentliche Debatte beschränkt sich dabei auf unerlaubte Tötungsmethoden und das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter/innen. Doch der eigentliche Skandal reicht weitaus tiefer: Unter dem Vorwand, sie seien nicht lebensfähig, werden Millionen Ferkel hierzulande Jahr für Jahr aus rein wirtschaftlichen Gründen getötet und entsorgt. Denn die für schwache Ferkel notwendige Handaufzucht ist den Anlagenbetreibern schlicht zu teuer. Dass solche Ferkel aber durchaus gute Überlebenschancen haben, zeigt ein aktuelles Beispiel aus dem Lebenshof „Land der Tiere". Hier werden zwei besonders schwache und kranke Ferkel, die in einer Schweinezucht getötet werden sollten, per Hand aufgezogen. Und das mit Erfolg.

 

Blutig, zerpickt, krank, hungernd

Das ungeahnte Leid der Masthühner-Elterntiere

hahn qu Kranke, kahle Hühner mit großen blutenden Wunden; unzählige tote Tiere; Hähne, die verletzte Hennen immer wieder brutal bespringen – diese Bilder stammen aus fünf Elterntierbetrieben von Europas größtem Anbieter von Masthuhnküken. Elterntiere werden dazu benutzt, Eier zur Mastkükenproduktion zu legen und sind einer bisher kaum thematisierten Mehrfachbelastung ausgesetzt. Hohe Reproduktion bei gleichzeitig unnatürlicher Gewichtszunahme führen zu besonders hohem Tierleid. Spiegel Online und ZDF frontal 21 berichten am 28. März 2017 mit aktuellem Foto- und Videomaterial von Animal Rights Watch.

 

CDU will Tierschutzverbandsklage in NRW abschaffen

Das wäre ein fataler Rückschritt

gesicht 23.01.2017: Seit 2013 existiert in Nordrhein-Westfalen das Tierschutz-Verbandsklagerecht. Neun Tierschutzverbände sind dafür anerkannt. Sie können in tierschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren mitwirken und bei Verstößen gegen das Tierschutzrecht klagen, um die Belange des Tierschutzes in NRW durchzusetzen. Mit einer realitätsfernen Begründung drängt nun die CDU-Fraktion per Gesetzentwurf auf die Aufhebung des Verbandsklage-Gesetzes und agiert damit als Handlanger der Tierproduktionsindustrie. Denn so würde die einzige Möglichkeit, das geltende Tierschutzrecht konsequent umzusetzen, eliminiert.

 
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