Und wieder massives Tierleid in riesiger Schweinefabrik
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Und wieder massives Tierleid in riesiger Schweinefabrik

Eber 05.03.2015: Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlicht neues Videomaterial, das qualvolle Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV) in einer riesigen kombinierten Schweinezucht und -mast in Sachsen-Anhalt dokumentiert. Mit fast 40.000 Schweinen gehört die Anlage zu den größten Deutschlands. Die Tiere dort leiden in einer Weise, die wir Menschen uns kaum vorstellen können.

 

Wie in anderen dokumentierten Fällen werden auch in dieser Anlage die Sauen wochenlang bewegungslos in so kleinen Kastenständen fixiert, dass sie im Liegen nicht einmal ihre Beine ausstrecken können. Kastenstände weisen flächendeckend kein Trinkwasser für die durstigen Tiere auf. Eber werden gesetzeswidrig in körperenge Käfige gesperrt. An einigen Kastenständen können Kot und Urin nicht ablaufen, so dass sich die reinlichen Sauen mit ihren eigenen Exkrementen beschmieren müssen. kastenstand-kot-und-urin-laufen-nicht-ab Eine Jungsauenhalle ist rund um die Uhr neonhell erleuchtet – eine Methode, die bei Menschen zur Folter eingesetzt wird. Wie in so vielen anderen Anlagen auch häufen sich die Ordnungsverstöße hier derart, dass sich daraus Straftaten gegen das Tierschutzgesetz ergeben. Diese könnten problemlos mit einem Entzug der Tierhaltungserlaubnis oder gar mit Freiheitsstrafe bestraft werden.

Verordnungslücke bedeutet zusätzliche Qual für Jungsauen

jungsauen-in-kastenstand Darüber hinaus illustriert die Anlage auch die unzähligen ganz legalen Tierquälereien in der deutschen Nutztierhaltung. Ein Beispiel: Jungsauen, die noch nicht alt genug für eine wirtschaftlich lohnende Besamung sind, dürfen völlig legal auf unbegrenzte Zeit, ohne Möglichkeit sich zu bewegen, in Kastenständen fixiert werden. Denn die TierSchNutztV schreibt zwar vor, dass Sauen nach der Besamung maximal 28 Tage im Kastenstand stehen dürfen. Für unbesamte Sauen aber regelt die Verordnung diesen Punkt nicht. Das betrifft Jungsauen ebenso wie kranke Sauen oder solche, die im Kastenstand trotz Besamung nicht schwanger werden oder ihre Föten innerhalb der ersten vier Wochen wieder verlieren. All diese sensiblen Tiere dürfen nach Belieben des Tierhalters unbegrenzt im Kastenstand eingesperrt werden. Jungsauenhalle Die Bilder aus der Anlage zeigen eine große Halle voller Jungsauen, die schon seit Monaten auf diese Weise bewegungslos fixiert sein könnten. Hier bestätigt sich, dass Gesetzeslücken von Tierhaltern ausgenutzt werden, sobald ein wirtschaftliches Interesse dahintersteht. Auch wenn es unfassbares Leid für die Tiere bedeutet.

Grausame Zustände werden in der deutschen Schweinehaltung regelmäßig angetroffen. Trotzdem wird jeder Betrieb, in dem TierschützerInnen dieses systematische Tierleid filmen, als „extremer Einzelfall" heruntergespielt. Animal Rights Watch hält das Entstehen grausamer Zustände für unvermeidlich, solange Tiere in unserer Gesellschaft als Ware und Produktionsmittel gelten. Aus diesem Grund kann das einzig wirksame Mittel gegen Tierquälerei nur der Ausstieg aus der Nutztierhaltung und die Förderung pflanzlicher Alternativen und des bioveganen Landbaus sein.

Schwein in Mastanlage

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