Aktionsbündnis für Zirkus ohne Tiere gegründet
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Aktionsbündnis für Zirkus ohne Tiere gegründet

Löwe von

Das Gastspiel des Zirkus Krone haben einige Gütersloher und Bielefelder Organisationen zum Anlass genommen, sich zu einem Aktionsbündnis für Zirkus ohne Tiere zusammen zu schließen. Mit dabei sind "Animal Rights Watch – Ortsgruppe Ostwestfalen“, Bündnis 90 / Die Grünen Gütersloh, die Bielefelder Hochschulgruppe „Venga“ und der Gütersloher Verein „Achtung für Tiere“ sowie der „Tierschützverein für Gütersloh und Umgebung“. Dem Gastspiel des Zirkus Krone, welches Ende August in Gütersloh stattfindet, wird das Aktionsbündnis mit Plakataktionen, Infoständen, Flugblättern und einer Demonstration entgegentreten, um auf das Leid der Tiere im Zirkus Krone aufmerksam zu machen.

Kundgebung Zirkus Krone in der Kritik: Tierfreunde fordern Verbot von Tierhaltung im Zirkus

Bereits anlässlich des Gastspiels von Zirkus Krone im Mai 2010 in Siegen forderte Animal Rights Watch erneut ein Tierverbot für Zirkusbetriebe und rief zu einer Demonstration für einen tierfreien Zirkus auf. Diesem Aufruf folgten zahlreiche Siegener Tierfreunde am Premierentag in Siegen.

Elefant

Krone selbst stellt sich als „moderne Arche Noah“ dar, für welche die Tiere das wertvollste Gut seien. „Ihr Wohlergehen rangiert für uns immer an erster Stelle.“ Tatsächlich aber steht der Zirkus wiederholt massiv in der Kritik von Tierschützern und Behörden. So wurde Krone-Chefin Sembach-Krone 2009 vom Amtsgericht Darmstadt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz verurteilt, bemängelt wurde dabei die Haltung von Elefanten und Pferden bei einem Gastspiel 2006 in Darmstadt.

Die Verurteilung Sembach-Krones setze jedoch dem Leiden der Tiere im Zirkus Krone keinesfalls ein Ende. So konnten auch beim Gastspiel in Siegen massive haltungsbedingte Verhaltensstörungen wie Bewegungsstereotypien bei den Elefanten sowie bei den Pferden beobachtet werden. Die Pferde leben permanent in Einzel-Boxen, Außenpaddocks zum zumindest zeitweisen Aufenthalt waren bei einer Kontrolle in Siegen nicht vorhanden. Die acht Elefanten des Zirkus Krone verbringen einen Grossteil ihres Lebens mittels Fußfesseln fixiert angebunden im Stall. Auch außerhalb der Fixierzeiten ist die Unterbringung der Elefanten mangelhaft: die vier Innenpaddocks im Stallzelt entsprechen nicht annähernd den Vorgaben der Leitlinien zur Tierhaltung in Zirkusbetrieben. Auch die vorgeschriebenen Außenpaddocks konnten in Siegen zum Zeitpunkt der Kontrolle nicht vorgefunden werden. Bereits 2008 bescheinigt ein behördliches Gutachten, dass die Elefanten des Zirkus Krone durch die Haltung geschädigt sowie körperlich und seelisch schwer erkrankt seien. So wird z.B. das „Weben“ bei Elefanten als ein Anzeichen von Stress und „Schaden“ im Sinne des Tierschutzgesetzes gewertet.

Kundgebung Während die Krone-Tiere leiden, geht der Zirkus Krone in die Offensive: „Zirkus Krone wehrt sich gegen militante Tierschützer“ titelte der Merkur Online. Krone fühle sich verfolgt und sei es leid, wegen seiner Tierhaltung angefeindet zu werden. Anzeigen von Tierschutzorganisationen bei den Veterinärämtern seien „reine Schikane“, weil bei der „vorbildlichen Tierhaltung nichts zu beanstanden sei“. Für die Tierrechtler von  Animal Rights Watch ist diese Darstellung skandalös. Tanja Günther, Vorstandsmitglied, meint: „Zirkus Krone scheint belehrungsresistent und zeigt nicht nur Unwillen, die Tierhaltung zu optimieren, sondern verkauft die tierquälerische Haltung von Zirkustieren auch noch als vorbildlich.“ Ein weiterer Skandal sei, dass das Beispiel Krone zeigt, wie es um den Schutz von Tieren in Zirkusbetrieben tatsächlich gestellt ist: „So blind, bei Krone keine gravierenden Mängel zu finden, kann kein Veterinär sein“.

Kundgebung Animal Rights Watch setzt sich grundsätzlich für ein Tierverbot im Zirkus ein, da eine artgemäße und verhaltensgerechte Unterbringung von Tieren dort nicht möglich ist. Zu dem Schluss, dass Wildtierhaltung in Zirkusbetrieben völlig inakzeptabel ist, kommt die Bundestierärztekammer: „Wildtiere sind im Zirkus heute nicht mehr akzeptabel, denn die Erkenntnisse über die Bedürfnisse von Wildtieren haben sich stark erweitert“, erklärt Prof. Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer. „Aus Sicht des Tierschutzes ist ein Verbot von Wildtierarten im Zirkus angezeigt.“ Eine Empfehlung des Bundesrates von 2003 zum Verbot von Wildtieren im Zirkus ist bis heute nicht umgesetzt.

Elefanten „Zirkustiere erleiden einen lebenslangen Tiertransport, sehen ihr Leben lang nur Gitter und Käfige, leiden unter Bewegungsmangel, können ihre arttypischen Verhaltensweisen und Bedürfnissen nicht nachkommen, werden zu in der Natur nicht vorkommenden Bewegungsabläufen und Darbietungen gezwungen, die ihnen erhebliche Schäden zufügen können“, so Tanja Günther von Animal Rights Watch. Für die Tierrechtlerin gibt es keinen Grund „an tierquälerischen Traditionen festzuhalten, denn ein guter Zirkus kommt auch ohne Tiere aus, wie diverse Unternehmen seit Jahren erfolgreich beweisen“.

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