Straathof-Betrieb in Gladau schließt
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Aus für eine der größten Schweineanlagen Deutschlands:

Straathof-Betrieb in Gladau schließt

Gladau Schwein Die Aufdeckungen von Animal Rights Watch in den Schweineställen von „Schweinebaron“ Adrian Straathof erschütterten mehrfach Millionen Fernsehzuschauer zutiefst: Totgeschlagene Ferkel, Nichteinhaltung der geringen Tierschutzvorgaben, massive zehntausendfache Tierquälerei. Im November 2014 griffen endlich die Behörden in Sachsen-Anhalt, wo Straathof in Gladau eine Zuchtanlage mit ca. 70.000 Schweinen betreibt, konsequent durch und verhängten ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot. Im Januar ordnete die zuständige Behörde Jerichower Land eine Betriebsschließung der Straathof-Anlage in Gladau bis Ende August 2015 an. Jetzt steht fest: Straathof, einer der größten Schweinezüchter Europas, gibt die Anlage in Gladau tatsächlich auf. Den Mitarbeitern sei bereits gekündigt worden.

Gladau „Wir fordern nun von den Behörden in den anderen Bundesländern, wo Straathof-Betriebe ansässig sind, ein ebenso konsequentes Vorgehen. Dass selbst hohe Strafzahlungen ihn nicht von illegalen Praktiken abhalten, hat er bereits hinlänglich bewiesen“, so Pressesprecherin Sandra Franz von Animal Rights Watch (ARIWA). In Mecklenburg-Vorpommern, wo die Straathof-Holding derzeit drei Anlagen betreibt, drohen aktuell Strafzahlungen von 1500; Euro täglich je Anlage, weil die zur Sicherung des Tierschutzes verhängten Behördenauflagen bislang nicht umgesetzt wurden. Die Geschäftsführung musste Straathof aufgrund seines Schweinehaltungsverbotes zwar abgeben. Dass sich nun die Bedingungen in den Anlagen grundlegend ändern, darf bezweifelt werden: Die Geschäftsführung in den MV-Betrieben hat Straathofs Sohn Martin übernommen.

Gladau Leichencontainer „Die Aufgabe der Anlage in Gladau zeigt, dass Standorte, an denen Behörden tatsächlich bei Missständen einschreiten, für jemanden wie Straathof absolut uninteressant sind“, so die Pressesprecherin von ARIWA. Behörden müssten unabhängig von der Betriebsgröße und dem Betreiber ihre rechtlichen Spielräume nutzen. Dass nur wenige das tun, zeige nicht nur der Fall Straathof. In manchen Kreisen dokumentierten Kontrollbehörden bei 50% der besuchten Schweinebetriebe Missstände, die bei den betroffenen Tieren zu erheblichen Leiden, Schmerzen und Schäden führten. Zu Tierhaltungsverboten und Betriebsschließungen käme es hingegen selbst bei „Unbelehrbarkeit“ der Betreiber fast nie. Würden die Behörden schärfer sanktionieren, dürften sich die Betriebs- und Tierzahlen deutlich verringern.

Die gesetzlich legitimierte Tierquälerei in kommerziellen Haltungen – egal welcher Größe - ließe sich so allerdings nicht mindern. Animal Rights Watch empfiehlt daher einen Komplettausstiegt aus der Tierhaltung und die Förderung pflanzlicher Alternativen. Mit dem „V-Heft“ bietet die Organisation seit 10 Jahren tierisch gute Gründe für eine vegane Lebensweise und Tipps für die Praxis. Persönliche, praktische Hilfe können an einer veganen Lebensweise Interessierte bei ARIWA bekommen: Dafür stehen Hunderte ehrenamtlicher Vegan Buddys bereit.

Schwein in Mastanlage

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