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Kükentötungen: NRW-Erlass will grausame Praxis in Brütereien beenden

tote Küken 50 Millionen Eintagsküken werden in Deutschland jährlich kurz nach dem Schlüpfen getötet: vergast, zermust, geschreddert. Es sind die männlichen Geschwister der „Legehennen“, für die es keine wirtschaftlich rentable Verwendung gibt. Fehlende Wirtschaftlichkeit ist allerdings nach dem Tierschutzgesetz kein „vernünftiger Grund“ für die Tötung eines Tieres. Animal Rights Watch kritisiert, dass es trotzdem geduldete Praxis ist, dass die männlichen Küken der Legehennenrassen in den Brütereien getötet werden, woran auch der aktuelle Vorstoß des grünen NRW-Umweltministers Remmel nichts ändern wird.

Remmel will die Kükentötungs-Praxis beenden und hat am 26.9.2013 per Erlass die Veterinäramter angewiesen, den Brütereien in NRW die Kükentötungen mit einer einjährigen Übergangsfrist zu untersagen. Dieser „Tierschutzerfolg“ hat jedoch mehr als einen Haken: Umweltminister Remmel hat leider auch keinen Alternativvorschlag, was stattdessen mit den Küken geschehen soll. Ihre Mast wäre nicht nur unwirtschaftlich, sondern zudem eine enorme Ressourcenverschwendung, weil dabei noch ein Vielfaches mehr an pflanzlichen Futtermitteln vergeudet würde als bei der Mast der „normalen Masthähnchen“. Von vielen Tierschützern favorisierte Methoden zur Geschlechtsbestimmung im Ei und Vernichtung der männlichen Küken schon vor dem Schlüpfen existieren zwar, sind aber noch weit entfernt von der millionenfachen Praxistauglichkeit. „Praxistauglich“ im Sinne des Tierschutzes wäre der verpflichtende Einsatz von Zweinutzungshühnern. Das steht aber nicht zur Diskussion: „Wettbewerbsverzerrungen“ und enorm steigende Preise für Eier und Hühnerfleisch sind politisch nicht gewollt.

Küken

Das illegale Töten der männlichen Eintagsküken geht also ungestraft weiter – obwohl jedes einzelne Küken, welches aufgrund seines Geschlechtes getötet und entsorgt wird, einen Verstoß nach §17 des Tierschutzgesetzes darstellt: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.“ Dass in NRW nach Ablauf der 1 Jahresfrist keine männlichen Eintagsküken mehr in den Brütereien vernichtet werden, ist kaum anzunehmen: Eine vorgeschobene Verwertung der Küken zum Beispiel in der Futtermittelindustrie könnte die Tötungen wieder als „vernüftig“ legalisieren.

„Das beste Mittel gegen Kükentötungen und Hühnerleiden ist der Verzicht auf den Eierkonsum“, so Animal Rights Watch.

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