Kritik an Nutztierhaltung ernst nehmen
Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Facebook Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Kritik an Nutztierhaltung ernst nehmen

Schluss mit der Kriminalisierung von Tierschützer/innen!

lobby-01-1200 Agrarmedien und Landwirt/innen machen vermehrt Stimmung gegen anerkannte Tierschutzvereine, die Videos aus Tierfabriken veröffentlichen. In den sozialen Medien fallen Worte wie „Verbrecher" oder „Terroristen". Und die Redaktionen stilisieren Recherchen in unverschlossenen Tierhaltungsanlagen zu „Stalleinbrüchen" hoch, um damit eine Assoziation zu kriminellen Handlungen zu schaffen. Tatsächlich jedoch kann das Betreten solcher Anlagen, das juristisch allenfalls als Hausfriedensbruch gilt, in Anbetracht des darin zu erwartenden Tierleids eine notwendige und daher straffreie Nothilfe darstellen – wie das Landgericht Magdeburg erst im Oktober geurteilt hat. Anstatt tierquälerische Praktiken zu verteidigen und die großen gesellschaftlichen Probleme durch die Nutztierindustrie zu leugnen, sollte die Bauernschaft aufhören, Tierschützer/innen zu kriminalisieren, und stattdessen daran mitarbeiten, zukunftsfähige Lösungen zu finden.

10.11.2017: Kaum eine Woche vergeht ohne grausame Bilder aus Tieranlagen in den Medien. Die Kritik an der Tierproduktion wird immer lauter. Dabei wird zunehmend auch das Geschäftsmodell der Tierindustrie grundsätzlich in Frage gestellt. Agrarlobbyverbände, Branchenmedien und viele Landwirte nehmen diese Entwicklung als Bedrohung war. Statt angemessen zu reagieren, werden die Überbringer der negativen Botschaften – Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen – diffamiert und kriminalisiert. Vor wenigen Tagen erst empörte sich topagrar.de darüber, dass die Tierrechtsorganisation Animal Equality auf einer Projekt-Website der DEVK zu Spenden aufrief. Recherche-Filmteams wurden auf der zugehörigen Facebookseite von einzelnen Landwirt/innen als „Verbrecher" oder „Terroristen" bezeichnet.

Kriminalisierung von Tierrechtsvereinen Agrarmedien heizen diese Stimmung noch weiter an. In der Berichterstattung über den Magdeburger Prozess gegen drei Recherche-Filmer/innen wegen Hausfriedensbruchs wurde von fast allen Branchenmedien das Wort „Stalleinbruch" verwendet. Das ist absurd, wenn man bedenkt, dass alle drei Tierschützer/innen frei gesprochen wurden und der Richter das Verhalten der drei Angeklagten ausdrücklich als positiv wertete.

2015-puten-amputierte-schnabelspitze-02 Millionen Rinder, Schweine und Hühner leiden in der Nutztierindustrie. Die landwirtschaftliche Tiernutzung zählt bei allen großen gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit zu den Hauptursachen. Vom Regenwald- und Artensterben über die Schädigung von Wasser und Boden bis hin zum Klimawandel sind die Folgen bereits jetzt zu spüren. Dabei ist das System keineswegs alternativlos. Landwirt/innen können ihr Geld mit der Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen pflanzlichen Lebensmitteln verdienen. Die Politik kann Tierhaltungssubventionen stoppen und den bio-veganen Landbau fördern. Und wir alle können uns lecker und gesund rein pflanzlich ernähren. So können wir gemeinsam an einer Gesellschaft arbeiten, die unseren heutigen moralischen Werten entspricht. Und dabei dem verständlichen Wunsch der Bäuerinnen und Bauern nachkommen, nicht stets aufs Neue Buhmänner der Nation zu sein, sondern die Anerkennung zu bekommen, die sie für unser aller Ernährung eigentlich verdienen.

Mehr zu diesem Thema: