Jahresbericht 2017
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Aktuell

Jahresbericht 2017

Das Wichtigste auf einen Blick

Berufung Magdeburg_2 Ein wegweisendes Gerichtsurteil, erfolgreiche Kampagnen und hunderte Aktionen engagierter Menschen haben dieses Jahr für uns geprägt. Am Ende gilt: Es gibt auch weiterhin sehr viel zu tun, um Tiere von der alltäglichen Willkür unserer eigenen Art zu befreien. Animal Rights Watch bietet Ihnen viele Möglichkeiten, für die Rechte der Tiere einzustehen – jetzt und in Zukunft. Danke für Ihre Unterstützung!

Medien-Veröffentlichungen

ARIWA-Elterntierhaltung Im März 2017 berichteten Spiegel online und ZDF frontal 21 erstmals mit ARIWA-Videomaterial über die besonderen Qualen der „Masthühner"-Elterntiere. Sie werden dazu benutzt, Eier für die „Mastkükenproduktion" zu legen, und sind daher darauf gezüchtet, möglichst schnell an Gewicht zuzulegen. Da ein solches Übergewicht aber ihre „Reproduktionsleistung" verringern würde, wird ihnen Futter vorenthalten. Die Tiere hungern ihr ganzes Leben lang.

Dass Bio-Verbandssiegel nichts mit „glücklichen Tieren" zu tun haben, zeigte im Juli 2017 unsere Recherche „Tierleid im Bioland", die unter anderem von n-tv und RTL II aufgegriffen wurde.

Schon 2014 und 2016 konnten wir mehrfach belegen, dass brutale Ferkeltötungen in deutschen Schweinezuchten an der Tagesordnung sind – millionenfach und im Akkord. Daran hat sich auch 2017 nichts geändert, wie RTL Nord mit Bildmaterial von ARIWA nun erneut zeigte.

Rechtliche Erfolge

2017-10-ARIWA-Prozess-30 Ein Paukenschlag war im Oktober 2017 der erneute Freispruch dreier Recherche-Aktivist/innen vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs. Im Berufungsverfahren am Landgericht Magdeburg bestätigte der Vorsitzende Richter, dass Nothilfe auch für Tiere geleistet werden kann, und wertete die Arbeit des Filmteams ausdrücklich als positiv, da die zuständigen Veterinärbehörden das aufgedeckte Tierleid in der Schweinezucht- und -mastanlage mit rund 65.000 Tieren systematisch nicht verhindert hatten. Ob das richtungweisende Urteil Bestand hat, wird sich nun in der Revision zeigen.

Weniger spektakulär, aber ebenfalls bedeutend ist die erfolgreich beantragte Zulassung der Berufung in einem Tierschutz-Verbandsklageverfahren. ARIWA kann dadurch mit guten Erfolgsaussichten erneut auf Akteneinsicht bei den Veterinärbehörden im Kreis Steinfurt (NRW) klagen. Diese Einsichtnahme ist für die Umsetzung des Verbandsklagerechts unabdingbar, wird landesweit aber von vielen Behörden verweigert. Ein Erfolg im Berufungsverfahren würde diese Blockade beenden.

hummer auf_tablett Wie lange die Tierschutz-Verbandsklage in Nordrhein-Westfalen noch bestehen bleibt, ist freilich ungewiss. Denn Ende 2018 muss das Gesetz vom Landtag verlängert werden, was nach dem Regierungswechsel fraglich erscheint. In jedem Fall jedoch sind noch zwei weitere Verfahren anhängig: unsere Forderung nach einem Verkaufsverbot für Hummer in Düsseldorf und unsere Musterklage im Kreis Kleve gegen die illegale Kastenstandhaltung von Schweinen.

Bundesweite Aktionen

sas mannheim2017 Für die Schließung aller Schlachthäuser gingen im Sommer 2017 tausende Menschen weltweit in mehr als 30 Städten auf die Straße. Allein neun Städte beteiligten sich in Deutschland an der Demonstrationsreihe, koordiniert von ARIWA. Im vierten Jahr konnte damit die Zahl der bundesweiten Teilnehmer/innen zum dritten Mal in Folge verdoppelt werden.

