Tierfreunde fordern Einstellung der Jagd auf Füchse
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21.09.04 Pressemitteilung:

Animal Rights Watch fordert Einstellung der Jagd auf Füchse

Corelfuchs Siegen/Düsseldorf: Mit einem dreiseitigen Schreiben fordert Animal Rights Watch (seinerzeit noch unter dem Namen "die Tierfreunde") die zuständigen Vertreter des Landes NRW und des Kreisgebietes Siegen-Wittgenstein auf, die Jagd auf Füchse einzustellen. Die Tierschützer beklagen, dass die Jagd auf Meister Reineke gegen das Tierschutzgesetz verstößt, da kein vernünftiger Grund für das Töten vorliegt. Seit 2002 wurden in ganz NRW keine tollwütigen Tiere mehr gefunden. In einzelnen Kreisgebieten, wie z.B. dem Kreis Siegen-Wittgenstein, wird 2004 sogar die erfolgreiche Immunisierung der Füchse mittels Impfköder eingestellt. Hier hatte es 1998 den letzten Fall von Tollwut gegeben. Die Tollwut stellt demnach keinen Grund zur Fuchstötung dar.

Corelfuchs "Die Verbreitung von Krankheiten und hohe Fuchsbestände werden durch die Jagd nicht eingedämmt, sondern gefördert", erläutert Animal Rights Watch. Die Tiere leben bei Jagddruck unter hohem Stress, die Familienverbände werden auseinandergerissen. "Dies führt dazu, dass sich nicht nur wie üblich die ranghöchste Füchsin paart, sondern alle Füchsinnen", so die Tierschützerin weiter. So entsteht durch die Jagd eine deutlich höhere Zahl von Jungtieren, die sich im Herbst neue Reviere suchen damit die Gefahr der Verbreitung von Krankheiten wie Fuchsbandwurm und Tollwut erhöhen.

Strecke legen Studien zufolge stellt der Fuchs auch keine Gefahr für die Beutetiere, wie z.B. den Feldhasen, dar. Demnach fallen allenfalls 5 Prozent der Hasen Beutegreifern zum Opfer, während der Rest durch Jäger, Straßenverkehr, Krankheiten, Landwirtschaft und insbesondere Hunger infolge des stickstoffgeschwängerten Einheitsgrüns unserer Landschaft zu Tode kommt. Da Füchse zudem nicht in der Lage sind, gesunde Hasen im Lauf zu erwischen, fallen ihnen in erster Linie kranke Tiere zum Opfer, die ansonsten womöglich andere Artgenossen mit ihrer Krankheit infiziert und dementsprechend weitaus gravierendere Verluste herbeigeführt hätten.

"Wir müssen der Verankerung des Tierschutzes im Grundgesetz endlich Rechnung tragen" meint Nanett Fuchs. "Über 50.000 Füchse werden jährlich in NRW, 2.000 davon allein in Siegen-Wittgenstein sinnlos getötet. Diesem eklatanten Verstoß gegen das Tierschutzgesetz muss jetzt entgegnet werden". Das Ende der Fuchsjagd soll nach dem Willen der Tierschützer durch eine Schonzeit für Füchse mit gleichzeitiger Kontrolle der Bestände eingeführt werden.

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Bilder: Füchse-Info