Schweinemast Krämer - PRO7 zeigt neue Skandalbilder
Animal Rights Watch auf Facebook Animal Rights Watch auf Instagram Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Flickr Zum YouTube-Kanal

Aktuell

PRO7 zeigt neue Skandalbilder aus Siegener Schweinemast; Behörden bezeichnen Zustände als "befriedigend"

Schweinemast 06. April 2005: Der Fernsehsender PRO7 strahlt einen siebenminütigen Beitrag zum Thema „Schweinemast" in Siegen aus. In der zweistöckigen Mastanlage leben ca. 400-500 Schweine auf engsten Raum. Eine Undercover Recherche vom Mai 2004 brachte skandalöse Bilder ans Tageslicht. Das alarmierte Veterinäramt stellte damals mehrere Verstöße fest; ein Tier musste sogar aus gesundheitlichen Gründen sofort getötet werden. Aufgrund der erheblichen Mängel wurden dem Mäster diverse Auflagen gemacht. Um diese Auflagen zeitlich umsetzen zu können, gab es Übergangsfristen bis zum 10.06.2004 (lesen Sie hier die Details).

Uns liegen Protokolle der behördlichen Nachkontrollen vor. Demnach wurde bereits bei diesen wenigen Kontrollen mitunter noch bis zum 20.12.2004 erhebliche Missstände festgestellt:

  • Ein krankes „festliegendes“ Tier wurde über 4 Tage lang nicht behandelt
  • Die Fütterung wird als „nicht ausreichend“ erachtet
  • Noch am 20.12.2004 wurden Spaltenböden mit zu großer Spaltenbreite festgestellt
  • Ein sehr stark zerbissenes Tier wurde entdeckt
  • Tiere husten
  • Futterrinnen sind mit Kot verdreckt
  • In den Buchten wurden teilweise massive Verunreinigungen mit Kot vorgefunden
  • Das Stallklima wird bei feuchtkalter Witterung als „fraglich“ eingestuft
  • Der Schweinemäster selbst schätzt seine „Verlustrate“ (Todesfälle) auf 3-4% ein

Schweinemast Das Veterinäramt stuft trotz dieser Erkenntnisse die Zustände in einem Bericht vom 20.12.2004 als [Zitat] „befriedigend“ ein und sieht [Zitat] „keine Hinweise auf eine nicht tierschutzgerechte Haltung“!

Das Filmmaterial wurde von PRO7 im April 2005 ausgestrahlt. Am Drehtag wurde der Schweinemäster im Betrieb angetroffen. Er kommentierte: „Ich habe einen vorbildlichen Betrieb“. Die Zustände in der Anlage werden also als „vorbildlich“ und von den Behörden als „befriedigend“ eingestuft und man sieht „keine Hinweise auf eine nicht tierschutzgerechte Haltung“. Ein unerträglicher Zustand, den wir nicht hinnehmen werden. Weitere rechtliche Schritte auch gegen Behörden sind eingeleitet.

Mehr zum Thema: