Tierwohllabel
Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Facebook Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Sag Nein zu Milch

Tierschutzbund macht gemeinsame Sache mit Deutschlands Tierschlächtern

demoschwein Vorwürfe an Tierschutzbund werden laut

Göttingen / Siegen, 01. Juli 2011: Gestern stellten Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes gemeinsam mit Europas Schlachtgiganten VION und anderen Beteiligten in Göttingen im Rahmen einer Pressekonferenz ein neues Siegel namens „Tierwohl-Label“ vor. Der Tierschutzbund will anhand eines mit Fleischkonzernen ausgearbeiteten Tierhaltungs-Regelwerkes Betriebe mit diesem „Gütesiegel“ auszeichnen. Tierfreunde laufen nun Sturm und bezeichnen die Aktion als tierfeindlich.

Jürgen Foß ist Vorsitzender von Animal Rights Watch (ARIWA) und war zuvor viele Jahre Geschäftsführer eines Tierschutzbund-Tierheimes, bis man sich dort wegen der Frage nach der ethischen Vertretbarkeit  des Fleischkonsums überwarf. Seiner Ansicht nach ist es für Tierschützer verwerflich, für den Konsum von Fleisch zu werben. Er meint: „Tiere töten und Tiere schützen ist ein Widerspruch in sich. Einem Tier das Wertvollste was es besitzt zu nehmen, nämlich sein Leben, hat mit Tierschutz rein gar nichts zu tun. Erst recht nicht in den grausamen Schlachthäusern.“  Heute sei es laut Foß für jedermann ein Leichtes, sich fleischlos zu ernähren und obendrein noch gesund. Solange aber der größte deutsche Tierschutzverband weiter für Fleisch wirbt, würde sich diese Ansicht nur schwer durchsetzen. Unhaltbar findet Foß, dass der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, zeitgleich Vorstandsvorsitzender der Marke „Neuland-Fleisch“ ist.

schlachthof Zudem sei die Haltung auch nach dem Regelwerk  des „Tierwohl-Labels“ alles andere als angenehm für die Tiere. „Wer nun glaubt, die Tiere stünden auf der grünen Wiese, ist der Verbrauchertäuschung auf den Leim gegangen“, meint der Veganer Foß. Es sei nichts weiter als eine industrielle Tierhaltung mit ein paar Schönheitskorrekturen. Die ureigenste Intension der Fleischkonzerne ist bekanntermaßen nun tatsächlich nicht der Schutz von Tieren, sondern neue Märkte zu erschließen. In diesem Fall bei Menschen, die bisher aus Tierschutzgründen kein oder wenig Fleisch gegessen haben. „Beim Tierwohl-Label fühlen sich nur zwei wohl“, meint Foß. „Nämlich der Fleischerzeuger, der durch das Siegel seinen Umsatz steigert und der fleischessende Haustierschützer, der seinen eigenen Konsum legitimieren möchte“.

Foß verweist weiter auf die globalen Folgen des Fleischkonsums. Wegen dem westlichen Luxusgut Fleisch verhungern täglich Menschen in der Dritten Welt. Für die Herstellung von einem Kg Fleisch sind im Schnitt 7 Kg Getreide als Tierfutter notwendig. Neben dieser Lebensmittelverschwendung ist die Erzeugung von Fleisch auch einer der größten Treibhausgaserzeuger, Landvernichter und Trinkwasserverschwender. Animal Rights Watch deckt immer wieder die Zustände in der Tierindustrie  - auch in angeblich artgerechten Haltungen - auf und stellt Interessierten unter www.vegan-buddy.de deutschlandweit nahezu 300 Kontakte zu Vegan-Buddys zur Verfügung.

Mehr zu diesem Thema: