Kastenstaende abschaffen
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Kastenstände sind gesetzeswidrig

gesicht MDR Exakt berichtet mit neuem Bildmaterial von ARIWA.

30.03.2016: Animal Rights Watch veröffentlicht neues Videomaterial aus einer Schweinezucht in Sachsen-Anhalt. Die Bilder zeigen Jungsauen, die in illegal schmalen Kastenständen fixiert sind. Einige Tiere waren trotzdem in der Lage, sich darin umzudrehen. Dies verdeutlicht, dass breitere, gesetzeskonforme Kastenstände ihren Zweck für die Schweinezuchtindustrie nicht erfüllen würden. Als logische Konsequenz bleibt nur die Abschaffung der körperengen Käfige.

In der Schweinezucht werden Jungsauen in 60 cm breiten Kastenständen gehalten. Diese erfüllen nicht die Vorgaben der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV), da sie zu schmal sind, als dass sich die Tiere darin ungehindert hinlegen und wieder aufstehen könnten. Im Liegen müssen ihre Beine permanent angezogen werden oder ragen in belegte Nachbarkastenstände. Die Tiere treten und verletzen sich. Einige Jungsauen waren trotz der Enge in der Lage, sich einmalig in dem Metallkäfig umzudrehen. Die Folge für die Tiere: sie kamen nicht mehr an Wasser und Futter und urinierten in den Trog. Gleichzeitig standen in der Anlage bis zu 80 cm breite Kastenstände leer zur Verfügung.

jungsau-umgedreht

Die Aufnahmen verdeutlichen eine Kernproblematik im andauernden Streit um die Breite der Kastenstände. Die Schweinezucht ist auf so schmale Kastenstände angewiesen, dass die Tiere fast bis zur Bewegungsunfähigkeit fixiert werden. Nur dann ist der Ablauf von verschiedenen Arbeitsschritten – wie Rauschigkeitstests, Befruchtung und Trächtigkeitsuntersuchungen – bei minimalen Kosten möglich. Dass dies der TierSchNutztV und dem Tierschutzgesetz widerspricht, wurde bisher von den Kontroll- und Genehmigungsbehörden sowie der Gesetzgebung stillschweigend in Kauf genommen.

zu-enger-kastenstand Im November 2015 entschied das Oberverwaltungsgericht Magdeburg in einem Grundsatzurteil (3 L 386/14), dass die Breite eines Kastenstandes nur dann ausreichend ist, wenn sie mindestens der Höhe (Stockmaß) des Tieres entspricht. Dieses Urteil bestätigt, dass die derzeit gängige Praxis, Kastenstände mit einer Breite von 70 cm oder weniger zu verwenden, gegen geltendes Recht verstößt. Aber abgesehen davon, dass auch breitere Kastenstände unermessliche Qualen für die Tiere bedeuten, würden sie ihren Zweck für die Industrie nicht mehr erfüllen. Die einzig logische Konsequenz ist daher ein vollständiges Verbot der Kastenstandhaltung.

Ob mit oder ohne Kastenstände, die Schweinezucht ist eine tierverachtende Industrie. Als Gesellschaft müssen wir uns ernsthaft fragen, ob wir die systematische Misshandlung von Tieren weiter hinnehmen wollen oder ob wir stattdessen nicht gemeinsam daran arbeiten sollten, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unseren heutigen Werten von Gewaltfreiheit und Gerechtigkeit anzupassen. Die einzige wirksame Alternative, um das flächendeckende Leid der Tiere zu beenden, sieht ARIWA daher in der Förderung pflanzlicher Alternativen und des bio-veganen Landbaus.

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