Geschlagen, getreten, getötet – so leiden Schweine in der Schweinezucht

Eine schwer kranke Sau wird nicht behandelt, brutal getreten und getötet; kleine und schwache Ferkel werden erschlagen und männliche Ferkel sind während der Kastration offenbar nicht ausreichend betäubt. Diese schrecklichen Bilder filmten versteckte Kameras in einer Brandenburger Schweinezucht. Erneut beweisen heimliche Stallbilder, dass unendliche Grausamkeit zum Alltag in der Tierproduktion gehört.

6. Dezember 2021, Brandenburg

ZDF WISO berichtet mit Videomaterial von ARIWA.

Ferkel werden erschlagen

Versteckte Kameras filmten in dem Betrieb mit 13.000 Ferkeln und 3.700 Mutterschweinen grausame Szenen. Kleinere Ferkel werden hier illegal erschlagen. In einen Abfalleimer geworfen, strampeln sie vor den Augen einer Arbeiterin noch minutenlang um ihr Leben. Dieses Vorgehen ist Standard in der Branche. Das zeigen wir regelmäßig seit 2013, ohne dass Presseberichte, politische Debatten, Erlasse oder Strafanzeigen etwas daran ändern würden. Meist sind diese Ferkel überlebensfähig. Doch der Aufwand, um sie aufzupäppeln, rechnet sich nicht. Die Tiere sind damit als Ware schlicht wertlos.

Ferkelkastration

Wenige Tage alte männliche Ferkel werden hier allem Anschein nach ohne ausreichende Betäubung kastriert. Ihnen wird zwar ein Narkosemittel gespritzt, doch die Bewegungen der Ferkel deuten darauf hin, dass sie nicht vollständig bewusstlos sind. Die Hoden werden Ihnen herausgerissen, ohne zu überprüfen, ob die Narkose ausreichend wirkt. Die damit verbundenen starken Schmerzen halten oft mehrere Tage an.

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Kranke Sau wird brutal getötet

Auffällig viele Säue leiden an einem Gebärmuttervorfall, einer schmerzhaften Ausstülpung der Gebärmutter nach der Geburt. Doch sie werden nicht behandelt und auch nicht in eine Krankenbucht verlegt. Denn dort könnten sie nicht mit Gittern fixiert werden, um ihre Funktion als unbewegliche Gebär- und Milchmaschinen zu erfüllen.

Die Aufnahmen zeigen auch die „Nottötung“ einer Sau mit extremem Gebärmuttervorfall. Einen Tag vorher wird sie von einer Arbeiterin geschlagen, um zu prüfen, ob sie noch aufstehen kann. Erst wenn die Sau dafür keine Kraft mehr hat, wird sie getötet. Denn: Auch sie soll noch möglichst lange ihre Ferkel säugen und bis zum Ende ‚funktionieren‘. Um die Sau aus ihrer Bucht zu bewegen, tritt ein Arbeiter dann minutenlang auf sie ein und reißt an ihrem Schwanz. Als wären die Qualen in ihrem Unterleib nicht schon genug. Als sie nicht aufsteht, wird sie mit einem Bolzenschuss in den Kopf betäubt und mit einem Schnitt in den Hals getötet. Ihr Todeskampf dauert mehrere Minuten.

Tierleid beenden

Bilder wie diese gehören zum Alltag in der Schweinezucht. Wo Tiere als Waren gelten, sind ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und ihr Leben ausschließlich ein Teil der Kosten-Nutzen-Kalkulation. Deshalb kann nur eine vollständige Abkehr von der Tiernutzung und die Umstellung der Landwirtschaft auf einen veganen Pflanzenbau das Leiden der Tiere beenden.

Stand: 12/2021 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.

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