Betrug mit Rassewelpen
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WDR - Betrug mit WelpenBetrug mit Rassewelpen:

Wenn der Traum vom Hund zum Alptraum wird

Die einschlägigen Online-Kleinanzeigenportale bieten eine schier endlose Auswahl von Welpen der modernen und beliebtesten Rassen. Doch der Traum vom Hund kann schnell zum Alptraum werden: Nach Schätzungen von Animal Rights Watch sind über 90% dieser Anzeigen unseriös und stammen nicht wie sie vermuten lassen von „Hobby- oder Liebhaberzüchtern“, sondern tatsächlich von kommerziellen Hundehändlern und Massenvermehrern. Eine besonders miese Masche, auf die Welpenkäufer reihenweise hereinfallen.

„Bildschöne Welpen aus bester Verpaarung, liebevoll in der Familie in Haus und Garten mit Kindern aufgezogen, haben nun ihre Köfferchen gepackt und sind bereit für den Auszug. Selbstverständlich haben sie wie es sich für seriöse Züchter gehört einen Impfpass und einen Chip und sind bestens geprägt. Die Eltern sind natürlich vorzeigbar, HD- und ED-frei und mehrfach prämiert. Rufen Sie an und vereinbaren einen Besichtigungstermin, E-Mails und SMS werden nicht beantwortet.“

retriever „Hinter derart „vielversprechender Werbung“, wie man sie zuhauf in den Internet-Kleinanzeigenmärkten findet, stecken oftmals skrupellose Hundehändler, Massenzüchter und Vermehrer aus dem In- und Ausland. Solche, von denen echte Hundefreunde niemals einen Hund kaufen wollten. Sie sind nicht daran zu erkennen, dass sie z.B. „Welpen frei Haus liefern“ oder sich zwecks Übergabe auf einem Parkplatz treffen wollen. Auch nicht an extrem günstigen Preisen.“, warnt Tanja Günther von Animal Rights Watch, die in den vergangenen Jahren mit Hunderten von Welpenkäufern gesprochen hat, die sich von Hundehändlern betrogen fühlen.

Ihrer Schilderung nach kommen solche Händler „seriös“ daher, bieten Interessenten oft freundlich an, die Kunden an einem Treffpunkt abzuholen, „weil das Navi die Adresse nicht kennt“, führen sie in ein hübsches Anwesen, präsentieren zwei vorbereitete Welpen zur Auswahl, die man passend für die Käufer aus Keller, Schuppen, Stall oder Zwinger geholt hat – was die Käufer allerdings weder sehen noch ahnen. „Die beiden letzten“, die man doch eigentlich gar nicht verkaufen wollte, weil sie viel zu wertvoll seien und man sie ursprünglich selbst für die Zucht behalten wolle. Die Mutter des Hundes ist „zufällig“ „grade mit dem Sohn spazieren“, der Vater angeblich „zum Decken“ oder „auf einer Ausstellung“ unterwegs.

beagle „Viele Hundekäufer lassen sich leider bereitwillig betrügen“, so Tanja Günther. „Den Preis dafür zahlen nicht nur sie, sondern vor allem die oftmals kranken Hunde und die Zuchthündinnen, die ein leidvolles Leben als Produktionsmaschinen verbringen.“ Wenn Käufer Glück haben, würden sie nur über die Herkunft ihres neuen Familienmitgliedes betrogen, an dem skrupellose Hundehändler viel Geld verdient haben. Auch verflohte, verwurmte, vermilbte und verhaltensgestörte Hunde seien oftmals dann noch der „Glücksfall“: Viele dieser Hunde leiden unter blutigen Durchfällen durch massiven Befall mit einzelligen Parasiten oder anderen schweren Erkrankungen, die auch ansteckend für Menschen sind, an genetisch bedingten Erkrankungen wie HD, ED, Herzerkrankungen, zuchtbedingten Defiziten wie eingeschränkter Atmungsfähigkeit und den typischen „Kinderkrankheiten“ aus Massenzuchten, die in Deutschland lange als besiegt galten. Staupe, Parvovirose und andere Krankheiten können nicht nur schnell einen vierstelligen Betrag an Tierarztkosten verursachen, sondern vor allem tödlich sein.

Die Animal Rights Watch vorliegenden Erfahrungsberichte zeigen, dass Hundekäufer nicht auf Rückzahlung des Kaufpreises oder Tierarztkostenerstattung durch die Verkäufer hoffen brauchen, falls sie einen kranken Hund erwerben oder der Hund sogar kurz nach dem Kauf stirbt. Solche Fälle endeten in der Praxis oftmals so, dass die Käufer selbst bei gewonnen Zivilverfahren gegen die Verkäufer leer ausgehen, z.B. weil diese sich als „nicht zahlungsfähig“ erklärt haben.

Gegen Hundehändler und Massenvermehrung gibt es für Tanja Günther nur ein wirksames Mittel: „Wer einen Hund in seine Familie aufnehmen möchte, sollte äußerst kritisch sein. Lassen Sie niemanden am Leid der Hunde verdienen, unterstützen Sie auch nicht durch „Mitleidskäufe“ das miese Geschäft mit der Ware Hund. Geben Sie Hundehändlern keine Chance und adoptieren einen heimatlosen Hund, statt einen für den Verkauf produzierten Welpen zu erwerben.“

WDR - Betrug mit Welpen

Sollten Sie überlegen, einen Hund in Ihre Familie aufzunehmen, informieren Sie sich bitte vorher gründlich und lesen Sie hier wichtige Informationen zum Leben mit Hunden.

Anmerkung: Auch wenn wir an dieser Stelle zwischen "seriösen Züchtern" und "unseriösen Hundevermehrern/Hundehändlern" unterscheiden, möchten wir damit nicht irgendeine Form der Zucht unterstützen: Wenn Sie also einen Hund bei sich aufnehmen möchten, dann bitte einen Hund aus einem Tierheim und nicht vom Züchter.