Bio-veganer Landbau: Landwirtschaft der Zukunft
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Bio-veganer Landbau

Landwirtschaft der Zukunft

bluehende minze mit insekt 2 Egal ob bei der Erzeugung von Milch, Eiern oder Fleisch: Grausame Zustände, Ausbeutung und Leid sind unvermeidlich, solange Tiere in unserer Gesellschaft als Ware und Produktionsmittel gelten. Aus diesem Grund können die einzig wirksamen Mittel gegen Tierquälerei nur der Ausstieg aus der Nutztierhaltung und die Förderung pflanzlicher Alternativen sein. Und das nicht nur bei Endverbrauchs-Gütern wie Kleidung oder Lebensmitteln. Denn wussten Sie, dass eine Zucchini oder ein Päckchen Mehl oft gar nicht wirklich vegan sind? Sie wurden „unvegan" angebaut, nämlich durch Düngung mit Tierausscheidungen. Dies gilt insbesondere in der heutigen Bio-Landwirtschaft, da dort die Düngung mit viel zu energieintensivem Kunstdünger zu Recht verboten ist.

eichhörnchen hat nusshaus entdeckt Doch zum Glück gibt es zu Kunst- und tierlichem Dünger eine dritte Alternative, nämlich die Gründüngung, also die Versorgung des Bodens und der Pflanzen durch Düngung mit bestimmten anderen Pflanzen. Und hier kommt der bio-vegane Landbau ins Spiel: Da diese ökologisch nachhaltige Form des Anbaus ohne Tierhaltung auskommt, ohne Gülle, Mist, Kadaver und Schlachtabfälle, produziert sie als einzige „wirklich" vegane Lebensmittel. Hier können Sie mehr über die Funktionsweise und die Geschichte des bio-veganen Landbaus nachlesen.

Der nächste Schritt auf dem Weg zur Befreiung der Tiere

garten Wir von ARIWA glauben, dass wir den anhaltenden Vegan-Boom nutzen müssen, um den Ansatz der bio-veganen Landwirtschaft in Theorie und Praxis zu verbreiten und einen grundlegenden Systemwandel in der Landwirtschaft herbeizuführen. Wir dürfen nicht beim individuellen Konsum „veganer" Lebensmittel stehen bleiben, die gar nicht wirklich vegan hergestellt werden, sondern eine tierausbeutende Landwirtschaft weiter stützen. Relevanter bio-veganer Landbau wäre das beste Argument gegen die Behauptung, Nutztierhaltung sei nötig für den Pflanzenbau. Und anders als ein rein ideeller Trend – wie die vegane Lebensweise – ließe sich die Entwicklung zu mehr bio-veganen Höfen, also einer konkreten wirtschaftlichen Grundlage des Veganismus, nicht so leicht rückgängig machen.

Jede/r von uns kann den Wandel in der Landwirtschaft vorantreiben

Wir alle können einen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten:

• Zum Beispiel können wir mit unseren Freundinnen und Bekannten über (bio-vegane) Landwirtschaft reden und so bei mehr Menschen das Bewusstsein schaffen, dass ein Wandel nötig und möglich ist. Diskussionshilfe bieten etwa die FAQs des Bio-veganen Netzwerks.

• Wie zu allen politischen Themen, bei denen ein gesellschaftlicher Wandel „von unten" erfolgen soll, hilft es, sich anzusehen, wo wir in unserem Alltag einen Unterschied machen können und wollen. Will ich etwas auf meiner Arbeit tun? Mit wem rede ich typischerweise in meinem Alltag? Welche schnecke Entscheidungen treffe ich? Ist da etwas dabei, wo ich Lust habe, den Gedanken des bio-veganen Landbaus voranzubringen? Sehe ich meinen Ansatz eher im beruflichen oder im privaten Umfeld? Politisch aktiv werden, das kann so viele andere Dinge bedeuten, als mit einem Schild auf die Straße zu gehen. Was bespreche ich als Lehrerin mit meinen Schülern? Kann ich als ÖPNV-Planerin eine Buslinie auch genauso gut am bio-veganen Hof vorbeiführen lassen? Wie kann ich meinen Onkel, der Hähnchenmäster ist, mal ernsthaft zum Nachdenken über die Gefühle eines Tieres bringen? Welche Flyer lege ich beim nächsten Gemeindefest neben meine legendären selbstgebackenen Plätzchen? Welchen Leserbrief zu einem bornierten Zeitungsartikel kann ich mir nicht verkneifen? Kann ich als Kassierer im Supermarkt vielleicht einen kleinen Einfluss auf die Platzierung bestimmter Waren nehmen?

