Dioxinskandal: Tiertötung illegal
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Dioxinskandal: Tiertötung illegal?

Strafanzeige gegen Kreisverwaltung Soest wegen Tötung von 8000 Legehennen

keulung Siegen, Soest, 7.1.11: Animal Rights Watch e.V. (seinerzeit noch unter dem Namen „die Tierfreunde e.V.“) hat Strafanzeige gegen den leitenden Kreisveterinärdirektor Wilfried Hopp und weitere Unbekannte der Kreisverwaltung Soest sowie des Landwirtschafts­ministeriums von Nordrhein-Westfalen erstattet.

Angezeigt wurde die Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund, die einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellt. Am vergangenen Montag waren auf Anordnung der Behörden im Kreis Soest 8000 Hennen, die dioxinbelastetes Futter gefressen hatten, getötet und verbrannt worden.„Anders als bei Tierseuchen gibt es im Fall der Dioxinbelastung keinerlei rechtliche Grundlage dafür, die Tiere töten zu lassen“, erklärt der Vorsitzende von Animal Rights Watch (ARIWA), Jürgen Foß. „Diese Tiere sind weder krank oder leidend noch geht von ihnen eine Ansteckungsgefahr aus. Und Gefahren für den Verbraucher sind bereits dadurch ausgeschlossen, dass die betroffenen Betriebe gesperrt werden.“ Von einer „Vorsichtsmaßnahme“, wie von Kreisveterinärdirektor Hopp angegeben, könne daher keine Rede sein. Die Tötung dioxinbelasteter Tiere erfolge allein aus wirtschaftlichem Interesse, da diese Tiere und ihre Produkte – zumindest vorübergehend – nicht vermarktet werden könnten.

„Die bloße Nichtvermarktbarkeit stellt aber keinen vernünftigen Grund zur Tötung von Wirbeltieren dar, wie er in § 17.1 des Tierschutzgesetzes gefordert wird“, betont Foß. Die Verantwortlichen von Kreis und Land hätten im Fall der angeordneten Tötung von 8000 Hennen somit rechtswidrig gehandelt. „Wir hoffen sehr, dass sich die Staatsanwaltschaft umgehend dieses Falles annimmt und Anklage gegen die Verantwortlichen erhebt. Angesichts der enormen Ausweitung des Dioxinskandals ist sonst zu befürchten, dass auch anderswo bald massenhaft Tiere illegal getötet werden.“ Der Vorsitzende von Animal Rights Watch rechnet in diesem Fall mit einer Flut von Anzeigen.

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