Leiden im Verborgenen
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Aktuell

Leiden im Verborgenen - Tierschutzfälle melden!

img 3429 Ob Haustiere oder landwirtschaftliche „Nutztiere“: oft leiden Tiere im Verborgenen unter massiver Vernachlässigung, weggesperrt, knietief im Kot stehend, in dunklen Löchern lebend, mangelhaft versorgt. Die Gefahr, dass niemand dies bemerkt und mögliche Hilfe für die Tiere zu spät kommt, ist groß: nicht nur in der geschützten Privatsphäre der Wohnungen von Tierhaltern, sondern insbesondere auch in landwirtschaftlichen Tierhaltungen.

Exemplarisch für eine Vielzahl von Meldungen, welche Animal Rights Watch bearbeitet, sind 2 Fälle aus dem landwirtschaftlichen Bereich von Januar 2010. Ohne die Meldungen zweier besorgter Bürgerinnen, welche Animal Rights Watch um Hilfe baten, wären auch diese beiden erschreckenden Fälle nicht ans Tageslicht gekommen, die den Alltag in der industriellen Tierhaltung widerspiegeln und keineswegs Einzelfälle sind.


Fall 1: Rinder in einer Scheune in Kreuztal (Siegerland)

029 Eine Scheune, allerlei landwirtschaftliches Gerümpel auf dem Grundstück, ein Hund, der aus der Scheune bellt, aber noch nie gesehen wurde. Das Gebäude rundherum zu, lediglich ein Riss in einer Plane, die ein vergittertes kleines Fenster abdeckt, lässt einen Blick ins Innere zu. In Dunkelheit stehen etwa 40 Rinder – teilweise bis zum Bauch in ihrem Kot.

 

032 Ein Hirtenhund läuft in den Stallgängen herum. Die hinzu gerufene Polizei kann den Tierhalter ermitteln, gemeinsam mit der Polizei begehen wir den Stall. Der „Landwirt“ ist ohne jedes schlechte Gewissen: aufgrund mangelnder Mistausbringungsmöglichkeiten und Lagerkapazitäten könne er eben im Winter nicht ausmisten. Es ist davon auszugehen, dass die Tiere ohne unser Einschreiten und die daraus resultierende polizeiliche „Ausmistanordnung“ dort noch über Wochen oder Monate in immer größeren Kotmengen gestanden hätten.


Fall 2: Rinder in einem Stall in Schmallenberg (Sauerland)

img 3405 Ein baufälliger alter Stall in der Ortsmitte eines kleinen Dorfes. Die knapp 20 Tiere stehen im Dunklen im Dreck, der Ernährungszustand ist teils schlecht, zum Teil sind sie mit Ketten angebunden, zur Bewegungslosigkeit verdammt, die Kettenhaltung hat körperliche und seelische Schäden hinterlassen.

 

img 3415 Nach dem Besuch des Stalls wurde der in der Nähe wohnende Besitzer von uns zur Rede gestellt. Sein Wohnhaus ein Exemplar der gehobenen Klasse, die Autos vorm Haus ebenso, ein neuer großer Kuhstall, zur Hälfte belegt, die andere Seite „Abstellraum“ für landwirtschaftliches Gerät. Dass seine Rinder in der Ruine im Dorf ein jämmerliches Dasein fristen, passt so gar nicht zum dem äußeren Schein. Da seine Auskunft, er werde die Rinder aus der Stallruine in absehbarer Zeit in seinem neuen Kuhstall unterbringen, einen Tierarzt rufen und die Tiere besser versorgen, wenig glaubhaft ist, wurde dieser Fall an das zuständige Veterinäramt gemeldet.

Natürlich ist es keine Lösung hinsichtlich der täglichen Ungerechtigkeit Tieren gegenüber, wenn lediglich die geltenden Rechtsvorschriften erfüllt werden. Es gibt keine tiergerechte Haltungsvorschrift, da einsperren nie tiergerecht sein kann. Auch der Zweck im landwirtschaftlichen Bereich, Tiere zu halten um sie zu schlachten oder anderswie auszubeuten, ist indiskutabel. Dennoch macht es Sinn zumindest die bestehenden Rechtsvorschriften zu nutzen, um das Leid der Tiere zu mindern. Insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich sind Verstöße gegen diese Rechtsvorschriften eher Normalität als Ausnahme und auch deren Veröffentlichung notwendig, um die Menschen über den qualvollen Alltag der „Nutztiere“ zu informieren. Schauen Sie hin, haben Sie Mitgefühl und melden Sie sich bei uns, wenn Ihnen ähnliche Zustände in Tierhaltungen bekannt sind (Kontakt).

Helfen Sie uns dabei diese Zustände immer wieder ans Tageslicht
zu bringen und unterstützen Sie uns durch eine Fördermitgliedschaft.

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