ARIWA-Vegan-Demo Ein kleines Jubiläum gab es im Dezember für das noch junge Aktionskonzept Vegan Demo. Nach nicht einmal anderthalb Jahren fand bereits die 50. Demonstration dieser Art statt – und das Interesse ist weiterhin ungebrochen. Neben dem persönlichen Bekenntnis zur veganen Lebensweise allgemein wurden im Laufe des Jahres auch spezifischere Varianten erfolgreich erprobt, etwa zu den Themenbereichen Leder, Pelz und Fische.

wef han_02 Letzteres war Teil der im März 2017 angelaufenen Weltkampagne Ein neuer Blick auf Fische, der sich ARIWA als Akteur der ersten Stunde angeschlossen hat. Mit Kundgebungen, Vorträgen und einer Wanderausstellung machen unsere Aktiven auf das Leben und Leiden der oft vergessenen Wassertiere aufmerksam. Weitere Aktionsmedien hierzu sind im Entstehen.

Fortgeführt wurde auch in diesem Jahr die Kampagne Sag Nein zu Milch mit zwei Aktionswochen, an denen sich einmal mehr zahlreiche Gruppen beteiligten.

Veranstaltungen

VSD-Stutttgart-ARIWA Der Vegan Street Day, den ARIWA bereits seit 2006 jährlich veranstaltet, wartete 2017 gleich mit mehreren Neuerungen auf. In Dortmund luden ein Aktionszelt und verschiedene begleitende Aktionsformen zum Mitmachen ein, in Stuttgart erstreckte sich die Veranstaltung erstmals über drei Tage und schloss ein Warm-up-Konzert sowie den sehr gut besuchten 1. Stuttgarter Tierrechtstag mit ein. Wie in den Vorjahren waren auch die veganen Straßenfeste in Hamburg und Mannheim sowie der Vegane Weihnachtsmarkt in Koblenz sehr gut besucht, die gleichfalls von ARIWA ausgerichtet werden. Insgesamt konnten wir mit unseren Festen mehrere zehntausend Menschen erreichen.

brunch Ebenso beachtlich ist der Zulauf, den die regelmäßigen Vegan-Brunchs unserer Ortsgruppen in diesem Jahr erfahren haben. In Aalen, Alsfeld, Braunschweig, Geislingen, Iserlohn und Koblenz gibt es dabei nicht nur Gelegenheit, die vegane Küche kennenzulernen, sondern auch ein vielseitiges Informationsangebot: von Bücher- und Infotischen bis hin zu Filmvorführungen und Vorträgen. Mancherorts ist eine dreistellige Beteiligung dabei keine Seltenheit.

Unsere Arbeit vor Ort

ARIWA-Mobil Mit drei Infomobilen und rund 250 ehrenamtlichen Aktiven bundesweit leisten wir wirksame Aufklärungsarbeit. Unsere fast 40 Ortsgruppen tragen den Tierrechtsgedanken auf die Straße: mit kreativen Aktionen, Kampagnenarbeit, Infoständen, Vorträgen, Verkostungen und Brunchs sowie lokaler Pressearbeit. Eine erfreuliche Randnotiz: Seit März 2017 sind wir auch an unserem Gründungsort Siegen wieder mit einer sehr aktiven Gruppe vertreten.

Auf zahlreichen Veranstaltungen und Messen ist ARIWA ebenfalls mit einem breiten Informationsangebot präsent, sowohl durch umliegende Ortsgruppen als auch durch das Projekt vegan buddy, das Interessierten bundesweit persönliche Starthilfe ins vegane Leben vermittelt.

Neues Informationsmaterial

postkarte x-mas_vegan Fische waren eines der Schwerpunktthemen im Jahr 2017. Neben einem entsprechenden Themenflyer haben wir zur Kampagne „Ein neuer Blick auf Fische" einen Einlegeflyer und eine Aktionspostkarte entwickelt. Erstmals gibt es zudem eine eigene Weihnachtskarte mit Tierrechtsbotschaft.

Um eine vielfältige Aufklärung über Tierrechte, Veganismus und Tierethik zu unterstützen, hat ARIWA die Veröffentlichung ausgewählter Buchtitel gefördert:

Vielen Dank an alle, die unsere Arbeit im Jahr 2017 als Mitglieder, Aktive, Paten oder durch eine Spende unterstützt haben.