Kommentar zu Frontal21 vom 12.02.2013
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Harte Prüfung für Otto Normal am Dienstagabend im ZDF

Kastenstand Am 12.02.2013 berichtete ZDF Frontal 21 über die Missachtung von Tierschutzgesetzen in der Schweinezucht. Das Ende des Beitrags war jedoch unbefriedigend und sogar sachlich teilweise falsch. Als Alternative zur im Beitrag kritisierten Schweinezucht wurde die zertifizierte Schweinemast von VION und dem Deutschen Tierschutzbund dargestellt und dem Verbraucher im Beitrag dargelegt, er habe beim Einkauf die Wahl. Verschwiegen wurde dabei insbesondere, dass diese Tiere, die vom Tierschutzbund zertifiziert gemästet werden, aus eben genau solchen Zuchtanlagen stammen können, die im gleichen Beitrag kritisiert wurden. Der Kriterienkatalog des Tierschutzbundes verbietet die Fixierung im Kastenstand nicht. Zudem wurde zuvor die Schweinezucht thematisiert und dann ein Schweinemastbetrieb als Alternative gezeigt - ein Mastbetrieb kann aber keine Alternative zu einem Zuchtbetrieb sein. Ein in sich inkonsistente Berichterstattung. Frontal21 reagierte auf die verschiedenen Reaktionen zum Beitrag in der nächsten Sendung in einem "Nachgehakt" (hier geht's zum Nachgehakt-Beitrag von Frontal21).

Mehr zum gesamten ZDF-Fernsehabend in unserem Kommentar:

Kommentar: Harte Prüfung für Otto Normal am Dienstagabend im ZDF

Erst die Frage, ob „Billig-Bio“ besser ist als konventionelle Ware – wobei man sich zu Recht gefragt hat, wo denn jetzt der Unterschied zwischen Billig-Bio und Teuer-Bio (?) ist, der ja nicht existiert. Mit Bildern von Bioschweinen, die wenn sie Hunde gewesen wären, die Nation aufschreien würde in Anbetracht der kleinen Zwinger, in denen die Tiere – und das auch nur zum Teil – Frischluft genießen dürfen. Luft und Stroh macht noch kein Glück.

Und dann: Frontal 21, Thema: Deutschland setzt die Tierschutzvorgaben zur Schweinehaltung nicht um. Bilder von armen Schweinen, eingekerkerte Zuchtsauen, tote Ferkel. Tierschutz in Deutschland? Nicht vorhanden, auch wenn sich einer der Top-Schweineerzeuger des Landes - „Top“ in Sachen Größe, Profit und Tierquälerei und Rechtsverstößen – breit positioniert und zwischen dem Elend „sich wohlfühlende Tiere“ beschreibt. Nicht genug des Elends: der Herr Becker, Schweinemäster im Zeichen des Tierschutzlabels, entnimmt gnädig ein Händchen Stroh für seine Schweine. Fürs Tierwohl.

Eine Woche ist es her, dass die Bilder seiner – Entschuldigung – zugeschissenen Schweine Menschen zu Tränen rührten. Unermessliches Tierleid, verkauft als „Tierschutz“, drüber das Händchen des Tierschutzbundes. „Tierschutzfleisch“, welches von eben den Müttern stammt, welche mindestens ihr halbes Leben eingepfercht in den Zuchtanlagen stehen. Ohne Möglichkeit, sich auch nur umzudrehen. Kontakt zu den eigenen Kindern aufzunehmen. Ein fröhlicher Herr von Vion, Deutschlands Schlachtgigantem, Labelinhaber, adrett positioniert zwischen den Leichen, freut sich. Hat der dämliche Verbraucher das bekommen, was er will: gutes Gewissen beim Fleischkonsum.

Nein, Danke.

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