Kleintiermärkte
Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Facebook Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Sag Nein zu Milch

Kleintiermärkte öffnen ihre Pforten - Tierqualsaison hat begonnen

huehner_3

Irmgarteichen 21.03.2004: Wie jedes Jahr um diese Zeit beginnt die Saison der Kleintier- und Bauernmärkte. Auf dem wohl beliebtesten Kleintiermarkt im Siegerland in Irmgarteichen fand am Sonntag das erste mal in diesem Jahr dieses fragwürdige Schauspiel statt. Immer mehr Tiere werden dort zur Schau gestellt und zum Verkauf angeboten. Grund genug für uns dieser unsäglichen Veranstaltung einen Besuch abzustatten. Ein Tierqualmarkt, der seines gleichen sucht.

kaninchen An fast jedem Tierstand sah man Meerschweinchen, die sich verzweifelt bei nasskaltem Klima zusammendrängten. Kein geschützter Bereich, keine Rückzugsmöglichkeit, den ganzen Tag Wind, Wetter und den lärmenden Besuchern schutzlos ausgesetzt. "Schweine 3,90 €" las man an den Käfigen oder Pappkartons. "Och Papa, kauf mir ein Meerschweinchen"; und schon wird das Tier seinen Geschwistern entrissen und verschwindet in einer 10 * 10 cm kleinen Pappschachtel, um anschließend als Kinderspielzeug missbraucht zu werden.

meerschweinchen_2 Wie lange wird es dauern, bis das Meerschweinchen tot gespielt wird oder im Tierheim landet? Wahrscheinlich ist beides besser, als lebenslänglich allein in einem winzigen Käfig in einer Ecke des Kinderzimmers dahin zu vegetieren. Wir sehen Vater und Tochter mit dem "3,90 € - Tier" davon ziehen und sind fassungslos.

wagen_1 Vor den Geflügelwagen sind die obligatorischen 1 qm Käfige aufgebaut, in denen jeweils 15-20 Hühner eng gedrängt nicht wissen, was ihnen passiert. In einer Legebatterie ist nicht mehr Platz. Siegerländer Möchtegernnaturburschen lassen sich ein solches Tier in eine kleine Pappschachtel zerren.

Zuvor wahllos brutal herausgegriffen hält der Verkäufer dem Interessenten das Tier vor die Nase: "Nö, das andere daneben ist besser" und schon wird es wieder in den Käfig geworfen, wie man einen Ball in eine Kiste wirft und das nächste, vermeintlich dickere Tiere herausgezerrt. Es schreit noch kurz, dann wird es dunkel auf einem unbestimmten Weg in einem Pappkarton.

huehner_5a

huehner_kiste_1 Im Hintergrund stehen niedrige Kisten aus welchen Federn, Flügel und Hühnerköpfe quellen. Nein keine Schlachtreste, das ist der lebende Nachschub, sobald sich die Käfige im vorderen Bereich im Laufe des Tages leeren. So dicht gedrängt, dass keine Maus mehr darin Platz hätte; so niedrig, dass die Tiere nicht aufrecht stehen können. Auf die Frage, wie man den Tieren den so etwas antun könne, sagte der Tierquäler hinter dem Tresen nur: "Die sind das doch gewohnt; die sind doch schon in diesen Kisten hierher gekommen".

frettchen_2 Am gleichen Stand ein kleiner, offenbar leerer Käfig mit der Aufschrift: "Käfig 75 €". Tatsächlich ist nichts an Einrichtung oder ähnlichem zu sehen (Bild links; Käfig oben). Bei näherer Betrachtung entdecken wir ein Frettchen, welches sich apathisch am Boden zusammenkauert; in einem völligen nackten Käfig!

kanin_kiste_2 Wir gehen weiter und fallen über eine Art Schuhputzkasten oder Werkzeugkiste, dachten wir: Am Boden steht eine Holzkiste, etwa 40 cm lang, 20 cm hoch um 20 cm tief; oben mit einem Tragegriff. Darin 6 junge Kaninchen. Wir starrten darauf und fragten uns, ob wir das alles nur träumten. Ein Mann kam freudestrahlend auf uns zu, nahm das Gitter vor dieser Kiste weg und meinte: "Das ist die Rasse soundso, wenn ihr sie alle auf einmal nehmt, gebe ich sie für 20 € mit. Ich habe ja noch den zweiten Wurf dabei."

kanin_kiste_1 Er drehte die Kiste um und uns schaute tatsächlich ein zweiter Wurf Kaninchen aus der gleichen Kiste entgegen, die in der Mitte durch ein Brett getrennt war. Auf seine Tierqual angesprochen kam das Standardargument: "Kümmert euch erst einmal um die Kinder"; die Frage, was er denn für Kinder tue blieb unbeantwortet. Er wetterte stattdessen weiter: "Demnächst müssen wir noch eine Todesanzeige aufgeben, wenn mal eins verreckt."

Was um alles in der Welt ist da los, in Irmgarteichen? Sind nun alle verrückt geworden? Der Veranstalter prahlte vergangenes Jahr mit Besucherzahlen von etwa 10.000 Menschen. Und alle Besucher nehmen dieses Leid in Kauf und lassen sich sogar zu unüberlegten Käufen animieren? Volksbelustigung auf Tierqual und Tierleid aufgebaut - haben Sie das nötig?

Unser dringender Aufruf lautet: Meiden Sie bitte diese Tierqualmärkte!

Wenn Sie Ihren Kindern Tiere zeigen möchten, gehen Sie ins Tierheim und lassen sich dort beraten. Nehmen Sie Abstand von solch tierverachtenden Veranstaltungen. Falls Sie doch einmal auf einem solchen Markt landen, sprechen Sie den Veranstalter an und machen Sie ihm klar, dass Sie nicht noch eimal kämen, sollten wieder Tiere ausgestellt oder gehandelt werden.