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Hund, Katze, Schwein...

für die Rechte der Tiere ... oder wie alles begann: Wo sich die Tierfreunde zum 01.01.2013 von ihrem bisherigen Namen verabschiedet haben und als Animal Rights Watch weitermachen, gibt es an dieser Stelle einen Blick zurück in „die Tierfreunde-Geschichte".

Was ist ein „Tierfreund"? Gute Frage. Ist man doch umgeben von „Tierfreunden" wie Pelzträgerinnen, die sich über die herzlose Abgabe von kleinen Kuscheltieren im Tierheim zutiefst empören. Oder „Tierfreunden", die mit der einen Hand ein gerettetes Schwein streicheln und in der anderen ein Wurstbrot halten. Und „Tierfreunden", die morgens einen Kanarienvogel retten und sich mittags ein Huhn in den Ofen schieben. Lauter „Tierfreunde", deren Freundschaft irgendwo – meist gleich hinter Hund und Katze - aufhört.

Unversehrtheit fordert „der normale Tierfreund" für ein paar Tiere, die als Freunde betrachtet werden, selbst wenn er sie nicht kennt, sondern es sich um Straßenhunde in der tiefsten Ukraine handelt. Währenddessen wird für andere ein gewaltsamer Tod als gerecht betrachtet: für Millionen von „Nutztieren", mitten unter uns. Daher wurden die Tierfreunde DIE Tierfreunde: mit der einfachen Botschaft, „alle Tiere sind gleich, und daher machen wir keine Unterschiede in dem, was wir ihnen an elementaren Rechten zugestehen".

Aktion in 2004 zum Welttierschutztag Auch die initiierenden Gründungsmitglieder von „die Tierfreunde e.V." und nun „Animal Rights Watch" waren am Anfang ihrer „Tierschutzarbeit" solche „normalen Tierfreunde" – bis die eigene Inkonsequenz von ein paar alten Hühnern hinterfragt wurde. Und die Erkenntnis folgte, dass wir vollkommen willkürlich ent- und unterscheiden, wem was zusteht. Die Hühner lehrten: wir können keine Grenzen zwischen verschiedenen Arten ziehen. Nicht, was ihre elementaren Bedürfnisse angeht, ihr Recht auf Unversehrtheit, Freiheit und Leben. Daraus folgte 2004 Vereinsgründung und vorherige Beendigung der bisherigen beruflichen Tierschutzarbeit, wo nicht alle Tiere gleich, sondern „manche eben gleicher" waren.

Zweite Erkenntnis vor Vereinsgründung war, dass im „klassischen Tierschutz" Tierfreunde, die nicht nur „Kuscheltiere retten", sondern sich für die Rechte aller Tiere unabhängig von ihrer Art einsetzen und folglich vegan leben, unerwünscht sind. „Extremismus" dieser Art geht vielen Tierschützern zu weit: so war es, als der Reichstierschutzbund in den heutigen Tierschutzbund überging und die „fanatischen Extremisten" verbannte, so ist es heute noch: wer keine Unterschiede machen möchte, wird „traditionell" aus den Tierschutzreihen ausgeschlossen. So muss es allerdings nicht bleiben – und Bewegung wird langsam erkennbar, woran die Existenz der Tierfreunde sicher nicht unschuldig ist.

Recherchen über die Tierindustrie Schon vor Vereinsgründung gab es erste Infostände, erste Demos, erste Recherchen. Gleich die erste Recherche in Siegen war dann für den jungen Verein und seine Mitglieder „sehr lehrreich". Die ersten TV-Beiträge, Filmvorführungen, Einsatz des ersten „Tierfreundemobils" mit Großleinwand, um die Bilder aus Schlachthöfen, Laboren, Pelzfarmen und Mastanlagen in die Öffentlichkeit zu tragen bildeten die Basis der Arbeit der Tierfreunde. Die Recherchen waren von Anfang an eine Haupttätigkeit und Grundlage für Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Wie dringend notwendig diese Arbeit war und ist, bestätigten von Anfang an die öffentlichen Reaktionen: „Wenn ich das gewusst hätte, würde ich schon lange anders handeln und mein Konsumverhalten ändern".

Polizeizensur in Siegen weggeklagt Wie wenig übergeordnetes Interesse rechtlicherseits an Aufklärung und Veröffentlichung besteht, erfuhren die Tierfreunde gleich zum Start in geballter Kraft: die erste Recherche in einer Siegener Schweinemastanlage, in der verheerende Zustände herrschten, hatte nicht zur Folge, dass der für die Tierqualen verantwortliche Mäster dafür bestraft wurde. Nein, diejenigen, die die Zustände anprangerten, wurden bestraft. Nachdem mit Undercover-Filmmaterial aus der Mastanlage Anzeige erstattet worden war, folgten bei den Tierfreunden Hausdurchsuchungen, Sicherstellungen von Computern, Film- und Bildmaterial, sich endlos hinziehende Gerichtsverfahren, Untersagung von Veröffentlichungen, Beschneidung der freien Meinungsäußerung. Währenddessen der Schweinemäster mit Rückendeckung von Kreisveterinär und anderen „höheren Stellen" weiter seine Tiere quälte. Letztendlich allerdings folgte, was in einem Rechtssystem zu folgen hat: die Tierfreunde bekamen Recht, die Schweinemastanlage wurde – Jahre später – geschlossen.

Infostand Was liegt hinter den Tierfreunden? Jährlich unzählige Infostände und Aktionen mit Tierfreundemobileinsatz, Bereitstellung von vielfältigem Informationsmaterial auch für andere Organisationen und Einzelpersonen, „Das V-Heft" als Starthilfe für eine vegetarische und vegane Ernährung, mittlerweile fast 100.000fach verteilt, 2006 die Veranstaltung des ersten Veggie Street Day, der seitdem fantastisch wächst. Viel Medienpräsenz und unzählige TV-Beiträge mit Tierfreunde-Recherchematerial, wodurch Millionen von Menschen erreicht wurden. Die Konfrontation mit dem, was die meisten Menschen eigentlich nicht sehen möchten, weil es sie als Konsumenten und „Mitschuldige" oftmals selbst betrifft, holt die Tiere, die man heute kaum mehr als fühlende Individuen kennt, in den Blick, wodurch Veränderungen zugunsten der Tiere überhaupt erst möglich werden. Praktischer Tierschutz wird in kleinem Rahmen in verschiedenen Pflegestellen geleistet. Seit 2007 gibt es ein neues Tierfreundemobil, das bis heute jede Woche an wechselnden Orten im Einsatz ist und eine ständig wachsende Zahl von Ortsgruppen mit vielen aktiven Menschen, die sich in ihrer Freizeit für die Rechte der Tiere engagieren.

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