Putenbesamung - Video
Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Facebook Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Putenbesamung - Video

Putenbesamung

Die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) dokumentiert mit Undercoveraufnahmen aus Betrieben eines großen deutschen Putenvermehrers erstmals die kalte und brutale Praxis der künstlichen Putenbesamung. Die Bilder zeigen Tiere, die mit den Füßen getreten und durch den Raum geschleudert werden. Einzelne Tiere weisen große Wunden auf, die von Mitarbeitern gesehen, aber nicht sofort behandelt werden (lesen Sie hier mehr dazu inklusive der Reaktion des Betreibers).

  • Das VIDEO höher aufgelöst zum Download (rechte Maustaste: "Ziel speichern unter"). Das Video ist für Tierrechtszwecke frei verwendbar, steht aber nicht für reformistische Zielsetzungen zur Verfügung, bei denen es lediglich um eine Änderung der bisherigen Ausbeutung der Tiere geht (z.B. Biotierhaltung). Ebenso darf es nicht in menschenfeindlichen (rassistischen, sexistischen, homophoben, ...) Zusammenhängen eingesetzt werden.

Filmtext:

Animal Rights Watch zeigt mit den Bildern erstmals den ganz normalen Besamungsvorgang von Putenmüttern in Deutschland, wie er jeden Tag zehntausendfach stattfindet. Die Undercover-Aufnahmen sind im Herbst 2013 in drei brandenburgischen Betrieben entstanden.

Vorbereitung der Besamung

Zur Vorbereitung der Besamung werden die weiblichen Puten, die man auch Truthühner nennt, alle in eine Hallenhälfte getrieben. Schon hier zeigt sich die alltägliche Gewalt gegenüber den sensiblen Tieren.

Besamungsvorgang

Nun beginnt der Besamungsvorgang. Er erfordert vier Arbeiter. Einer treibt die Tiere zu, zwei ziehen sie einzeln unter einer Klappe durch und klemmen sie unter den Arm, und ein weiterer führt die Besamungsspritze in die Vagina ein. Diese Behandlung muss jede Pute circa einmal pro Woche durchlaufen, weil das Sperma in ihrem Bauch nicht länger fruchtbar bleibt.

Aber warum werden Puten überhaupt besamt?

Die jungen Mastputenküken, die später als Fleisch auf dem Teller landen, kaufen die Mäster von speziellen Zucht- und Vermehrungsbetrieben, so wie sie auf diesen Aufnahmen zu sehen sind. Diese Firmen haben sich auf die Haltung der Elterntiere spezialisiert.

Die hochgezüchteten Putenmütter legen ab der Geschlechtsreife in einem halben Jahr etwa 100 Eier. Damit aus diesen Eiern tatsächlich Küken schlüpfen, müssen sie noch im Mutterleib besamt werden. Dazu brauchen die Putenmütter stets ein Reservoir an Sperma in sich. Doch ein normaler Geschlechtsakt zwischen männlichen und weiblichen Puten kommt in der heutigen Tierhaltung nicht mehr infrage. Dazu sind die Tiere wegen ihrer Überzüchtung zu schwer und es ist profitabler, mit dem Sperma eines einzigen Truthahns gleich mehrere Puten zu besamen.

Also werden die Elterntiere nach Geschlecht getrennt gehalten und von Hand regelmäßig ent- bzw. besamt.

Schlagen, Werfen

Um diesen Fließbandjob mit lebenden Tieren tagein tagaus überhaupt machen zu können, müssen die Arbeiterinnen und Arbeiter zwangsläufig emotionale Kälte gegenüber den Puten entwickeln. Die fühlenden Tiere erscheinen bald nur noch als lästige Gegenstände, die sich oft nicht reibungslos genug in den Ablauf fügen. Treten, Schlagen und Schubsen sind an der Tagesordnung, und wo einzelne Tiere keinen ökonomischen Wert mehr haben, können sie auch durch die Halle geschleudert werden.

Wunden werden oft nicht behandelt

Pro Tag hat das Besamungsteam circa 2000 Truthühner in den Händen. Wenn den Arbeitenden wie in dieser Aufnahme verletzte oder kranke Tiere auffallen, müssten diese eigentlich separiert und tierärztlich behandelt werden. Die Pute hier zum Beispiel hat die typische Afterverletzung, die viele Tiere in solchen Anlagen aufweisen.

So sehen solche Wunden aus der Nähe aus.