• Wer einen eigenen Garten oder Balkon besitzt, kann dort bio-vegan gärtnern und sich und anderen beweisen, dass kein tierlicher Dünger nötig ist, um leckere Tomaten zu ernten. Susanne Heine gibt dazu einige Tipps in ihrem Blog und ihrem Buch.

• Wir können bestehende bio-vegane Höfe unterstützen, in dem wir deren Produkte kaufen, ihre Facebook-Posts teilen oder ihnen helfen, mehr alant und tagpfauenauge Abnehmer/innen für ihr Gemüse zu finden. Noch stellen die wenigen bio-veganen Bäuer/innen ihre Anbaumethoden aus eigener Überzeugung um. Dies bedeutet ein gewisses Risiko, denn noch fehlt die Nachfrage nach bio-vegan erzeugten Lebensmitteln. Bei größerer Nachfrage wären sicher auch nicht-vegane Landwirt/innen bereit, Gemüse bio-vegan anzubauen. Über Bezugsquellen für bio-vegane Lebensmittel informiert auch der neugegründete Verband Biozyklisch-veganer Anbau.

• Als Mitglied einer Food-Coop (Lebensmitteleinkaufsgemeinschaft) können wir direkt Gemüse von einem bio-veganen Hof kaufen. Auch dies erhöht die Nachfrage und sichert die Existenz bestehender Höfe. Zum Beispiel liefert der Biohof Hausmann in Sachsen Gemüsekisten (per Post auch Deutschlandweit).

• Es existieren bereits einige bio-vegane solidarische Landwirtschaftsbetriebe (sogenannte SoLaWis), z. B. die SoLaWi Rhein-Main und die SoLaWi Wildwuchs bei Hannover. Bei Hamburg plant der Hummel e.V.  eine Neugründung. In einer SoLaWi teilen sich dutzende oder hunderte Menschen einen bäuerlichen Betrieb und das finanzielle Risiko, helfen gelegentlich den hauptamtlichen Bäuer/innen und teilen sich dann auch alle gemeinsam die Ernte. SoLaWi-Mitglieder erhalten wöchentlich Gemüselieferungen und können durch Hofeinsätze eigene Erfahrungen mit dem bio-veganen Anbau sammeln. Wenn sie die Erfahrungen nach außen tragen, können sie dazu beitragen, das Konzept bekannter zu machen.

• Auch Mitglieder von SoLaWis, die nicht bio-vegan wirtschaften, können etwas tun. Zum Beispiel indem sie mit ihren Bäuer/innen und in ihrer Stadtgruppe über die bisherigen Anbaumethoden diskutieren. Oft ist der bio-vegane Landbau anderen gar nicht bekannt – ein weiterer Grund, warum nur wenige Betriebe umstellen. Interessierte Landwirte erhalten übrigens jederzeit die Möglichkeit, sich beim Verband Biozyklisch-Veganer Anbau zu Umstellungsfragen beraten zu lassen.

kleine gemueseernte neben dem beet Wenn wir es schaffen, mit den Landwirt/innen gemeinsam großflächig auf eine bio-vegane Produktion umzusteigen, wenn dieser reale Wandel von den Menschen als möglich und machbar wahrgenommen wird, dann kann auch der Wandel in den Köpfen entscheidend vorangehen.

Nur wenn die Idee von Veganismus und der Befreiung der Tiere nicht abstrakt bleibt und in der Landwirtschaft praktisch gelebt wird, wird sich etwas daran ändern, dass Tiere ausgebeutet werden. Lassen Sie uns gemeinsam dazu beitragen! Es gibt kaum etwas Erfüllenderes, als Teil einer Bewegung zu sein, die an ein besseres Morgen glaubt und dafür einsteht.

Alle Fotos in diesem Beitrag sind aus dem bio-veganen Garten von Susanne Heine.