Kaninchenzuchtvereine
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kaninchen_3 Organisiert in Orts-, Regional- und Landesgruppen und im Bundesverband der Deutschen Kaninchenzüchter mit 185.000 Mitgliedern wird gezüchtet, was das Zeug hält, wobei Farbe, Rasse, Fell- und Körpermerkmale im Vordergrund stehen, offensichtlich unabhängig davon, ob es der Gesundheit der Tiere zuträglich ist oder nicht: Kaninchen mit zuchtbedingten Krankheiten, langhaarige Tiere, die sich selbst ihr Fell nicht pflegen können, Tiere, deren Hängeohren über den Boden schleifen, Tiere mit schweren Zahnfehlern und anderen Defekten; Hauptsache "schön".

kinder_kaninchen_1 Nach der zwangsweisen Verpaarung, dem ständigen Gebären und in der Regel einem Leben unter erbärmlichsten Bedingungen geht es mit dem erzeugten "Tiermaterial" ab auf die Ausstellungen, lokal, überregional, denn schließlich wollen die Züchter Dank und Lorbeeren für ihr angestrengtes Schaffen. Nicht die Liebe zum Tier, sondern das Streben nach Landes- und Bundessiegerauszeichnungen, Bürgermeisterpokalen und ähnlichen Siegen scheint das Wirken der Kaninchenzüchter und Kaninchenzuchtvereine zu bestimmen.

fall_bb_2 Die gängige Kaninchen-Haltung in engsten Ställen auf Plastikrost oder Drahtgitterboden und in Einzelhaft, die den Tieren alle Möglichkeiten artgemäßen Verhaltens und Lebens nimmt, bedeutet für die Kaninchen lebenslanges Leiden, denn trotz aller Zucht unterscheiden sich die Bedürfnisse und Verhaltensweisen dieser Kaninchen nicht von denen ihren wilden Artgenossen - sofern man sie denn lassen würde.

kinder_kaninchen_3 Zusätzlichen Stress im qualvollen Leben der Tiere verursachen die Wochenenden der Kaninchenzuchtausstellungen, wo der Höhlenbewohner, das Fluchttier Kaninchen in seiner Gitterbox schutzlos dem Publikum ausgeliefert ist, teilweise Hunderte und Tausende von Tieren nebeneinander, während Begutachtungen stattfinden und Lokalpolitiker diesen Veranstaltungen, die sie gerne und ungeniert als "kulturelle Bereicherung" bezeichnen, als lobende, wohlwollende, angebliche Tierfreunde und Schirmherren beiwohnen. Die unzähligen Kaninchen, welche für Ausstellungen nicht gut oder schön genug sind, werden von ihren Haltern schon im Vorfeld ermordet. Dieser "überflüssigen Fresser" und dem unverkäuflichen Zuchtüberschuss, den man nicht im Zuge der Ausstellungen an weniger versierte "Kaninchenfreunde" verkaufen oder via Zoohandel als lebendige Kinderspielzeuge vermarkten kann, entledigen sich die Züchter durch Schlachtung.

Diese "ausgemerzten" Zuchtkaninchen bzw. Teile von ihnen nehmen jedoch oft trotzdem an den Ausstellungen und Wettstreiten der Kaninchenzüchter teil: tot, leblos und abgezogen, verarbeitet zu nutzlosen Fellartikeln wie steinzeitlichen Kleidungsstücken, hässlichen Kissen und geschmacklosen Kinderspielzeugen. So wird manchem Kaninchen, welches im Leben "nichts wert" war, dann posthum bei den "Erzeugnisausstellungen" Ehre zuteil, wenn sein Fell von der Züchtergattin in ein "künstlerisch wertvolles" Kinderspielzeug in Form eines Kaninchen-Kuscheltieres verwandelt wurde. Eine Leiche als Kuscheltier für ein Kind?

Der Rest der Kaninchenleiche, geschlachtet mehr oder weniger fachmännisch mal eben Samstags zwischen Autowaschen und Erbsensuppe, bereichert am Sonntag den Mittagstisch der Züchterfamilie: während Züchter und Gattin sich ihr totes Kaninchen schmecken lassen, sitzen die Kinder heulend am Tisch und weigern sich standhaft, "Hoppel" oder "Hasi" zu essen. Die Züchter bemühen sich nach Leibeskräften, ihr "Hobby" an die nächste Generation weiterzugeben, für genügend Publicity sorgt zuhauf die über siegende Rammler, Pokalgewinne und das nette Vereinsleben, aber bisher kaum über Hintergründe der millionenfachen Kaninchenqual berichtende Lokalpresse. Jedoch: solange die Kaninchenzuchtvereine über Nachwuchsmangel in den Züchterreihen klagen und Kinder sich instinktiv gegen diese Tierquälerei richten, besteht Hoffnung.

kaninchen_uzum_1 Die rechtliche Situation der Kaninchen ist mehr als schlecht: es gibt keine Richtlinien oder gar verbindliche Verordnungen zur Haltung. Eine nach dem Tierschutzgesetzt vorgeschriebene verhaltens- und artgerechte Unterbringung unter Vermeidung von Schmerzen und Leiden ist die praktizierte Kanincheneinzelhaltung auf - wenn es hoch kommt - einem halben Quadratmeter Stallfläche mit Sicherheit nicht, aber hier scheinen Veterinäre trotz aller Kenntnis gerne alle Augen zuzudrücken, kommen sie doch so schon mit ihrer Arbeit und der Erledigung ihrer Aufgaben nicht hinterher.

Den gesetzlich geforderten "vernünftigen Grund", der zum Töten eines Tieres vorliegen muss, liefern die Kaninchenzüchter beim Sonntagsmahl: während die Ausübung von Freizeitvergnügen, Befriedigung von Profitsucht und Pokalgewinnverlangen keine "vernünftigen Gründe" nach dem Tierschutzgesetz darstellen, wird das essen eines Tieres gegenwärtig als "vernünftig" erachtet: wer also seine Opfer kocht und aufisst, ist demnach "rechtlich" fein aus dem Schneider.

kanin_wildlinge_2 Kaninchen leiden still und unbemerkt, und das ist ihr Verhängnis. Solange ignorante und tierfeindliche Lokalpolitiker, einseitige pro Kaninchenzucht-Berichterstattung der Presse und unwissende potentielle Besucher von Kaninchenzuchtausstellungen diesen Veranstaltungen nicht ein klares Nein erteilen und Amtsveterinäre alle verfügbaren Augen zudrücken, wenn es um die Beurteilung von Kaninchenhaltungen geht, wird sich an der derzeitigen katastrophalen Situation dieser Tiere nichts ändern. Auszeichnungen und Erfolge eines Kaninchenzüchters verlieren dann ihren Wert, wenn sich niemand mehr dafür interessiert, was sicherlich vermehrt und irgendwann gänzlich zur Frustration der Züchter und Aufgabe des Züchterhobbys führen wird.