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Kühe Wen wir essen

Die meisten Menschen sagen von sich, dass sie „nur wenig Fleisch essen". In Individuen gerechnet sieht das ganz anders aus: Der „durchschnittliche Deutsche" isst tatsächlich ungefähr 1000 Hühner, 50 Schweine, 50 Puten, 5 Rinder, 5 Schafe, 50 Gänse und Enten und unzählige Fische und Meerestiere in seinem Leben. 800 Millionen Säugetiere und Vögel wurden dafür 2012 allein in deutschen Schlachthöfen geschlachtet.

„Moderne Tierhaltung"

98% des in Deutschland gegessenen Fleischs stammt aus Massentierhaltung. Doch wo von „Kuhkomfort", „Wellness im Schweinestall" und „verantwortungsvoller Aufzucht" die Rede ist und ein Bild mit grüner Wiese und hübschem Fachwerkbauernhaus die Fleischverpackung schmückt, fällt es leicht, die Realität zu verdrängen. Die Tiere werden für die „moderne Tierhaltung" in Tierfabriken gepfercht, zurechtgeschnitten, enthornt, kastriert, bekommen die Zähne abgeschliffen, Schwänze und Schnäbel abgeschnitten, um sich nicht gegenseitig in der Enge ihrer Betongefängnisse umzubringen. Kannibalismus, bewegungslos eingesperrte Tiermütter, künstliche Besamungen, Beschäftigungslosigkeit und ein Leben in drangvoller Enge, Dreck und den eigenen Exkrementen sind die wahren Umstände „moderner Tierhaltung".

Massensterben trotz Antibiotika

schwein396 % der Tiere in den Zucht- und Mastanlagen bekommen Antibiotika. Trotzdem sind viele Tiere so krank, dass sie nicht einmal bis zur Schlachtung durchhalten. Etwa 50 Millionen Tiere sterben schon während Aufzucht, Haltung und Mast, weitere 4 Millionen Tiere auf dem Weg zum Schlachthof – jährlich allein in Deutschland. Diese „Verluste" sind für die Produzenten wirtschaftlicher als Investitionen in bessere Haltungsbedingungen und gesündere Tiere. Die Leichen der Masthühner, die in Deutschland jedes Jahr schon während der kurzen Mast sterben, füllen 1000 „Standard-Mastanlagen" mit jeweils 30.000 toten Hühnern.

„Tierwohl" als Marketing-Gag

75 % der Bevölkerung möchten, dass Fleisch aus „artgerechter Tierhaltung" stammt, und glauben gerne den Werbeversprechen vom „glücklichen Tier." Lebensmittelindustrie und Schlachtgiganten bieten zwecks Marktsicherung Fleisch mit undurchsichtigen „Tierwohl-Labels" an. Wer dazu greift, bekommt Fleisch von Tieren, die vielleicht unter minimal besseren, aber dennoch sehr schlechten Haltungsbedingungen litten – das gilt auch für die Fleischlabels verschiedener Tierschutzverbände. Auch Bio-Haltung garantiert kein „glückliches Tierleben". Selbst wenn einige Tiere „artgerechter" leben: Am Ende steht immer ein unnötiger und brutaler Tod im Schlachthof, meist bevor die Tiere überhaupt erwachsen sind.

Humane Schlachtung?

schwein1Schon der Transport zum Schlachthof ist eine Tortur für die Tiere, vor der Schlachtung erleiden sie Stress, Angst und Schmerzen, hören die Schreie ihrer Artgenossen und erleben deren Tod mit. Eine Betäubung durch Gas, Strom oder Bolzenschuss vor der Durchtrennung der Halsschlagader soll ihr Schmerzempfinden beim Ausbluten und Sterben ausschalten. Doch Untersuchungen in Schlachthöfen ergaben, dass die Betäubung bei 7% der Tiere – also jährlich 56 Millionen Tieren in deutschen Schlachthöfen – so mangelhaft ist, dass Rindern die Beine abgeschnitten werden, bevor sie tot sind, und sowohl Schweine als auch Hühner zum Teil lebend abgebrüht werden und in siedendem Wasser verenden. Nicht nur bei Akkordschlachtung in Großschlachthöfen, sondern auch „beim Metzger nebenan".

Warum Fleisch?

Würden Sie Hunde-, Katzen- oder Wellensittichfleisch aus „artgerechter Haltung" essen wollen? Nein? Warum dann Rinder, Schweine oder Hühner? Fleischproduktion verursacht immer Tierleid, belastet zudem das Klima, trägt zur Umweltzerstörung bei, verschwendet wertvolle Ressourcen wie Land, Wasser und Pflanzen und ist mitverantwortlich für den Welthunger. Dabei ist Fleisch weder ein notwendiger Nahrungsbestandteil noch gesund, sondern wird heute vielmehr in Zusammenhang mit vielen „Zivilisationskrankheiten" gebracht.

„Mittlerweile liegen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen vor. Diese belegen eindrucksvoll, dass nicht nur – wie früher behauptet – die insgesamt gesunde Lebensweise von Vegetariern den guten Gesundheitsstatus bedingt. Sie zeigen ebenso, dass zahlreiche Vorteile direkt auf die Ernährung zurückzuführen sind. Als Folge ihrer gesünderen Lebensweise ist das Risiko von Vegetariern für Diabetes mellitus, Gicht, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen niedriger. Die Lebenserwartung von Vegetariern ist in der Regel höher als die von Mischköstlern."

Prof. Dr. Claus Leitzmann, Institut für Ernährungswissenschaften, Justus-Liebig-Universität Gießen

„Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Pubertät."

Academy of Nutrition and Dietetics, vormals American Dietetic Association (ADA)


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Text & Bilder: Animal Rights Watch e.V.