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Zebu Kälber In dieser Haut möchten Sie nicht stecken!

Genau wie Pelz ist Leder die Haut eines Tieres, das für diesen Zweck sein Leben verliert. Zwar wird es gerne als „Naturprodukt“ beworben, das in den hiesigen Schlachthöfen „sowieso“ anfalle und deshalb verwertet werden müsse. Mit der Realität hat das jedoch wenig zu tun. Der weitaus größte Teil des Leders, das uns in Form von Schuhen, Kleidung, Möbeln oder Accessoires begegnet, stammt aus Ostasien und vom indischen Subkontinent. Allein in Bangladesch werden jährlich rund zwei Millionen „heilige Kühe“ aus Indien ihrer Haut wegen getötet – ein einträgliches Geschäft für Schmuggler und korrupte Amtsträger.

Nach meist tagelangen Märschen und Transporten erleben die Rinder bei vollem Bewusstsein mit, wie ihnen die Kehle aufgeschnitten und teils auch bereits die Haut vom Leib gezogen wird. Anderen Tieren ergeht es nicht besser: Millionen Schafe und Ziegen, aber auch Hunde und Katzen sterben jedes Jahr für die Lederindustrie. Für Exotenleder wird Krokodilen der Schädel zertrümmert, Schlangen werden lebendig gehäutet, beides gefolgt von einem stundenlangen Todeskampf.

Giftcocktail statt „Naturprodukt“

Jede Tierhaut würde von Natur aus altern und verrotten. Um sie stattdessen haltbar und geschmeidig zu machen, benötigt die Lederindustrie große Mengen giftiger Chemikalien. Zum Gerben etwa werden Chrom-III-Salze eingesetzt, aus denen sich giftiges Chrom VI bilden kann. Diese erbgutschädigende und allergene Schwermetallverbindung bleibt im fertigen Lederprodukt enthalten und kann sogar Krebs verursachen. Stiftung Warentest fand 2013 in jedem fünften Kinderschuh und jedem dritten Arbeitshandschuh aus Leder so gesundheitsschädliche Mengen an Chrom VI, dass die Produkte nicht hätten verkauft werden dürfen.

Schon gewusst?
Hunde- und Katzenleder ist in der EU verboten, wird aber millionenfach in Form von Handschuhen, Portemonnaies, Spielzeug und Accessoires mit falscher Deklaration importiert. Im Handel muss die Tierart nicht gekennzeichnet sein.

Opfer der Lederindustrie

Nicht nur Tiere leiden und sterben für die Herstellung von Leder. Auch zahlreiche Menschen und ganze Landstriche fallen dieser lebensverachtenden Industrie zum Opfer. Fehlende Umwelt- und Sozialstandards, Armut und Niedriglöhne machen die Lederproduktion und -verarbeitung in Ländern wie Indien, China, Bangladesch oder Vietnam besonders attraktiv. Oft sind es Kinder oder Menschen aus den niedrigsten sozialen Schichten, die dort barfuß in der giftigen Chemikalienbrühe stehen und tagtäglich giftige Dämpfe einatmen. Der ständige ungeschützte Kontakt mit diesen gefährlichen Stoffen führt regelmäßig zu schweren Haut- und Atemwegserkrankungen, nicht selten mit Todesfolge.

Zudem gelangen die toxischen Schwermetalle aus den Gerbereien meist ungefiltert in Grundwasser und Flüsse, in den Boden und die Nahrungskette. Auf diesem Weg vergiften sie in großem Umkreis die Natur und die Bevölkerung. Zu den Folgen zählt eine deutliche Häufung von Leukämie und Fehlgeburten. Ein Ethiktest mehrerer Verbraucherschutzorganisationen ergab im Jahr 2012, dass von 16 Markenschuhherstellern nicht ein einziger sichere Angaben zur Herkunft des verwendeten Leders machen, geschweige denn Zwangsarbeit und Umweltzerstörung ausschließen konnte.

Film: Gift auf unserer Haut Dokumentation des Elends
Machen Sie sich selbst ein Bild: Die weitreichenden Folgen der Lederherstellung für Menschen, Tiere und die Umwelt zeigt die TV-Dokumentation „Gift auf unserer Haut“, die hier frei verfügbar ist.

Qualität ganz ohne Qual

Tierfreundliche Lederalternativen sind heute so hochwertig und vielfältig wie nie zuvor. Schuhe aus Hanf oder Leinen etwa lassen in puncto Atmungsaktivität und Umweltfreundlichkeit jedes andere Material weit hinter sich. Kork hat sich für Taschen, Jacken, Gürtel und auch Schuhe als ebenso geschmeidige wie robuste Lösung etabliert. Und die modernen Kunstleder, die vegane Pioniere in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben, sind längst so langlebig und komfortabel wie das Original – ohne dass Tiere dafür leiden müssen.

Neue Technologien ermöglichen es zudem, aus Pflanzenfasern oder Pilzkulturen veganes „Leder“ mit flexiblen Eigenschaften herzustellen. Da hierbei natürliche Reststoffe wie Ananasschalen, Wein- und Apfeltrester verwertet werden, handelt es sich auch ökologisch um eine besonders sinnvolle Zukunftsalternative.

So vermeiden Sie Leder

Eine große Auswahl tierleidfreier Produkte finden Sie über das Internet, zum Beispiel mit dem Suchbegriff „vegane Schuhe“. Im Einzelhandel ist das Angebot häufig begrenzt, und Lederanteile sind – selbst für das Verkaufspersonal – nicht immer zu erkennen. Die gängige Kennzeichnung bietet zumindest eine grobe Orientierung:

Achtung: Textil, Sonstiges oder Leder?