Auch in der nächsten Szene fällt dem Arbeiter eine Pute mit dieser Verletzung auf. Aber beide Tiere wurden nicht tierärztlich versorgt.

Die Pute, die der linke Besamer gerade in Händen hält, hat eine krankhaft vergrößerte Brust, wie man gleich bei ihrem Weggehen sehen kann. Der Arbeiter hat das bemerkt, sortiert sie aber ebenfalls nicht zur Behandlung aus.

Angesichts dessen, dass sich der Zustand der ganzen Herde im Verlauf der Legeperiode verschlechtert und sie sich als ökonomischer Faktor rentieren muss, ist die Behandlung von Verletzungen und Krankheiten die Ausnahme, nicht die Regel.

Werden kranke und verletzte Puten doch aussortiert, trägt man sie an den Beinen weg.

Diese Pute hier ist offenbar nicht mehr rentabel: Der Arbeiter greift sich mit der anderen Hand eine lange Metallzange, mit der ihr im Anschluss wahrscheinlich der Hals durchtrennt wird.

Arbeitspause

Etwa stündlich holen die Arbeiter in einer Nachbarhalle neues Sperma. Währenddessen fallen einige Puten in die notdürftig abgedeckte Grube. Sie werden später an den Hälsen wieder herausgezogen.

Männliche Absamung

Die Absamung der männlichen Puten sieht man auf den vorliegenden Aufnahmen nicht. Jeder Zuchtputer durchläuft sie sogar zwei- bis dreimal pro Woche. Er wird dazu auf eine Matte gepresst oder kopfüber in einen Blechtrichter gesteckt. Dann reiben die Arbeiter seine Geschlechtsteile, bis das Sperma ausgedrückt und mit einer Spritze gesammelt werden kann.

Eier

Mehrmals täglich werden die Eier wie hier zu sehen aus den Legeabteilen eingesammelt. Aus circa 80 Prozent von ihnen schlüpfen später im Brutschrank tatsächlich Küken, sogenannte „Gebrauchsschlachtküken“. Die Putenmutter sieht und spürt in ihrem Leben kein einziges ihrer Kinder, und alle Mastputen wachsen elternlos heran.

So ergeht es jährlich 600.000 Individuen

Damit in Deutschland jedes Jahr 470.000 Tonnen Putenfleisch erzeugt werden können, legen circa 600.000 Putenmütter 60 Mio Bruteier. Nach einem halben Jahr Dauerlegen und Besamtwerden sind sie ausgelaugt. Sie rentieren sich nicht mehr und werden geschlachtet. Jedes dieser Tiere war für sich ein Individuum mit Bedürfnissen, Ängsten und Gefühlen, die in der Tierherstellungsindustrie nichts gezählt haben.

Kartzfehn

Die Firma Kartzfehn bspw. ist der größte deutsche Anbieter von Puten-Mastküken. Allein in der Region rund um die Kyritz-Ruppiner Heide besitzt das Unternehmen 130 Hallen voller Elterntiere.

Firmen wie Kartzfehn versprechen den Menschen im ländlichen Raum gerne Arbeitsplätze. Wie Arbeitsplätze in der Putenindustrie im Allgemeinen aussehen, zeigen die Aufnahmen.

Die Ausbeutung von Tieren als biologische Maschinen geht Hand in Hand mit der Ausbeutung von Menschen für die geisttötenden, lebensverachtenden und im mehrfachen Sinne dreckigen Arbeiten in der modernen Tierindustrie.

Konsequenz der Haltung und Besamungsdurchgänge

Die nun folgenden Bilder zeigen die notwendige Konsequenz der Haltung und Besamungsdurchgänge. Tierschützerinnen und Tierschützer haben sie in zwei der drei Putenmütteranlagen, die auf den vorigen Aufnahmen der versteckten Kameras zu sehen waren, nachts heimlich erstellt.

Unsere Gesellschaft hat die Wahl, ob es wirklich nötig ist, Tiere für unsere Zwecke zu benutzen, mit allen gesehenen Konsequenzen.

Wir von Animal Rights Watch und Millionen anderer Menschen auf dem ganzen Globus sind uns sicher, dass wir uns heutzutage genau so gut, lecker, abwechslungsreich und sogar gesünder rein pflanzlich ernähren können. Und dass es uns gemeinsam möglich ist, aus der jahrtausendealten Tradition der Tierquälerei auszusteigen.