Erneut katastrophale Zustände bei Bio-Hennenhaltung
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Erneut katastrophale Zustände bei Bio-Hennenhaltung

biolegehenne okt 2012 Bio-Eierproduktion fernab von Öko-Idylle ein Fall für die Staatsanwaltschaft

ARD FAKT berichtete am 27.11.2012 über katastrophale Zustände in einer Bio-Legehennenanlage eines großen Bioeikonzerns in Niedersachsen. Die ausgestrahlten Bilder stammen aus den Stallungen des Konzerngeschäftsführers und wurden von Animal Rights Watch (ARIWA) zur Verfügung gestellt (seinerzeit noch unter dem damaligen Vereinsnamen „die Tierfreunde"). Solche Bedingungen, wie auf den Aufnahmen zu sehen, sind in der wachsenden Biobranche keine Ausnahme. Bereits Anfang September berichtete ARD Exclusiv über die Zustände in Bio-Legehennenbetrieben eines anderen großen Bioeierproduzenten. Auch hier ähnliche Zustände.

Der betroffene Konzern gibt an, in einer Herde des gezeigten Betriebes wären die Hühner an einer Rotlaufinfektion erkrankt gewesen und seit 29.9. behandelt worden. Die gezeigten Zustände wurden am 26.10. allerdings nicht nur in einer Herde, sondern in zwei von drei Stallungen – bei etwa 20.000 von 30.000 Hennen - vor Ort dokumentiert. Die Tiere wurden einen Monat später geschlachtet und waren für die Lebensmittelgewinnung vorgesehen. Jetzt, nach der Veröffentlichung des Bildmaterials, gibt der Konzern an, die Tiere seien Aufgrund ihrer Erkrankung „notgeschlachtet" worden und „ ... werden nicht mehr in den Verkehr gebracht". Es ist davon auszugehen, dass die Ende Oktober geschlachteten Tiere bereits vermarktet wurden. Von einer Rotlaufinfektion und Notschlachtung hätte das Veterinäramt informiert sein müssen. Rotlauf ist eine Zoonose, hoch anstechend und auf andere Tiere und Menschen übertragbar. „Wir wussten nichts von der Infektion, sagt der Leiter des zuständigen Veterinäramts", so der Weser-Kurier vom 29.11.2012.

Filmrohmaterial aus dem Stall in Niedersachsen

Aufgrund der Vielzahl von Ungereimtheiten ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Die Frage nach dem Verbleib der geschlachteten Hennen wird ebenso geklärt werden müssen wie die Glaubwürdigkeit der Rotlaufinfektion als Ursache für den verheerenden Zustand der Tiemann-Legehennen. Falls Tiere tatsächlich tierärztlich behandelt wurden (Rotlauf ist mit Antibiotikagabe zu behandeln) hätten Eier und Hühner nicht nur wegen der Infektion selbst, sondern auch aufgrund von Wartezeiten nicht vermarktet werden dürfen.

Biowahrheit

Unter Biowahrheit.de haben wir viele Informationen zur Biotierhaltung zusammen gestellt.

Das Problem der mit der Eiproduktion verbundenen Qualen für die Tiere ist auch in der Biobranche systematisch – selbst wenn keine dramatischen bakteriellen oder virologischen Infektionen oder Parasitosen in den Ställen vorliegen. Es ist nicht möglich, den Bedarf nach Bioeiern oder Eiern im Allgemeinen halbwegs zu decken, ohne dafür Tiere zu quälen. Kleinstrukturierte Betriebe haben auf das Gros der Bioeierproduktion einen vernachlässigbar geringen Einfluss. Auch in den Kleinbetrieben werden die Tiere getötet, sobald nach etwa einem Jahr die Legeleistung nachlässt. Die männlichen Geschwister der Legehennen werden am ersten Lebenstag vergast oder zerschreddert, weil sie wirtschaftlich nicht nutzbar sind. Unabhängig von der Betriebsgröße werden hochgezüchtete Tiere genutzt, welche nahezu jeden Tag ein Ei legen, obwohl bei einem „normalen Huhn" 1 bis 2 Gelege pro Jahr üblich wären. Bleibt der Konsum, dann werden die Verbraucher auch mit gequälten Tieren leben müssen.

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