Weltvegantag 2017: 7 Impulse für die vegane Entscheidung
Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Facebook Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Weltvegantag 2017: 7 Impulse für die vegane Entscheidung

Zum Weltvegantag haben wir in sozialen Medien nach Geschichten gefragt: Was bewegt Menschen, vegan zu werden? Psychologischen Erkenntnissen zufolge sind sieben verschiedene Impulse nötig, bis wir uns wirklich entscheiden, etwas – uns – zu verändern. Wir haben daher sieben ganz unterschiedliche Geschichten über zentrale Auslöser für euch ausgewählt, die uns zum Weltvegantag berichtet wurden. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!

 1. Bereicherung statt Verzicht

Sylke: „Ich war in den 90ern vegetarisch. Eine Freundin erzählte beiläufig, dass Käse eigentlich nicht vegetarisch ist, weil man dafür Lab (Enzym vom Kälbermagen) benötigt. Ich war schockiert! Dann habe ich mir das Buch "vegane Schikane" von Alexander Nabben gekauft, das über die allgemeinen Umstände in der tierverbrauchenden Industrie aufklärt. Kindesraub, Kälbermord, Kükenschreddern ect. pp... Ich hab nur geweint und das Gelübte abgelegt, auf Produkte die aus Tieren kommen, zu verzichten, um dann nach einer Weile festzustellen, dass es kein Verzicht, sondern eine wunderbare Bereicherung ist, vegan zu leben. Für nichts braucht man Käse, Eier Milch oder what ever....“

2. Info und Recherche

Karin: „In den 1990ern war es eine Doku, die mich sofort fleischlos werden ließ. Danach zählt man sich zu den "Guten". Und feiert Jahre später Geburtstag – zahlt den Gästen ausschließlich Fleischloses. Es war dann ein Freund und Grillmeister, dem diese ‚Bevormundung‘ missfiel und der eine Grundsatzdiskussion über Vegetarismus anfing, die über Nachrichtenschreiben weiterging. In kürzester Zeit bekam ich das komplette Bullshitbingo vorgesetzt und recherchierte zu jedem einzelnen die Gegenargumente – auf die ich das nächste unhaltbare Argument eines eigentlich sehr gebildeten Mannes erhielt. Quasi über Nacht hat mich jemand mit Spanferkel im Profilbild zum Veganer gemacht. Ich glaube, er ist sich seiner Leistung nicht wirklich bewusst.“

3. Mitgefühl

Petra: „Bei mir war es eine Doku von Manfred Karremann über Tiertransporte. Eine Kuh konnte beim Abladen nicht mehr aufstehen, es war so schlimm, wie sie behandelt wurde. Ich werde nie vergessen, wie ihr die Tränen über ihr Gesicht liefen. Das war Anfang der 90er und trotzdem hat es noch lange gedauert, bis ich Veganer wurde. Ich wünschte, es hätte gleich klick gemacht.“

4. Einklang mit ethischen Grundsätzen

Milena: „Bei mir fing alles im Mai 2008 an, als ich gerade in den letzten Prüfungen meines Abis steckte. Tiere waren mir schon immer sehr wichtig und deswegen wurde ich im Jahr 2006 Vegetarierin (mit 17, leider etwas spät) und dachte, damit würde ich Tierleid vermeiden. im Mai 2008 jedoch habe ich meine Hündin und beste Freundin Gina verloren. Meine Welt ist zusammengebrochen. In meiner Trauer habe ich viel Zeit online verbracht und dann zufällig etwas über den Tod der Nutztiere gelesen. Damals hatte ich nie erwartet, dass die Informationen, die ich dabei herausfinde, mein Leben grundsätzlich verändern könnten.Als ich erfahren musste (durch Internetrecherche, z.B. auf ariwa.org mit Informationstexten ohne schlimme Videos und auf dem Vegan Street Day in Dortmund), dass in der Ei- und Milchindustrie so viel Leid und Tod normal ist, war für mich klar, dass ich das nicht länger unterstützen kann und bin im Juli/August 2008 mit 19 zur Veganerin geworden. Ich muss gestehen, dass es für mich gedauert hat, komplett vegan zu leben. vegan zu essen war von tag 1 an kein Problem (ich liebe es vegan zu kochen und backen!), doch über die Hintergründe von Kosmetik, Tierversuchen und Kleidung habe ich mich erst im Laufe der vergangen 9 Jahre immer mehr informiert, sodass ich das Gefühl habe täglich mehr dazu zu lernen, weil alles sehr komplex ist und sich ständig wandelt.
Ich habe gemerkt, wie gut mich das vegane leben fühlen lässt, weil ich endlich nach meinen moralischen Grundsätzen lebe und weiß, dass ich alles tue, um Tierleid zu vermeiden. Gleichzeitig wird es für mich immer schwerer, das Leid, das uns umgibt, zu ertragen. Ich versuche immer das positive zu sehen, doch manchmal gelingt es nicht. Ich hoffe immer mit gutem Beispiel vorangehen zu können und andere Leute zu inspirieren!
Meine ganze Perspektive auf die Welt und das Leben an sich hat sich verändert und ich bin so dankbar für alle Menschen, die Teil dieser Revolution sind. 2008 wussten die meisten nicht einmal, was es bedeutet, ‚vegan‘ zu leben und heute gibt es viel mehr vegane Alternativen überall.“

