Für die Schließung aller Schlachthäuser 2020: Rückblick Kassel

2020 stellten die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund des Coronavirus auch die jährliche Demonstrationsreihe für die Schließung aller Schlachthäuser vor neue Herausforderungen. Einige Veranstaltungen wurden abgesagt. Andere konnten unter besonderen Auflagen stattfinden.

22. August 2020, Kassel

Hinsehen – mitfühlen – handeln

Unübersehbar und unüberhörbar sein – diesem Ziel wurde auch die achte Demonstration für die Schließung aller Schlachthäuser 2020 ganz klar gerecht. Direkt an einer zentralen Straßenbahnhaltestelle platziert, war die stationäre Veranstaltung ausgesprochen präsent. Nachdem in den vergangenen Jahren Göttingen zum Austragungsort der Demo im Herzen Deutschlands geworden war, kehrte sie 2020 in die Stadt zurück, die 2014 die Demoreihe überhaupt erst nach Deutschland brachte: Kassel. Einmal mehr setzte sie auf Elemente, die sich in Kassel und Göttingen bereits bewährt hatten: so wurden die Bahnfahrenden mit den über Lautsprecher abgespielten Schreien von Tieren im Schlachthof empfangen und blickten auf ein starkes Standbild mit Kunstblut und der personifizierten Gier als Triebkraft der unnötigen Tötungen.

Welche Konsequenzen sich ziehen lassen, wenn die Empathie einmal geweckt ist, ließ sich am Infostand erfahren, aber auch unmissverständlich etwa aus den Songs von Liedermacherin NETTE. Mit ihrem Song „Go Vegan“ hatte sie schon bei der Videoproduktion zum Mitwirken eingeladen – auch an diesem Samstag konnten die Teilnehmenden mitsingen. Die Botschaft ist so klar wie einfach und wird nur ganz am Ende noch einmal „relativiert“: „No – don’t go vegan: Run!“ Vegan werden, besser heute als morgen. Schließlich läuft unzähligen Opfern unseres Konsumrausches die Zeit davon.

Breites Themenspektrum

Die Redebeiträge deckten ein breites Spektrum an Themen ab: Berichte über Schlachthofbesetzungen oder von den Schlachthoferfahrungen einer Tierärztin. Gewerkschaftler Andreas Kampmann sprach über ausgebeutete Arbeiter*innen, Klimaaktivist Mogli über die Zerstörung des Planeten durch Tierkonsum. In der Presse führte das zu dem Missverständnis, es ginge bei der Demo um bessere Arbeitsbedingungen. Zu verbreitet ist der Gedanke, es gelte, Symptome zu bekämpfen. Was wir fordern, ist ein Ernährungssystem auf pflanzlicher Basis. Die Schlachthäuser sollen nicht nur schließen, bis Corona verschwunden ist und Werksverträge abgeschafft sind. Wir fordern die dauerhafte Schließung, weil kein Mensch mit Blut sein Brot verdienen sollte, und weil wir den Tieren mehr schulden als eine Debatten über den Platz, den wir ihnen in Käfigen und Mastanlagen zugestehen: Gerechtigkeit.

Stand: 07/2019 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.

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