Das Prinzip Schweinezucht - Video
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Das Prinzip Schweinezucht - Video

Das Prinzip Schweinezucht

Die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlicht Bilder aus der wohl umfangreichsten Filmrecherche zum Thema Schweinezucht in Deutschland. Insgesamt liegt Bildmaterial aus 15 Betrieben vor: teilweise aus den größten Schweinefabriken Europas, teilweise aus kleineren Familienbetrieben. Die ARD berichtete darüber im Juli 2014 (lesen Sie hier mehr dazu).

  • Das VIDEO in hoher Auflösung zum Download (rechte Maustaste: "Ziel speichern unter"). Das Video ist für Tierrechtszwecke frei verwendbar, steht aber nicht für reformistische Zielsetzungen zur Verfügung, bei denen es lediglich um eine Änderung der bisherigen Ausbeutung der Tiere geht (z.B. Biotierhaltung). Ebenso darf es nicht in menschenfeindlichen (rassistischen, sexistischen, homophoben, ...) Zusammenhängen eingesetzt werden.

Videotext:

Jedes Jahr werden in Deutschland fast 60 Millionen Schweine gemästet. Durchschnittlich 50 kg vom Fleisch dieser Tiere landet jährlich auf dem Teller eines Deutschen. Aufs ganze Leben gerechnet werden für jeden Deutschen 46 Schweine gemästet und geschlachtet. Wie werden diese Unmengen an Fleisch produziert? Und unter welchen Bedingungen?

Animal Rights Watch veröffentlicht Bilder aus der umfangreichsten aktuellen Filmrecherche zum Thema Schweinezucht in Deutschland. Insgesamt liegt Bildmaterial aus 15 Betrieben vor: teilweise aus den größten Schweinefabriken Europas, teilweise aus kleineren Familienbetrieben.

Mastschweine sind bei der Schlachtung gerade mal 6 Monate jung. Die Muttersauen dieser Tiere werden fast die Hälfte ihres Lebens fixiert. Zuerst in einem sogenannten Kastenstand, um einen reibungslosen und, noch wichtiger, kosteneffizienten Ablauf von verschiedenen Arbeitsschritten in der Schweinezucht zu gewährleisten, wie Rauschigkeitstests, die Befruchtung und Trächtigkeitsuntersuchungen. Die Tiere haben gerade einmal ausreichend Platz um sich mit angezogenen Beinen hinzulegen - unfähig sich umzudrehen bedeutet diese andauernde Fixierung unermessliches Leid für jedes einzelne Tier.

Nach einer Zwischenphase werden die Muttersauen für die Geburt der Ferkel erneut fixiert. Die Industrie nennt diese Käfige gerne „Ferkelschutzkörbe“, weil sie angeblich das Erdrücken der Ferkel verhindern sollen. Tatsächlich dienen sie dazu, problemlos an den Ferkeln zu hantieren, ohne dass ihre Mütter sie verteidigen können. Ferkel werden trotz des Schutzkorbes am Boden und dem Gitter in großer Zahl erdrückt – manchmal sogar gerade weil die Sau sich nicht umdrehen kann.

Als Konsequenz der jahrzehntelangen Zucht auf hohe Ferkelzahlen werden viele Tiere bereits tot geboren oder sterben kurz nach ihrer Geburt. Andere Ferkel kommen schwach, zu klein oder krank zur Welt. Versteckte Kameras beweisen eine besonders grausame Praxis: das Totschlagen dieser Ferkeln auf Kanten oder dem Betonboden. Diese Tiere am Leben zu erhalten ist für die Betriebe nicht wirtschaftlich - eine zeit- und kostenintensive Handaufzucht ist schlichtweg nicht rentabel.

Insgesamt wurde diese Praktik in 8 von 10 Betrieben mit versteckten Kameras dokumentiert. Dabei spricht die Industrie bisher von Einzelfällen. Diese Recherche beweist das Gegenteil: Das Totschlagen schwacher Ferkel ist üblicher Alltag in der deutschen Schweinezucht.

In manchen Betrieben filmen die versteckten Kameras noch schlimmere Szenen: Einige der Ferkel leben noch, nachdem sie mit dem Kopf auf den Betonboden geschlagen wurden. Trotzdem werden sie achtlos in die Mülleimer zu den anderen toten Tieren geworfen. Manche kämpfen minutenlang um ihr Leben.

Nach drei bis vier Wochen werden die Ferkel von ihrer Mutter getrennt. Das Leben der Sauen folgt nun erneut dem Rhythmus: Befruchtung, Trächtigkeit, Gebären, Säugen, Ferkelwegnahme - pro Jahr mindestens 2 mal. Ihren Kindern sind mittlerweile die Eckzähne abgeschliffen, die Schwänze gekürzt und die männlichen Ferkel ohne Betäubung kastriert worden. Für sie beginnt nun die Aufzucht und anschließende Mast, in der sie innerhalb eines halben Jahres auf ein Gewicht von 110-125kg gemästet werden. Abwechslung bietet ihr Leben dabei nicht: eingesperrt in enge Buchten warten die Tiere auf den Tag ihrer Schlachtung. Einen Blick nach draußen oder gar einen Auslauf ins Freie gibt es in der konventionellen Schweinemast nicht. Die Tiere verbringen ihr gesamtes Leben auf Spaltenboden über immens stinkender Gülle. Der Spieltrieb und die Neugierde dieser intelligenten Tiere wird auf Eisenketten reduziert, die als Beschäftigungsmaterial angeboten werden. Die hohe Besatzdichte der Buchten führt dazu, dass sich die Tiere aus Frustration gegenseitig angreifen. Verletzungen und Schweine, die nicht einmal die Mastperiode überleben, gehören zur Tagesordnung.

Diese Bilder zeigen eindeutig, welch tierverachtende Ausmaße die Produktion von Fleisch angenommen hat. Profit ist das einzige, was zählt, während das Leben eines einzelnen Individuums, eines fühlenden Tieres, nichts wert ist. Politik und Wirtschaft haben kein Interesse daran, diese Tierquälerei von alleine zu beenden. Gerade deshalb liegt es in unserer gemeinsamen Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Bilder wie diese der Vergangenheit angehören. Lassen wir Produkte tierischen Ursprungs in Zukunft einfach im Regal stehen und ernähren uns vegan. Nehmen wir wieder ernst, dass wir in einer Demokratie leben, und sorgen wir zusammen dafür, dass dieses sinnlose Leiden ein Ende findet.