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Eingang Schlachthof Klimakatastrophe abwenden: Essen gegen den Klimawandel

Was bringt mehr für den Klimaschutz: Das Auto stehen lassen oder statt dem Steak mal Gemüse essen? Experten raten zum Gemüse, denn: Die "Nutztierzucht" ist einer der größten Produzenten von Treibhausgasen und klimaschädlicher als der gesamte Verkehr.

04.05.2007 (Akutalisiert im Oktober 2018): Der Ausstoß klimaschädlicher Gase wie Kohlendioxid (CO2), Methan oder Lachgas ist hauptsächlich für den Klimawandel verantwortlich. Um die Erderwärmung wenigstens noch etwas einzudämmen, müssen sich Transportwesen, Energiegewinnung und auch die Landwirtschaft ändern. Denn die Landwirtschaft allein ist für 11-14 % aller Treibhausgase verantwortlich.

Traktor mit Dünger Die weltweite "Nutztierwirtschaft" verursacht neben CO2 auch viele andere Gase, deren Treibhauswirksamkeit viel höher ist als CO2 und die nur langsamer in der Atmosphäre abgebaut werden können. Das Umweltbundesamt schreibt auf der eigenen Homepage: "2016 stammten rund 59 Prozent (%) der gesamten Methan (CH4)-Emissionen und 80 % der Lachgas (N2O)-Emissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft. Im Jahr 2016 war die deutsche Landwirtschaft für die Emission von insgesamt 65,2 Millionen Tonnen (Mio. t) Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten verantwortlich. Das sind 7,2 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen dieses Jahres. Die Emissionen aus der Landwirtschaft sind damit nach den energiebedingten Emissionen aus der stationären und mobilen Verbrennung (84,9 %) und vor den prozessbedingten Emissionen der Industrie (6,8 %) der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen in Deutschland." Stickoxide wie Lachgas sind dabei 296-mal klimaschädlicher als CO2, Methan ist 23-mal schädlicher als CO2 und Ammoniakemmissionen verursachen weitere Methan- und Lachgasemissionen, sauren Regen und Nitrat im Grundwasser.

Pete Hodgson, neuseeländischer Gesundheitsminister, äußert sich bereits 2004 zur gefährlichen Methanemission der tierhaltenden Landwirtschaft gegenüber dem World Watch Institut in Washington: „Eine Tonne Methan, das wichtigste Treibhausgas in der Landwirtschaft, hat denselben Effekt auf die globale Klimaerwärmung wie 23 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Eine Milchkuh produziert jährlich 75 kg Methan, was über 1.5 Tonnen Kohlendioxid entspricht. Natürlich verhält sich die Kuh dabei ganz natürlich. Aber es scheint so, dass die Menschen dabei vergessen, dass die Landwirtschaft ein Industriezweig ist. Wir ebnen das Land, säen Weideland, züchten Nutztiere und so weiter. Es ist ein von Menschen gemachtes Geschäft, nicht etwas Natürliches. Darin sind wir sehr gut, deshalb stieg die Methangasemmission um 150 Prozent in den vergangenen 250 Jahren, während die Kohlendioxidkonzentration nur um 30 Prozent angestiegen ist.“

Kühe im Stall Die Tierproduktion ist mit hauptverantwortlich für die heutigen Umweltprobleme, z.B. durch die Ausgasung aus Gülle und Ställen, die Brandrohdung der Regenwälder für Futteranbauflächen und die Düngung der Böden. Der Nutztiersektor erzeugt mehr Treibhausgase, gemessen in CO2-Equivalenten, als das Transportwesen. Eine klimaschonende Ernährung kann den Ausstoß von Treibhausgasen im Ernährungsbereich um bis zu 50 % senken. Die größte Ersparnis entsteht durch den Verzicht oder die Reduktion des Fleischkonsums. Die EU-Kommission publiziert zum Klimawandel folgenden Tipp: „Essen Sie Gemüse! Die Fleischproduktion ist sowohl CO2-, als auch methanintensiv und erfordert große Mengen Wasser.“

Methanemissionen sind der Forschungsschwerpunkt von Mikrobiologe Dr. Ralf Conrad, geschäftsführender Direktor des Marburger Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie. Sein Forschungsergebnis: Der Klimawandel könnte gebremst werden, wenn die Menschheit sich anders ernähren würde. "Kurz gesagt könnte die Parole lauten: Keine Rinder mehr essen, auf Milchprodukte verzichten".

„Ich versuche, bescheiden zu leben und Abfall zu vermeiden. Zudem bin ich zum Vegetarier geworden.
Dies, weil die Produktion eines einzigen Kilogramms Fleisch etliche Kilogramm CO2 freisetzt.“

Dr. Rajendra K. Pachauri, Nobelpreisträger und Vorsitzende des Uno-Weltklimarats (Migros-Magazin Nr. 38, 17.09.07)

 

?? Die Wissenschaft ist sich einig: Rind, Schwein und Huhn gehören zu den größten Treibhausgasemittenten. Deutschland hat sich als Klimaschutzziel gesetzt: Bis 2050 sollen die jährlichen Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 um 80 bis 95 Prozent sinken. Bis 2020 um 20% und bis 2030 um 40%. Bundsumweltministerin Schulze musste jedoch im Juni 2018 einräumen, dass die Ziele für 2020 weit verfehlt werden. Trotzdem wird die Klimaproblematik der Nutztierhaltung in der politischen Diskussion nahezu ausgeblendet. Denn: Von tierischen Produkten abzuraten ist unpopulär - aber es wäre dringend notwendig.

Warten Sie nicht auf eine politische Lösung - sie wird nicht kommen. Werden Sie selbst aktiv und meiden Sie tierische Produkte (Tipps zum Umstieg unter www.vheft.de). Verbreiten Sie diese Informationen an Bekannte und Verwandte; Informationsmaterial stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

 


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