5. Erlebtes Tierleid

Reimund: „Mein Opa hatte einen Bauernhof und vor 40 Jahren kam auch noch der Schlachter zur Hausschlachtung. Da habe ich als Kind miterlebt, wie ein Schwein geschlachtet wurde. Dieses Schwein und seine Angstschreie habe ich nie vergessen können und die Kühe im Stall taten mir damals schon leid. Und nach viel zu langen Jahren habe ich eines Tages (vor ca. 3 Jahren) während des Essens kein Fleisch mehr runtergekriegt. Kurz darauf habe ich auch schon angefangen vegan zu leben.“

6. Gespräche mit anderen Menschen

Steffi: „Ich habe schon lange darüber nachgedacht, dass Massentierhaltung verboten gehört, dass es Unrecht sei, Tiere zu essen. Aber ich habe Fleisch geliebt – wirklich geliebt! Es war für mich unvorstellbar, auf Fleisch zu verzichten, von veganer Ernährung ganz zu schweigen. So aß ich also mit schlechtem Gewissen weiter Fleisch. Im März erzählte eine Freundin mir, dass sie selbst seit mittlerweile einem Monat auf Fleisch verzichtet. Da hatte mich dann mein Ehrgeiz gepackt. Ich nahm mir vor, einen Monat lang kein Fleisch zu essen. Ich wollte es erst einmal als Experiment wagen, sodass ich jederzeit abbrechen und sagen könnte, ich hätte es ja versucht. Schon komisch, dass man solche Angst vor einer einfachen Ernährungsumstellung hat, oder?
Der Monat verging, ich blieb dabei, mich vegetarisch zu ernähren. Durch Facebookfreunde (im privaten Umfeld habe ich leider keine Veganer) wurden mir Links, Foren und Bücher empfohlen. Ich fing also an, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Im Juli etwa beschloss ich, auf vegane Ernährung umzustellen. Etwas Besseres hätte mir nicht passieren können. Ich habe bereits viele nette (vegan lebende) Leute kennenlernen dürfen, fühle mich fitter, habe keine Kopfschmerzen mehr. Außerdem habe ich enorme Freude am Kochen gefunden, ich probiere Dinge aus, an die ich mich früher im Leben nicht herangetraut hätte. Und es gelingt einfach immer! Für mich gibt es kein Zurück mehr zum Konsum tierischer Produkte.“

7. Persönliche Beziehung zu Tieren

Janina: „Es war ein Kalb. Ich liebe Kühe seit ich denken kann. Vor sechs Jahren lernte ich beim Bauern im Dorf ein Kalb lieben. Er hielt mich für seine Mutter – schrie nach mir. Wir kuschelten durch das Gitter. Ich nannte ihn Samy. Als der Bauer sagte, es sei ein Bulle und er würde in ein paar Wochen weiterverkauft und wohl geschlachtet werden, brach meine Welt zusammen. Ich konnte ihn nicht retten. Aber ich kam fast jeden Tag zum Kuscheln. Er sollte Liebe spüren, bevor er starb. Ich sah Schlachtvideos und konnte nicht ertragen, dass so wundervolle Tiere so sterben müssen. Ich hörte auf, Fleisch zu essen. Dann wurde mir bewusst, dass Samy nicht Opfer der Fleischindustrie war, sondern der Milchindustrie. Deshalb gab es für mich nur eines: VEGAN! So und nicht anders. Für Samy und jedes Nutztier!“

Hinweis: Alle Bilder sind Symbolbilder

Unser Fazit: Zur veganen Lebensweise bewegen der persönliche Kontakt mit Tieren, Information über die grausame Tierindustrie und der Dialog mit anderen Menschen. Allen, die sich noch nicht für eine vegane Lebensweise entschließen konnten, legen wir daher ans Herz, Tiere kennenzulernen (z.B. auf Lebenshöfen wie dem Land der Tiere), sich zu informieren (z.B. in unserer Wissens-Rubrik) und einfach mal auf vegane Freunde und Bekannte zuzugehen und ein offenes Gespräch zu führen (wer keine vegan lebenden Menschen kennt, kann sich auch an unsere Vegan Buddies wenden). Für jene von uns, die schon vegan leben, mögen diese Geschichten ein Ansporn sein, weiter offen unsere Gründe zu kommunizieren – im Bekanntenkreis, aber auch öffentlich, vielleicht bei einer der nächsten Vegan Demos?