Behörden stellen Tierleid in riesiger Schweinefabrik erst nach Rechercheveröffentlichung fest
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Routinekontrollen versagen - massives Tierleid nun bestätigt

Sau im Kastenstand 23.04.2015: Animal Rights Watch (ARIWA) dokumentierte Anfang März 2015 zahlreiche qualvolle tierschutzrechtliche Verstöße in einer riesigen Schweinezucht und -mast in Sachsen-Anhalt. Wie nun bekannt wurde, wurden alle von ARIWA festgestellten Rechtsverstöße bei einer anschließenden unangemeldeten Anlasskontrolle des Veterinäramts bestätigt. Bei Routinekontrollen in den Jahren 2011 bis 2013 attestierten die Behörden dagegen keine Mängel in der Schweineanlage. Dies geht aus einer aktuellen Antwort der Landesregierung Sachsen-Anhalts auf eine Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Dorothea Frederking hervor. Dieser Fall verdeutlicht erneut, dass das derzeitige System ungeeignet ist, durch Routinekontrollen Rechtsverstößen im Tierschutzbereich Einhalt zu gebieten.

Mit fast 40.000 Schweinen gehört die kombinierte Schweinezucht und -mast zu den größten Anlagen Deutschlands. Die dort bei der Kontrolle vorgefundenen Tiere litten in einer Weise, die wir Menschen uns kaum vorstellen können. Wie in anderen dokumentierten Fällen wurden auch in dieser Anlage die Sauen wochenlang bewegungslos in winzigen Kastenständen fixiert, in denen sich die Tiere nicht einmal ausgestreckt hinlegen können. Kastenstände wiesen flächendeckend kein Trinkwasser für die durstigen Tiere auf. Gruppenbuchten und Kastenstände verfügten in weiten Teilen über nicht ausreichendes Beschäftigungsmaterial. Eber wurden gesetzeswidrig in körperenge Käfige gesperrt.

ARIWA geht davon aus, dass vergleichbare Zustände in vielen Betrieben an der Tagesordnung sind, unabhängig von der Größe der Anlage. Mangelhafte oder fehlende Kontrollen führen jedoch dazu, dass Rechtsverstöße jahrelang nicht aufgedeckt werden. Nicht einmal die Größten der Branche werden so kontrolliert, dass sie sich wenigstens an die ohnehin viel zu großzügigen Tierschutzvorschriften halten. jungsau-in-kastenstand

ARIWA hält aber auch eine Verstärkung der Kontrollen, um die flächendeckende Einhaltung der Gesetze zu gewährleisten, für keine Lösung. Wie sollen die jetzt schon überlasteten Behörden das auch umsetzen? In dem aktuellen Fall waren 10 Veterinäre nötig, um die Rechtsverstöße festzustellen. Und selbst wenn die Einhaltung der niedrigen gesetzlichen Mindeststandards gewährleistet werden könnte, werden so nur die schlimmsten Leiden verhindert. Aber auch die gesetzeskonforme Tierhaltung ist mit massivem Leid und einem frühen, brutalen Tod für die betroffenen Tiere verbunden. Das kann keine Lösung sein.

Animal Rights Watch hält das Entstehen grausamer Zustände für unvermeidlich, solange Tiere in unserer Gesellschaft als Ware und Produktionsmittel gelten. Aus diesem Grund kann das einzig wirksame Mittel gegen Tierquälerei nur der Ausstieg aus der Nutztierhaltung und die Förderung pflanzlicher Alternativen und des bioveganen Landbaus sein.

Schwein in Mastanlage

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