Patenschaft für Ponys und Mulis
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Ponys und Mini-Mulis im Glück

Trixie und Rehlein Drei Monate nach ihrer Ankunft auf der Animal Rights Watch-Pflegestelle überraschten uns zwei Shetland-Ponystuten mit ihren Fohlen. Die Patentiere Susie, Trixie, Rehlein und Black Beauty suchen Paten.

Kurz vor Weihnachten 2010 zogen Susi und Trixie, zwei (wie wir mittlerweile ganz sicher wissen: trächtige) Shetland-Ponys, auf einer unserer Pflegestellen ein. Die beiden waren „alte Bekannte“: etwa zwei Jahre zuvor gingen wir einer Meldung über eine sehr schlechte Ponyhaltung nach, die tatsächlich eine Katastrophe war. Zwei Ponys standen nur in einem finsteren, engen Stall, kamen nie raus, waren gesundheitlich schlecht drauf und dort mehr "lebendig begraben". "Rechtlich" wäre da nicht viel zu machen gewesen - und die Besitzer waren auch nicht bereit, die Haltung zu verbessern. Nach einigem hin und her und mehreren Besuchen gelang es unserer Kontrolleurin, die Besitzer so weit zu bringen, dass sie die Tiere abgeben wollten.

Susi und Trixi wurden daraufhin auf einen Ponyhof vermittelt - alles schien gut. Bis dann jemand von diesem Ponyhof anrief: die Ponys müssten wieder weg, seien für den Betrieb "nicht zu gebrauchen", eines der Tiere würde alle Leute beißen, die Halterin, die Besucherkinder, den Hufschmied, jeden. "Untragbar". Trixie war offenbar völlig überfordert mit den vielen Menschen – und hasste ihre Halterin. Aus der lieben Stute war eine echte Furie geworden – sicherlich nicht grundlos. Dass Trixie "vom Hufschmied den Hammer auf den Kopf bekommen hat", war nur eine der „Geschichten am Rande“.

Eine Vermittlung der Beiden ist uns nicht gelungen: es gab zwar Interessenten, aber alle wollten "nutzbare" Tiere – eher nicht nach Trixies Geschmack. Und so holten wir die beiden Damen zu uns, um ihnen weitere Katastrophen zu ersparen - wo sie nun endlich alles haben, was sie brauchen: einen warmen Stall, große Weiden, Gesellschaft und liebe Menschen, die sich einfach nur um das Wohlergehen der Tiere kümmern. Genau das war es wohl, was Susi und Trixie sich so lange vergebens wünschten: sie sind jetzt absolut lieb und umgänglich, Trixie hat nicht einen einzigen Versuch gemacht, jemanden zu beißen, selbst vom Hufschmied hat sie sich trotz ihrer schlechten Erfahrungen ganz gelassen behandeln lassen.

So leben Susi und Trixie nun wohl behütet auf ihrer Pflegestelle in Ostwestfalen und werden auch für immer als Dauergäste dort bleiben dürfen - und nicht nur sie: auch ihre beiden Fohlen, die sie im Gepäck vom Ponyhof mitgebracht haben.

Susi und Blackbeauty Ganz offenbar war die Ponyhofbetreiberin nicht in der Lage, ihren Zwergeselhengst von den Stuten fernzuhalten - und dieser hatte seine Chance genutzt. Und zwar gleich doppelt erfolgreich. Im März bekam erst Trixie und eine Woche später Susi jeweils ein Fohlen: zweimal kleiner Nachwuchs eines Esels, gesund, munter und quietschvergnügt. Die Mini-Mulis Rehlein und Black Beauty genießen nun zusammen mit ihren Müttern in vollen Zügen den ostwestfälischen Frühling.

Leider stellte sich kurz nach der Geburt von Susis Fohlen heraus, dass es erblich bedingt eine Sehnenverkürzung in den Vorderbeinen hat, was ohne Maßnahmen zu einem großen Problem hätte werden können. Die von einem Hufschmied angepassten „Schuhe“ haben tatsächlich den erwünschten Erfolg gebracht, und die kleine „Black Beauty“ konnte nach Monaten der Behandlung vergnügt und ohne Einschränkungen mit ihrer Halbschwester „Rehlein“ über die Weiden toben. Und startete offenbar an einem Tag so ungeschickt durch, dass sie sich ein Bein brach. Es folgte ein wochenlanger Tierklinikaufenthalt (selbstverständlich in Begleitung ihrer Mutter) mit OP, langes Hoffen und Bangen – und es wurde gut.

Da die Finanzierung des Familienidylls für die nächsten 30 Jahre ein ziemlicher Brocken ist (auch ohne OP-Kosten für weitere Beinbrüche), wären wir sehr froh und dankbar über Tierfreunde, die als Paten ein wenig mithelfen, den Lebensunterhalt der glücklichen Familie zu finanzieren.

"Das Maultier scheint mir ein sehr erstaunliches Tier zu sein.
Es macht den Anschein, dass die Kunst die Natur übertroffen hat."

Charles Darwin, 1835