Jagd
Animal Rights Watch auf Twitter Animal Rights Watch auf Facebook Zum YouTube-Kanal

Aktuell

Sag Nein zu Milch

Die Jagd ...und die Lust am Töten

 

Totes Reh vor Hochsitz Jagd bedeutet Leid und Tod für leidensfähige Mitgeschöpfe und schadet dem Gleichgewicht der Natur.

Der Jäger als Raubtierersatz

Müssen Jäger die Rolle fehlender Raubtiere übernehmen, weil das Wild in den Wäldern sonst überhandnehmen würde? Erst rotteten Jäger alle großen Raubtiere aus, nun wollen sie deren Platz als „Beutegreifer" einnehmen. Die Wilddichte lässt sich dadurch jedoch nicht dezimieren, da Raubtiere so gut wie keinen Einfluss auf die Populationsdichte ihrer Beutetiere haben. Unwiderlegbare Beweise dafür sind Gebiete, in denen die Jagd verboten wurde, wie z.B. der Kanton Genf, wo die Jagd 1974 per Volksentscheid abgeschafft wurde. Jagdbefürworter versuchten, das Schreckgespenst einer zu hohen Wilddichte in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern und ihnen einzureden, dass durch ein Jagdverbot erhebliche Schäden in Wald und Landwirtschaft zu erwarten seien. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus: Die Größe der Wildpopulationen und Schäden durch Wildverbiss sind in jagdfreien Gebieten nicht größer als in den Gebieten, in denen gejagt wird.

Die Wildschwein-„Plage"

Kann Jagd die „Wildschwein-Plage" eindämmen – oder ist sie sogar der Grund dafür? Je mehr gejagt wird, desto mehr werden gut funktionierende Familienverbände auseinandergerissen, worauf Wildschweine mit vermehrter Fortpflanzung reagieren. In ungestörten Rotten reguliert die „Leitbache" die Fortpflanzung und bestimmt ihren Zeitpunkt. Ihr Abschuss führt dazu, dass sich alle weiblichen Rottenmitglieder unkontrolliert reproduzieren und damit die Bestände unnatürlich anwachsen. Auch die sogenannte „Kirrung", die Fütterung der Schweine zum Anlocken an Abschussplätze, unterstützt die Erhöhung der Wildschweinpopulation. „Wildschweinschäden" an landwirtschaftlichen und anderen Flächen werden durch die Jagd mit verursacht: Der Jagddruck in ihrem Lebensraum treibt die Tiere zwangsläufig in die Maisfelder, die allerorts unmittelbar „vor ihrer Tür" angelegt wurden. Selbst die Schweinepest ist kein Jagdgrund: Die Impfung der Tiere ist die wirksamste Strategie.

Die Tollwutlüge

fuchs streckeIst die Fuchsjagd notwendig, um die Ausbreitung der Tollwut zu verhindern? Ganz im Gegenteil: Durch die Jagd wird die Ausbreitung von Krankheiten gefördert. Starke Bejagung führt zu ständiger Flucht, damit zu einem beschleunigten Ortswechsel der Tiere und zur Ansteckung von Füchsen in anderen Revieren. Der einzige wirksame Schutz vor Tollwut ist die konsequente Impfung. Durch diese Maßnahme ist Deutschland seit einigen Jahren tollwutfrei (nach OIE-Kriterien frei von terrestrischer Tollwut). Seitdem wird ein anderer Jagdgrund propagiert: der Fuchsbandwurm. Obwohl die Zahl der mit dem Fuchsbandwurm infizierten Füchse in Endemiegebieten relativ hoch ist, konnte kein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer hohen Population von befallenen Füchsen und erhöhten Infektionsraten beim Menschen festgestellt werden. Die Jahresstatistik des Robert-Koch-Instituts weist für 2010 lediglich 117 Fälle von Echinokokkose beim Menschen aus. Die Gefahr für den Menschen, am Fuchsbandwurm zu erkranken, ist damit bedeutend geringer, als einem der jährlich 800 Jagdunfälle in Deutschland zum Opfer zu fallen und beim Waldspaziergang „versehentlich" angeschossen oder erschossen zu werden.

Jagdopfer Haustier

Ihr Hund oder Ihre Katze ist spurlos verschwunden? Deutsche Jäger erlegen jährlich ca. 400.000 Katzen und ca. 65.000 Hunde. Haustiere, die „wildernd" vom Jäger „erwischt" werden, dürfen erschossen werden. Die Beurteilung, ob das Tier wildert oder nur in der Sonne sitzt, bleibt dabei dem Jäger überlassen. In den offiziellen „Jagdstrecken" tauchen die getöteten Haustiere nur vereinzelt auf: Sie werden meist klammheimlich im Wald verscharrt.

Die Lust am Töten

strecke blasenAlle wesentlichen von der Jägerschaft genannten Gründe für die Jagd sind heute wissenschaftlich widerlegt.Ließe man der Natur ihren Lauf, würden sich die Tiere dem Platz- und Nahrungsangebot anpassen und sich nicht in unnatürlich hohem Maße fortpflanzen, wie es durch die Eingriffe der Jäger geschieht. Heute wieder einwandernde große Raubtiere wie der Wolf werden nicht selten von Jägern als „Nahrungskonkurrenten" heimlich aus dem Weg geschossen. Es gibt keinen rationalen Grund für die Jagd – es sei denn, man sähe die Lust am Töten oder das Sammeln von Trophäen als solchen an.

Jäger vs. Jagdgegner

Rund 350.000 Jäger in Deutschland erlegen pro Jahr etwa 5 Millionen Wildtiere. Nach einer repräsentativen Umfrage des GEWIS-Instituts lehnen 71 % der Bevölkerung die Jagd ab (1996). Bereits mehr als zwei Drittel der deutschen Bevölkerung fordern laut einer Emnid-Umfrage vom September 2004 die Abschaffung der Jagd.

Schon der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, vertrat die gleiche Meinung zur Jagd wie die Mehrheit der Bevölkerung: „Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit."

Literatur:

  • Thomas Winter: "Jagd - Naturschutz oder Blutsport?", Passau 2003, ISBN 3-00-012219-2, Winter Buchverlag
  • Carlo Consiglio: "Vom Widersinn der Jagd", Verlag Zweitausendundeins
  • Dag Frommhold: "Jägerlatein - über die ökologischen Lügen der Waidmänner", Okapi-Verlag, 1996

Mehr zu diesem Thema:

Text und Bilder: Animal Rights Watch e.V.