Protest am Kuhstall
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Aktuell

Protest am Kuhstall

aktion 009 Veterinärämter schlafen und Kontrollen versagen.

15. April 2010: Zehn Aktivisten der Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch e.V. (vormals "die Tierfreunde e.V.") haben am 15.04.2010 einen Milchkuhbetrieb im Landkreis Wesermarsch „besetzt“.

 

aktion 002 Mit dieser Aktion wollte die Organisation auf die eklatanten Missstände vor Ort aufmerksam machen und insbesondere die systematischen Mängel bei Kontrollen und Überwachung solcher Betriebe durch die zuständige Veterinärbehörde im betroffenen Landkreis und den Veterinärbehörden im Allgemeinen aufzeigen. NDR „Niedersachsen 19:30“ und RTL-Regional begleiteten die Aktion von Animal Rights Watch und strahlen die Bilder aus den Ställen aus.

weserm bild8 Auslöser der Protestaktion waren aktuelle Filmaufnahmen aus zwei landwirtschaftlichen Betrieben aus dem Landkreis Wesermarsch, die in der Vergangenheit mehrfach von verschiedener Seite angezeigt wurden. Auf den Videos, die dem Verein Animal Rights Watch vorliegen, sind tote, kranke und verletzte Tiere zu sehen. Dem gegenüber steht die Aussage von Dr. Hans Dieter Gahren, Chef vom Veterinäramt Brake, der noch am Tag der Aktion den Milchkuhbetrieb begutachtete, jedoch weder gravierende Mängel feststellte noch akuten Handlungsbedarf sah.

Kuh im Stall Dazu Tom Starck von Animal Rights Watch: „Das Leid der Tiere in diesem Stall ist für jeden Außenstehenden sofort sichtbar. Wir sprechen hier von Tieren, die in ihren eigenen Exkrementen stehen, von einem Stall, der mit 20% überbelegt ist, in dem Spaltenböden kaputt sind und wo katastrophale hygienische Bedingungen herrschen. Die Tiere sind dauerhaft gesundheitsgefährdenden Faktoren ausgesetzt, die immer wieder zu Todesfällen führen können.“

Kalb Der Milchkuhstall ist einer von zwei Betrieben in einem Landkreis, in denen skandalöse Zustände vorherrschen, die den Behörden seit längerem bekannt sind. Im aktuellen Fall wirft  Animal Rights Watch dem zuständigen Veterinäramt Brake vor, leicht umzusetzende Maßnahmen zur Verbesserung der Tierhaltung nicht sofort in die Wege geleitet zu haben. Tom Starck von Animal Rights Watch meint: “Ein Paradebeispiel für ein wirkungsloses System zum vermeintlichen Schutz von Tieren. Es kann nicht angehen, dass ein Tierhalter, der mehrfach angezeigt wurde und nach Angaben des Veterinäramtes unter „enger Überwachung“ steht, über Monate hinweg nicht mehr kontrolliert wird.

Kuh liegt im Kot Der Verein will nun Konsequenzen ziehen und großflächig dokumentieren, welche Auswirkungen Kontrollen von Veterinärbehörden generell auf die betroffenen Tiere haben, damit der Verbraucher sich selbst ein Bild von den Zuständen in deutschen Milchkuhställen machen kann. Dazu wurden eigens „Meldestellen für auffällige landwirtschaftliche Betriebe“ eingerichtet, bei der jeder Bürger anrufen kann, der eine auffällige Kuh-, Hühner- oder Schweinehaltung bemerkt. Die Meldestelle für Norddeutschland ist unter der Telefonnummer 0170-308 2751 erreichbar, für West-, Ost- und Süddeutschland unter 0271-3177680.

30.04.2010: Einige Tage nach der Protestaktion vor dem Milchkuhstall fand auf Anfrage von Animal Rights Watch ein Gespräch mit dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Jade Weser statt, der übergeordnet für das Veterinäramt Brake zuständig ist. Er konnte glaubhafte Zusicherungen machen, dass zukünftig Anzeigen durch Animal Rights Watch mit der notwendigen Konsequenz verfolgt werden. Weiter räumte der Geschäftsführer ein, mit den negativen Aussagen über die Organisation Animal Rights Watch im ersten Moment überreagiert zu haben. Durch diese Aufgeschlossenheit und einer optimistischen Aussicht für die Zukunft, sieht der Verein vorerst von weiteren Beschwerden und Anzeigen gegen Mitarbeiter des Verterinäramtes Brake ab.

Auf dem Hof hat sich nach der Protestaktion einiges getan. Es wurde vermehrt Gülle abgefahren, der Siloplatz wurde aufgeräumt und 10 Bullen wurden verkauft. Auch ein Besuch des Veterinäramtes Brake soll stattgefunden haben. „Wir gehen davon aus, dass seitens der Veterinärbehörde jetzt alle Möglichkeiten direkt ausgeschöpft werden, um die Rinderhaltung zu verbessern“ sagt Tom Starck von Animal Rights Watch. "Wir werden trotzdem weiterhin ein Auge darauf haben. Da jedoch selbst bei Einhaltung gesetzlicher Vorgaben Milchproduktion immer mit Leiden für die Milchkühe verbunden ist, empfehlen wir lieber gleich, auf tierfreundliche Produkte umzusteigen", rät Starck abschließend.

Das können Sie tun, um den Kühen zu helfen: Verzichten auch Sie auf Milchprodukte und Rindfleisch (unter v-heft.de finden Sie Alternativen zu Milchprodukten und Fleisch) und unterstützen Sie unsere Arbeit. Durch die Aktion in der Wesermarsch kam tatsächlich Bewegung in die Sache, so dass sich die dortigen Zustände – hoffentlich nicht nur vorübergehend – zugunsten der Tiere geändert haben.

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