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Kühe, Hühner, Schweine...

schwein lucie ...und noch mehr andere Tiere auf dem Bauernhof und in Tierfabriken

Tiere sind Freunde - Kapitel 11

Hühner, Kühe, Schweine, Schafe und noch viele andere Tiere nennen die Erwachsenen "Nutztiere". Ja, sie teilen Tiere wirklich nach dem "Nutzen" ein, den sie für Menschen haben. Aber das mit den komischen Namen machen sie ja auch mit den anderen Tieren. Für die Tiere, die sie "Nutztiere" nennen, haben sie noch einen gemeineren Namen auf Lager: sie nennen sie "Vieh". Das klingt ja abscheulich. Und ein Tier ist nicht ein Tier, sondern "ein Stück Vieh". Das hört sich ja an wie "ein Stück Dreck", so als ob es gar nichts Lebendes wäre. Furchtbar! Und so behandeln sie die Tiere leider auch. Warum haben sie die Tiere nicht einfach nur lieb, so wie sie sind?

Die meisten Hühner, Kühe und Schweine leben heute nicht mehr auf einem Bauernhof. Sie leben ganz eng eingesperrt und zusammengepfercht in riesigen Tierfabriken, wo möglichst viele Tiere reinpassen. Und weil das so unglaublich viele Tiere in jeder der Tierfabriken sind, nennen die Erwachsenen das "Massentierhaltung".

Stell Dir noch mal vor, Du wärst in einer Telefonzelle eingesperrt. Diesmal haben die bösen Riesen nicht nur Dich, sondern auch noch ein paar von Deinen Klassenkameraden mit Dir zusammen da drin eingesperrt. Und das nicht nur für fünf Minuten, sondern für Euer ganzes Leben. Und ein Klo oder ein Bett oder was zum Spielen habt Ihr natürlich auch nicht. Das ist doch furchtbar grausam, oder? Euch wird das zum Glück nie passieren, aber den Tieren geht es wirklich so schlecht. Sie sind nicht in Telefonzellen, sondern in Tierfabriken eingesperrt.

huhn In den Tierfabriken gibt es dann Tausende Hühner, übereinandergestapelt in winzigen Gitterkäfigen. Sie können sich nicht bewegen und sind so verzweifelt, dass sie sich gegenseitig picken und die Federn ausrupfen. Deshalb schneidet man ihnen auch die Schnäbel ab, aber rupfen tun sie sich trotzdem. Die Hühner müssen jeden Tag ein Ei legen. Die Menschen verbrauchen furchtbar viele Eier. Und wenn die Hühner nicht mehr jeden Tag ein Ei legen, dann werden sie geschlachtet. Aus ihnen macht man dann Suppe, oder sie werden gegrillt.

Oder Tausende Schweine ganz eng nebeneinander in dreckigen Ställen, so eng, dass sie sich noch nicht mal umdrehen können. Die Schweine stehen da ganz fest eingesperrt in Eisengestellen. Und wenn sie sich hinlegen wollen, und das ist in der Enge nicht einfach, liegen sie in ihrem eigenen Dreck. Schweine hassen so was. Den kleinen Schweinen schneidet man die Zähne und die Schwänze ab. Sie drehen nämlich in der Enge so durch, dass sie sich gegenseitig beißen, obwohl sie sich doch eigentlich lieb haben. Wenn die Schweine groß und schwer sind, werden sie geschlachtet. Dabei haben sie furchtbare Angst und schreien. Aus ihnen wird dann Schinken und Kotelett und Schnitzel gemacht.

Den Kühen geht es nicht besser. Die meisten dürfen nicht, nie im Leben, auf einer grünen Wiese sein. Und dann nimmt man ihnen auch noch ihre neugeborenen Kälbchen weg. Das macht man, weil die Menschen die Milch von den Kühen für sich haben wollen. Sie nehmen die Milch den Kälbchen einfach weg. Und die armen Kälbchen stehen dann mutterseelenallein in einem Ding, was aussieht wie eine kleine Garage. Und haben ganz furchtbare Sehnsucht nach ihren Müttern. Wenn die Kälbchen groß sind, packt man sie in einen Laster und fährt sie in den Schlachthof. Sie haben schreckliche Angst und schreien, weil sie wissen, dass sie gleich geschlachtet werden. Aber darauf nimmt keiner Rücksicht. Aus den Kälbchen macht man dann Gulasch, Hackfleisch, Braten und Wurst. Und aus ihrer Haut Leder für Schuhe.

Das alles macht man mit den armen Tieren, weil die meisten Menschen Eier, Milch und Fleisch haben wollen. Aber die Hühner, Schweine und Kühe wollen ganz was anderes!

Hühner wollen draußen rumlaufen, im Sand baden, am Boden scharren, Futter picken, in der Sonne liegen, sich ihr Gefieder putzen und mit ein Paar anderen Hühnern und einem Hahn herumgackern. Und Eier legen, wann sie Lust dazu haben. Und sie wollen auch ihre Eier ausbrüten und Kinder haben. Die Hühner hocken dann auf ihrem Nest und passen auf ihre Eier auf. Und wenn die Küken schlüpfen, passen die Hühner noch mehr auf ihre Kinder auf. Damit ihnen bloß nichts passiert.

Schweine wollen draußen rumrennen, sich im Schlamm suhlen und die Erde umgraben. Schweine stecken ihre neugierigen Rüssel überall rein und sind sehr schlau. Und sie möchten mit anderen Schweinen spielen und herumgrunzen und quieken. Schweine wollen aus Blättern, Ästen und Stroh große kuschelige Nester bauen, in denen sie schlafen können. Und Schweine mögen es genau so gern wie Hunde, wenn man ihnen den Bauch krault.

kuh Kühe wollen zusammen mit ihren Kälbchen draußen herumlaufen. Sie wollen gemütlich in der Sonne liegen, mit ihren Kindern kuscheln und ihnen ihre Milch geben. Sie wollen über die Wiesen laufen und in Ruhe ihr Gras fressen. Und wenn jemand vorbei kommt, machen sie freundlich "Muh", um Guten Tag zu sagen. Kühe sind nämlich sehr lieb.

Und dass weder ein Huhn noch ein Schwein noch eine Kuh eingesperrt und geschlachtet und umgebracht werden will, das ist ja klar. Sie alle wollen einfach nur ein langes und glückliches Leben haben, wie wir auch. Und sie wollen nicht, dass jemand ihnen weh tut.

In anderen Ländern gibt es Menschen, die essen Hunde und Katzen. Darüber regen sich die Menschen, die das nicht machen, schrecklich auf. Es ist ja auch eklig! Aber wenn die Menschen, die sich darüber aufregen, gleichzeitig andere Tiere essen, ist das doch komisch. Und verstehen kann man das nicht. Ob das ein Hund oder ein Kälbchen ist, die wollen nämlich beide nicht aufgegessen werden. Willst Du ja auch nicht, oder?

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