Katastrophale Zustände in der Schweinemast - Video
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Katastrophale Zustände in der Schweinemast - Video

Katastrophale Zustände in der Schweinemast

Animal Rights Watch (ARIWA) veröffentlicht neues Recherchematerial, das besonders tierquälerische Zustände in einer Schweinemastanlage in Niedersachsen aufdeckt. Die Bilder zeigen verwesende und verwahrloste Tiere, die sich gegenseitig auffressen. ARD-Tagesthemen, Tagesschau und NDR berichten am Donnerstag, den 20. November 2014 (lesen Sie hier mehr dazu).

  • Das VIDEO in hoher Auflösung zum Download (rechte Maustaste: "Ziel speichern unter"). Das Video ist für Tierrechtszwecke frei verwendbar, steht aber nicht für reformistische Zielsetzungen zur Verfügung, bei denen es lediglich um eine Änderung der bisherigen Ausbeutung der Tiere geht (z.B. Biotierhaltung). Ebenso darf es nicht in menschenfeindlichen (rassistischen, sexistischen, homophoben, ...) Zusammenhängen eingesetzt werden.

Videotext:

Kein Einzelfall - Katastrophale Zustände in der Schweinemast

Unerträgliche Enge, beißender Gestank, katastrophale hygienische Bedingungen, quälende Monotonie sowie kranke und verletzte Tiere - Zustände wie diese sind normal in der Schweinemast.

Schweine werden in Deutschland auf Betonspaltenboden gehalten, damit die Exkremente direkt in ein Güllebecken darunter abfliessen können. So müssen die Buchten während der Mastperiode nicht gesäubert werden, was den Arbeitsaufwand für die Betreiber der Anlagen minimiert. Die Tiere, die in diesem System gefangen sind, müssen mit den Nachteilen leben - die Luft in den Räumen ist unerträglich, Atemwegserkankungen durch Ammoniak sind an der Tagesordnung, die rutschigen Betonspalten führen zu Verletzungen und alles in den engen Buchten ist kotverschmiert.

Das Leben dieser intelligenten Tiere ist geprägt von Eintönigkeit. Die reizarme Umgebung verursacht Frustration, die sich unter anderem in Kannibalismus zeigen kann. Aus Langeweile beißen sich die Tiere untereinander - besonders der Schwanz ist davon betroffen, obwohl er aus genau diesem Grund bereits kurz nach der Geburt halb amputiert wurde. Blutige oder komplett abgebissene Schwänze sind die Folge. Diese Verletzungen können sich schnell entzünden, da die Schweine ständig mit ihrem eigenen Kot in Berührung kommen.

Der Betrieb, aus dem diese Bilder stammen, hat zudem ein offensichtliches Problem mit dem sogenannten Stallmanagement. Kranke Tiere werden nicht separiert, tote Tiere werden manchmal tagelang nicht entfernt und die Nippeltränken sind in manchen Buchten derart verdreckt, dass sie nicht mehr funktionieren. Kein Mensch kümmert sich darum.

Dieses Individuum kämpft um sein Leben. Zahlreiche Wunden übersähen den Körper des Tieres. Seine Artgenossen haben aufgrund der geringen Platzverhältnisse keine andere Wahl als zusätzliche Schmerzen zu verursachen, indem sie über dieses Tier steigen. Andere reißen ihm bei lebendigem Leib Fleisch aus den sowieso schon klaffenden Wunden.

In einer anderen Bucht liegt ein bereits verstorbenes Schwein. Der Verwesungszustand des Körpers zeigt, dass dieses Tier schon mehrere Tage hier liegt. In jeder Schweinemast sterben immer wieder Tiere an ihren Verletzungen oder Erkrankungen - der Farmleiter ist dazu verpflichtet, die Körper der verstorbenen Tiere schnellstmöglich aus der Bucht zu entfernen. Diese Bilder lassen vermuten, dass der Betreiber die Buchten schon seit mindestens drei Tagen nicht mehr kontrolliert hat.

Die Veterinärämter sind offenkundig nicht in der Lage, die Tierhaltung in Deutschland effektiv zu kontrollieren. Nichtmals bei einem Betreiber wie diesem, der den Behörden bereits bekannt ist, weil er schon vor drei Jahren eine erhebliche Strafe wegen derselben Vernachlässigung der Tiere erhalten hat. Deutschland hat insgesamt hundertausende Tieranlagen. Die ohnehin schon geringen Gesetzesstandards in allen Anlagen zu kontrollieren und durchzusetzen ist unmöglich, und solange Tierhaltung unter ökonomischer Konkurrenz stattfindet, wird sie zwangsläufig eine existenzielle Ausbeutung der Tiere bedeuten – legal und illegal.

Die schrecklichen Zustände in diesem Stall sind ein Extremfall des ganz normalen Wahnsinns - tote Tiere und blutige Verletzungen gehören in jeder Schweinemast zum Alltag, normalerweise nur nicht in einem solchen Ausmaß und Umfang.

Schweine sind intelligente und fühlende Lebewesen, vergleichbar mit Hunden. Ihr Leben wird in der Lebensmittelproduktion jedoch auf reinen Profit und einen praktikablen Arbeitsablauf reduziert. Man stelle sich den berechtigten Aufschrei vor, wenn auch nur wenige Hunde so gehalten würden. Aber etwa 50 Millionen Schweine leiden jährlich jede Minute ihres Lebens für die Geschmacksvorlieben der Verbraucher – und das allein in Deutschland. Jede und jeder von uns hat die Möglichkeit, dabei nicht länger mitzumachen und Produkte tierischen Ursprungs im Regal stehen zu lassen. Gemeinsam können wir eine klare Botschaft verbreiten: Dass dieses System der Vergangenheit angehören sollte.