Vegane Haustierernährung
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Vegane Haustierernährung

Rein pflanzliche Kost für Hund und Katze: Nicht nur sehr gesund, sondern auch gelebter Tierschutz für alle Tiere.

Lucky Wir hegen und pflegen die uns anvertrauten Tiere und versuchen das optimale Zuhause für sie zu finden. Bei der Vermittlung von Ziegen, Schafen, Schweinen, Hühnern und Kaninchen (und natürlich auch allen anderen Tieren) bestehen wir als Tierschützer selbstverständlich darauf, dass diese Tiere nicht irgendwann im Kochtopf landen, obwohl es sich dabei um potentielle "Schlachttiere" handelt. Essen könnte man sie alle, wenn man denn will.

Jedes Tierheim wird denjenigen vom Hofe jagen, der einen solchen Wunsch äußern würde. Diese "essbaren" Tiere werden im Tierheim wohl behütet, aber gleichzeitig werden Tiere der gleichen Art eingedost an andere Tiere im Tierheim verfüttert. Der einzige Unterschied zu den geliebten Tierheimtieren ist, dass man die toten Tiere in den Dosen nicht kennt.

Verfüttert man fleischhaltiges Futter, müsste man konsequenterweise die sogenannten "Nutztiere" im Tierheim allein schon aus Kostengründen sofort der Schlachtung zuführen und verfüttern. Würde dies ein Tierheim tun, wäre der Skandal perfekt. Die gleichen Tiere aber anonymisiert in Dosen zu verfüttern, erscheint hingegen legitim. Wir können aber doch nicht einige Kaninchen oder Schweine, nur weil sie zufällig bei uns gelandet sind, lieben und pflegen und schützen, aber gleichzeitig die Tötung anderer (unbekannter) Kaninchen oder Schweine in Auftrag geben und o.k. finden.

Kaninchen Umfassender Tierschutz

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was Tierschutz exakt bedeutet, wenn man ihn ernsthaft betreibt? Bedeutet Tierschutz den Schutz willkürlich ausgewählter Kuscheltiere wie Hund und Katze oder den Schutz aller leidensfähiger Tiere ohne willkürliche Auswahl? Ehrlicher, umfassender Tierschutz schützt unserer Meinung nach alle Tiere. Deshalb nehmen wir auch alle Tiere auf, die unseres Schutzes und unserer Hilfe bedürfen, z.B. auch Schweine, Hühner oder andere "Nutztiere".

Daraus folgt aber auch logischerweise, dass wir keine Tiere schlachten können, um sie an die anderen zu verfüttern. Denn würden wir einige Tiere schlachten oder schlachten lassen, um sie zu verfüttern, dann wären wir sicher nicht unserer Aufgabe gerecht geworden, alle Tiere vor Leid und Tod zu schützen. Tiere gleichzeitig schützen und töten zu wollen, ist ein Widerspruch in sich und funktioniert nicht. Denn töten wir ein Tier, dann nehmen wir ihm das wichtigste und wertvollste, was es hat: sein Leben. Deshalb füttern wir auch unsere Tiere nicht mit handelsüblichem fleischhaltigem Fertigfutter, welches das Fleisch von geschlachteten Tieren enthält. Wir würden dann den Tierschutz für diese getöteten Tiere außer Kraft setzen. Deshalb bekommen unsere Hunde rein pflanzliches Futter und wir setzen uns selbstverständlich auch für eine fleischfreie Ernährung beim Menschen ein.

Die veganen Hunde

Seit Herbst 2001 füttern wir nun unsere Hunde vegan. Wir mussten uns zuerst einen Überblick über das Futterangebot verschaffen und wunderten uns, wie viele Sorten renommierter Hersteller bereits angeboten wurden. Mittlerweile ist uns eine Vielzahl an veganen Trockenfuttersorten für Hunde bekannt, aber auch Nassfutter und Leckerchen in jeder erdenklichen Form sind erhältlich. Äußerlich und bezüglich der Fütterungsweise unterscheidet sich das fleischlose Futter nicht vom fleischhaltigen Futter. Geschmacklich ist es ebenso: Den Hunden schmeckt es hervorragend! Es wird keinem Hund das Futter "aufgezwungen": die Vielfalt an leckerem Hundefutter ohne Fleisch lässt auch jedem noch so großen "Nörgler" das Wasser im Mund zusammenlaufen. Veganes Hundefutter ist als Trocken-, Nass- und Flockenfutter erhältlich. Einstiegstipps zum Einkauf finden Sie hier.

Was füttern wir?

Der überwiegende Teil unseres Hundefutters besteht aus Trockenfutter. Um es abwechslungsreich zu gestalten, verwenden wir mehrere Sorten, die abwechselnd gefüttert werden. Da aber Trockenfutter allein für manchen Hund zu langweilig ist, reichern wir das Trockenfutter oftmals z.B. mit sogenannten "Hundenudeln" und Gemüsebrühe an. Die "Hundenudeln" sind für den Hund abgestimmte, vorgekochte Nudeln, die man einfach in warmen Wasser einweicht. Aber auch verschiedene Flocken, Reismixer, veget. Feuchtfutter oder einfach Reis, Kartoffeln, Pasta, Gemüse, verschiedene Hülsenfrüchte (natürlich alles gekocht) und Sojaprodukte (Sojawürstchen, Tofu etc.) werden abwechselnd dem Trockenfutter beigegeben. Manche Hunde mögen auch grundsätzlich kein Trockenfutter (gleich ob fleischhaltig oder nicht), so dass diese immer Trockenfutter mit warmer Gemüsebrühe übergossen in Kombination mit etwas "leckerem" (Fertigfutter oder gekocht) bekommen.

