Pelz-Leiden für Luxus
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Pelz - Leiden für den Luxus

Nerze im Käfig REPORT MAINZ berichtet - Staatsanwaltschaften ermitteln

08.01.2007: Pelz liegt wieder im Trend und die Pelzindustrie wirbt, wie nie zuvor. Doch für die Luxusmode müssen hunderttausende Tiere leiden und sterben. Das zeigen heimlich aufgenommene Bilder aus deutschen Nerzfarmen. In anderen Ländern ist die grausame Haltung längst verboten. Doch hier geht die Quälerei weiter, weil Deutschland sich nicht zu einem Verbot der Pelztierzucht durchringt.

Nerze (Minks) im Käfig auf Nerzfarm - Pelzfarmen REPORT MAINZ zeigt heute um 21:45 Uhr in der ARD brisantes Videomaterial aus deutschen Pelztierfarmen. Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Animal Rights Watch e.V. (ARIWA). Dort liegen aktuelle Aufnahmen aus 11 der knapp 30 deutschen Nerzbatterien vor. Überall das gleiche Bild: Die Nerze vegetieren in winzigen, verdreckten Käfigen, sie sind krank, haben entzündete Augen, viele Tiere sind völlig apathisch, andere drehen sich unaufhörlich im Kreis. Die Pelzlobby versichert hingegen, dass Farmen in Deutschland höchsten Standards genügen und es den Tieren dort gut ginge.

tote, enthäutete Nerze (Minks) im Mülleimer vor Pelzfarm Im Spätherbst ist die sogenannte ’Erntezeit’. Dann werden in Deutschland rund 300.000 Tiere für die Mode getötet. Das Tierschutzgesetz fordert, dass immer ein ’vernünftiger Grund’ zur Tötung vorliegen muss. Dieser definiert sich durch eine mehrheitliche Akzeptanz in der Gesellschaft. Laut einer repräsentativen EMNID-Umfrage aus dem Jahr 2003 sind jedoch 70,4 Prozent der deutschen Bevölkerung gegen Zucht und Tötung von Pelztieren. Animal Rights Watch (seinerzeit noch unter dem Namen "die Tierfreunde") erstattete deshalb bei den jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet Strafanzeigen gegen derzeit betriebene Nerzfarmen wegen Tötung ohne vernünftigen Grund.

Nerze im Käfig auf einer deutschen Pelzfarm Das Deutsche Pelzinstitut in Frankfurt reagierte nervös auf diese Nachricht und gab REPORT MAINZ ein Interview nur unter der Bedingung, dass die Anzeigen von Animal Rights Watch weder im Beitrag noch in der An- oder Abmoderation erwähnt werden. Verschiedene Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland haben unterdessen die Ermittlungen aufgrund der Anzeige von Animal Rights Watch aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Osnabrück ermittelt bereits seit Monaten gegen Nerztierzüchter. Volker Brandt, Staatsanwaltschaft Osnabrück: „Im Tierschutzgesetz ist normiert, dass derjenige, der Tieren länger andauernde erhebliche Leiden zuführt, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden kann und wir versuchen nun zu ermitteln, ob die Haltung der Nerze in diesen Farmen ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt“.

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