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Eingang Schlachthof Klimakatastrophe abwenden: Essen gegen den Klimawandel

Was bringt mehr für den Klimaschutz: Das Auto stehen lassen oder statt dem Steak mal Gemüse essen? Experten raten zum Gemüse, denn: Die "Nutztierzucht" ist einer der größten Produzenten von Treibhausgasen und klimaschädlicher als der gesamte Verkehr.

Bangkok, 04.05.2007: Im dritten Teils des Weltklimaberichtes der Vereinten Nationen wird gefordert, die Weltgemeinschaft dürfe sich nicht mehr nur auf klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) konzentrieren. Stattdessen müsse eine "Multi-Gas-Strategie" auch die Zunahme von Methan, Lachgas und anderer Treibhausgase in der Atmosphäre eindämmen. Damit seien nicht mehr nur Autos und Kraftwerke im Fadenkreuz der Klimaforscher, Diplomaten und Politiker, heißt es. Dieser Teil des Weltklimaberichtes wird heute in Bangkok vorgestellt.

Traktor mit Dünger Die weltweite Viehwirtschaft verursacht neben CO2 auch viele andere Gase, deren Treibhauswirksamkeit viel höher ist als CO2 und die nur langsamer in der Atmosphäre abgebaut werden können. So ist die Viehzucht für 65% der weltweiten Stickoxidemissionen (NO ist 296-mal so schädlich wie CO2), 37% der Gesamtmethanproduktion (23-mal schädlicher als CO2) und 64% der gesamten Ammoniakproduktion verantwortlich, die ihrerseits weitere Methan- und Lachgasemissionen, sauren Regen und Nitrat im Grundwasser verursacht.

Pete Hodgson, neuseeländischer Gesundheitsminister, äußert sich bereits 2004 zur gefährlichen Methanemission der tierhaltenden Landwirtschaft gegenüber dem World Watch Institut in Washington: „Eine Tonne Methan, das wichtigste Treibhausgas in der Landwirtschaft, hat denselben Effekt auf die globale Klimaerwärmung wie 23 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Eine Milchkuh produziert jährlich 75 kg Methan, was über 1.5 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Natürlich verhält sich die Kuh dabei ganz natürlich. Aber es scheint so, dass die Menschen dabei vergessen, dass die Landwirtschaft ein Industriezweig ist. Wir ebnen das Land, säen Weideland, züchten Nutztiere und so weiter. Es ist ein von Menschen gemachtes Geschäft, nicht etwas Natürliches. Darin sind wir sehr gut, deshalb stieg die Methangasemmission um 150 Prozent in den vergangenen 250 Jahren, während die Kohlendioxidkonzentration nur um 30 Prozent angestiegen ist.“

Kühe im Stall Dr. Henning Steinfeld, Experte der UN-Welternährungs- organisation FAO warnt: "Tierzucht ist einer der größten Verantwortlichen für die heutigen Umweltprobleme. Wir müssen dringend etwas tun, um dem Abhilfe zu schaffen". Als Begründung nennt die FAO in ihrer Studie z.B. die Ausgasung aus Gülle und Ställen, die Brandrohdung der Regenwälder für Futteranbauflächen und die Düngung der Böden. Der Nutztiersektor erzeuge mehr Treibhausgase, gemessen in CO2-Equivalente, als das Transportwesen: nämlich 18 Prozent. Der Physiker Alan Calverd publizierte in der “Physics World”, dass zusätzliche 21% der CO2-Emmissionen allein durch die Atmung der Nutztiere in die Atmosphäre gelangen. Für ihn ist eine Reduktion der Fleischproduktion ein „einfaches Experiment“ zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls.

Prof. Dr. Ingrid Hoffmann, die den Lehrstuhl für Ernährungsökologie an der Universität Gießen inne hat, stellte schon 2002 fest, dass eine klimaschonende Ernährung den Ausstoß von Treibhausgasen im Ernährungsbereich um bis zu 50% senken kann. Die größte Ersparnis entstehe durch den Verzicht oder die Reduktion des Fleischkonsums.

Die EU-Kommission publiziert zum Klimawandel folgenden Tipp: „Essen Sie Gemüse! Die Fleischproduktion ist sowohl CO2-, als auch methanintensiv und erfordert große Mengen Wasser.“

Methanemissionen sind der Forschungsschwerpunkt von Mikrobiologe Dr. Ralf Conrad, geschäftsführender Direktor des Marburger Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Sein Forschungsergebnis: Der Klimawandel könnte gebremst werden, wenn die Menschheit sich anders ernähren würde. "Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten".

Autoren eines Artikels im Fachmagazin „The Lancet“ erklärten im Sept. 2007, dass der Verzehr bestimmter Tiere für fast ein Viertel aller Emissionen weltweit verantwortlich ist. Weniger Nachfrage nach Fleisch sei "die einzige wirkliche Alternative", erklärte einer der Autoren, John Powles von der Cambridge University (Der Standard, 14. September 2007).

 

„Ich versuche, bescheiden zu leben und Abfall zu vermeiden. Zudem bin ich zum Vegetarier geworden.
Dies, weil die Produktion eines einzigen Kilogramms Fleisch etliche Kilogramm CO2 freisetzt.“

Dr. Rajendra K. Pachauri, Nobelpreisträger und Vorsitzende des Uno-Weltklimarats (Migros-Magazin Nr. 38, 17.09.07)

 

?? Die Wissenschaft ist sich einig: Rind, Schwein und Huhn gehören zu den größten Treibhausgasemittenten. Das Klimaziel der Bundesregierung ist eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2010 um 28%, bis 2020 um 40% und bis 2050 um 80%. Das Bundsumweltamt sieht jedoch bereits die Nahziele in Gefahr: „Ohne weitere Maßnahmen werden in Deutschland die Klimaschutzziele bis 2010 nicht erreicht werden.“ Trotzdem wird die Klimaproblematik der Nutztierhaltung in der politischen Diskussion nahezu ausgeblendet. Denn: Von tierischen Produkten abzuraten ist unpopulär - aber es wäre dringend notwendig.

Warten Sie nicht auf eine politische Lösung - sie wird nicht kommen. Werden Sie selbst aktiv und meiden Sie tierische Produkte (Tipps zum Umstieg unter www.vheft.de). Verbreiten Sie diese Informationen an Bekannte und Verwandte; Informationsmaterial stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

(Jürgen Foß, 4. Mai 2007)


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