Lucky mit Veggie-Wurst Die Umstellung

Anfangs waren wir der Meinung, wir müssten die Hunde langsam an die neue Kost gewöhnen. Aber schnell zeigte sich, dass es für die Hunde keinen Unterschied macht, ob nun irgendwo 4% Rind und einiges an Fischmehl oder anderen Schlachtabfällen im Fertigfutter enthalten sind oder nicht. Das veg. Futter schmeckt, riecht gut, sie essen es gerne, es kommt zu keinerlei Akzeptanz- oder Verdauungsproblemen. Jeder Hund bekommt bei uns vom ersten Tag an die vegane Kost. Wird der Hund vermittelt, so schwenken viele Halter leider aus Gewohnheitsgründen wieder zur fleischhaltigen Kost über, aber einige füttern das vegane Futter konsequent weiter. Umstellungsprobleme sind weder hin zum veganen Futter, noch umgekehrt zu beobachten.

Das sagt die Wissenschaft

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass der Verdauungstrakt des Hundes sehr wohl in der Lage ist, auch ohne Fleisch alle lebensnotwendigen Stoffe aufzunehmen. Lassen Sie sich nicht von denjenigen beirren, die fälschlicherweise das Gegenteil behaupten. Auch einige Tierärzte unterliegen immer noch dem Trugschluss, "der Darm vom Hund wäre zu kurz": Das stimmt aber nicht und das Gegenteil ist bewiesen. Diese Menschen haben oft noch die Vorstellung, eine vegane Fütterung bestünde aus rohem Gemüse und rohem Getreide; dies würde nämlich tatsächlich keine ausreichende Ernährung darstellen. Vielmehr ist es aber so, dass aus dem gekochten und/oder gebackenen Futter, wie beispielsweise dem veganen Fertigfutter, sehr wohl alle notwendigen Nährstoffkomponenten herausgelöst werden. Auch die Zuführung sämtlicher wichtiger Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wird durch die vegane Kost garantiert. An der UNI München wurde 1999 eine Doktorarbeit zu diesem Thema verfasst, James A. Peden belegt in seinem Buch "Vegetarische Hunde- und Katzenernährung" ebenfalls eindrucksvoll die Vorteile der veganen Hunde- und Katzenernährung. Die Tierschutzorganisation PeTA führte auch eine Studie zum Zustand vegan ernährter Hunde durch und kommt zu dem Schluss: Je länger ein Hund veganes Futter bekommt, desto geringer sein Risiko, an Infektionen oder Krebs zu erkranken. Auch bei uns gibt es Hunde, die nun schon seit 2001 vegan ernährt werden und sich nicht nur bester Gesundheit erfreuen, sondern sogar einen bessern Eindruck machen als gleichaltrige Nichtvegetarier. Viele Beispiele von Tierhaltern, welche ihren Hund mitunter von Welpenalter an vegan füttern und deren Tiere auch im hohen Alter kerngesund und topfit sind, untermauern eindrucksvoll die vorliegenden wissenschaftlichen Studien. Der älteste Hund Großbritanniens ist übrigens 27 Jahre alt und ebenfalls Vegetarier:

Die Border Collie-Hündin "Bramble" konnte nach Erreichung ihres 27. Lebensjahres als ältester britischer Hund in das Buch der Rekorde kommen. Trotz ihrer Jahre und etwas Arthritis ist sie aufgeweckt und aktiv. Ihre Besitzerin ist Veganerin und ernährt ihren Hund auch vegetarisch mit Reis, Linsen und Gemüse. Sie erhielt "Bramble" aus einem Tierheim, als diese zwei Jahre alt war. Der älteste Hund der Welt war ein australischer Cattle Dog namens "Bluey" der 1939 mit 29 Jahren und fünf Monten verschied. (Quelle: ÖKV-Magazin)

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Es ist an der Zeit für Veränderungen

Über viele Jahre verfütterten auch wir - einfach nicht wissend, dass es auch anders geht - herkömmliches fleischhaltiges Futter an unsere Tiere und waren guten Glaubens, alles erdenkliche für die Tiere zu tun und unserer Aufgabe in vollem Umfang gerecht zu werden. Erst ein Denkanstoß von außen brachte uns dazu, uns mit diesem Thema kritisch auseinander zu setzen. Daher möchten wir versuchen, auch andere Tierhalter und Tierheime dazu zu bewegen, sich mit diesem sehr wichtigen Thema zu beschäftigen. Denn ohne den ersten Anstoß von außen wären auch wir wahrscheinlich nicht zu einem Umdenken und einer Futterumstellung gekommen.

Bauten Tierschützer noch vor wenigen Jahrzehnten Tierheime im Stil von Zuchthäusern, die den Ansprüchen der Tiere in keiner Weise gerecht wurden, so sehen wir heute die Notwendigkeit von Gruppenhaltung, Platzangebot und Beschäftigungsmöglichkeiten für Hunde, ausreichendes Platzangebot für Katzen und Kleintiere als selbstverständlich an. Genauso wäre es nun an der Zeit zu erkennen, dass der Weg des Tierschutzes hin zum Veganismus - und damit auch zur veganen Fütterung - ein wünschenswerter und problemlos gangbarer Weg ist.

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