Massive Verstöße gegen Auflagen in der Schweinezucht - Video
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Massive Verstöße gegen Auflagen in der Schweinezucht - Video

Massive Verstöße gegen Auflagen in der Schweinezucht

Das Video zeigt Bilder aus einem der größten deutschen Schweinezucht- und Mastbetriebe in Sachsen-Anhalt: Eine besonderes Beispiel von eklatanten Rechtsverstößen und unverständlichem Verhalten der Behörden. Die ARD berichtete darüber im Juli 2014 (lesen Sie hier mehr dazu).

  • Das VIDEO in hoher Auflösung zum Download (rechte Maustaste: "Ziel speichern unter"). Das Video ist für Tierrechtszwecke frei verwendbar, steht aber nicht für reformistische Zielsetzungen zur Verfügung, bei denen es lediglich um eine Änderung der bisherigen Ausbeutung der Tiere geht (z.B. Biotierhaltung). Ebenso darf es nicht in menschenfeindlichen (rassistischen, sexistischen, homophoben, ...) Zusammenhängen eingesetzt werden.

Videotext:

2014 veröffentlicht Animal Rights Watch das umfangreichste, aktuelle Filmmaterial aus Schweinezuchtbetrieben in Deutschland. Unter anderem werden Bilder aus einem der größten Betriebe Europas gezeigt. Neben dem alltäglichen Grauen der Schweinezucht sind in dieser Anlage zusätzlich massive und systematische Verstöße gegen die Tierschutznutztierhaltungsverordnung dokumentiert worden. Weitergehende Recherchen belegen, wie Veterinärämter wegschauen und Schweinezucht, zumindest in dieser Anlage, ein anscheinend rechtsfreier Raum ist.

Diese Bilder aus Sachsen-Anhalt stammen aus einem der größten deutschen Schweinezucht- und Mastbetriebe. Insgesamt werden hier 5.500 Sauen, 2.200 Jungsauen, 25.000 Ferkel und 26.000 Mastschweine gehalten.

Versteckte Kameras beweisen: Auch in diesem Betrieb werden schwache oder zu kleine Ferkel direkt nach der Geburt von Mitarbeitern totgeschlagen. Eine Handaufzucht dieser Tiere wäre zu teuer und daher nicht rentabel. Ein Blick in die Kadavercontainer dieser Anlage lässt erahnen wie viele Tiere hier sterben.

Neben dem alltäglichen, aber gesetzeskonformen, Grauen in der Schweinezucht- und Mast, belegen diese Aufnahmen auch umfangreiche, teilweise massive Verstöße gegen die Tierschutznutztierhaltungsverordnung. Selbst die in dieser Verordnung geregelten Mindestanforderungen, die nicht im Ansatz tier- oder artgerecht sind, werden hier nicht eingehalten: Systematisch werden trächtige Sauen mit deutlicher Fristüberschreitung fixiert, vorgeschriebenes Beschäftigungsmaterial fehlt und viele Tiere haben keinen ständigen Zugang zu Trinkwasser. Auch die gesetzlichen Mindestgrößen für Kastenstände werden deutlich unterschritten. In den riesigen Hallen dieser Anlage kommt es so zu abertausenden Einzelverstößen.

Die behördlichen Kontrollen versagen also auf ganzer Linie, Verstöße werden nicht entdeckt oder nicht sanktioniert. Selbst die Mindestanforderungen des Gesetzes werden nicht umgesetzt. Für die Schweine, die hier leben müssen, bedeutet dies zusätzliches und erhebliches Leid - Tag für Tag.

Besonders brisant: Die größtenteils baulichen Verstöße gegen die Tierschutznutztierverordnung sind den Behörden und dem Landtag von Sachsen-Anhalt seit Monaten bekannt. Das zeigt ein Dokument der Landesregierung, in dessen Anlage die zahlreichen Verstöße aufgelistet sind. Unternommen wird dagegen anscheinend nichts. Tag für Tag dürfen hunderte neue Ferkel in dieser Qual-Anlage geboren werden.

Erst im Herbst 2013, also nur wenige Monate vor Entstehung dieser aktuellen Bilder, wurden durch Animal Rights Watch massive Verstöße in einer ähnlich großen Schweinezucht-Anlage in Thüringen aufgedeckt. Das Versagen der Kontrollen ist anscheinend ein deutschlandweites und damit generelles Problem. Animal Rights Watch kritisiert schon seit langem, dass eine effektive Kontrolle von Tieranlagen, die eine gewisse Größe erreicht haben, nicht möglich ist. Auch untätige Veterinäre geraten immer wieder in die Kritik. Mangelhafte Kontrollen, untätige Behörden, überforderte Veterinäre. Das alles trägt zum immensen Leid der Tiere bei.

Animal Rights Watch hat eine umfangreiche Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft eingereicht. Es wird sich zeigen, ob die Verantwortlichen für dieses Grauen zur Rechenschaft gezogen werden und welche Konsequenzen sie tragen müssen. Leider verliefen ähnliche Strafanzeigen in der Vergangenheit oft im Sande.