
Kollateralschäden
100 Millionen Tiere sterben jedes Jahr noch in den Mast- und Zuchtanlagen, Eierfabriken und Milchanlagen. Sie sind von vorn herein in die Produktionskosten eingepreist.
Rund 100 Millionen Tiere sterben qualvoll vor der Schlachtung als Kollateralschäden der Tierindustrie
Jedes Jahr werden fast 750 Millionen Tiere in deutschen Schlachthöfen getötet. Doch die Tierindustrie fabriziert weit mehr Opfer, als es die offiziellen Schlachtzahlen vermuten lassen. Jedes Jahr sterben rund 100 Millionen kranke und schwache Tiere qualvoll in Zucht- und Mastanlagen, in Milchbetrieben, Brütereien oder Legehennenanlagen. Sie werden erschlagen, erstochen oder sterben an unversorgten Wunden, Entzündungen und Krankheiten, die aus Kostengründen nicht behandelt und angemessen gepflegt werden. Sie werden getötet, weil sie zu schwach sind, um noch zum Schlachthof transportiert zu werden. Diese Opfer sind bereits von vornherein mit einkalkuliert und werden in Kauf genommen.
Zahl der Opfer wird nicht überwacht
Die Zahl der betroffenen Tiere wird offiziell nicht überwacht. Wir haben sie hier aus den durchschnittlichen Mortalitätsraten, wie sie die Industrie selbst angibt und offiziellen Schlachtstatistiken abgeleitet. Die Anzahl der getöteten und gestorbenen Schweine haben wir einer Studie von 2017 entnommen, die der verendeten Rinder einer kleinen Anfrage von 2018.
Mehr als 80 Mio. Hühner und Puten sterben während der Nutzung
So sterben jedes Jahr zusätzlich zu den ca. 623 Millionen geschlachteten „Masthühnern“ über 37 Millionen Hühner bereits während der wenige Wochen kurzen Mast (typische Mortalität 5 bis 7 %). [1,2] Zusätzlich zu den 34,2 Millionen Puten, die jedes Jahr in deutschen Schlachthöfen getötet werden, sterben jedes Jahr circa 2,2 Millionen Puten noch in den Mastbetrieben (bei typischen Mortalitätsraten von 5 bis 8 % [3,4 u. a.]).
33 Millionen Hennen aus der deutschen Eierproduktion werden jedes Jahr im Alter von 1,5 Jahren im Schlachthof getötet, da ihre „Legeleistung“ nachlässt. Weitere 2,2 Millionen Hennen überleben die Torturen des Dauereierlegens nicht mal bis dahin (typische Mortalität 6 bis 12 % [5]). Natürlich gehören auch die über 40 Millionen männlichen Küken der Legehühnerlinien, die in deutschen Brütereien kurz nach dem Schlüpfen getötet werden, zu den Kollateralschäden der Eierindustrie.
17 Mio Ferkel und Schweine
Neben den über 55 Millionen Schweinen, die jedes Jahr in deutschen Schlachthöfen getötet werden, sterben jährlich 13 Millionen Schweine noch in den Mast- und Zuchtanlagen. Das entspricht 21 Prozent der lebend geborenen Schweine. [6] Weitere 4 Millionen Ferkel werden nach unserer Einschätzung noch am ersten Lebenstag als angeblich „nicht überlebensfähig“ getötet oder unversorgt einem langsamen Tod überlassen. [7]
Fast eine Mio Kühe und Kälber
Auch die Milchindustrie fordert täglich ihre Opfer: Fast 600.000 Rinder sterben jedes Jahr in den Haltungsbetrieben oder werden dort notgetötet. Das hatte 2018 eine kleine Anfrage ergeben. [8] Zusätzlich sterben circa 170.000 Kälber jedes Jahr im Alter von unter 8 Monaten (typische Mortalität 5 bis 10 % [9]).

Die Opfer sind einkalkuliert
Alle diese Opfer sind bereits von vornherein mit einkalkuliert und werden in Kauf genommen, Ursache ist die kommerzielle Tierhaltung selbst. Es ist ökonomisch günstiger, sie ihrem qualvollen Schicksal zu überlassen, statt sie zu behandeln. Krankheiten, Verletzungen und tote Tiere werden von vornherein einkalkuliert und eingepreist. (Dass die Tierindustrie Tierleid am laufenden Band produziert, zeigt auch die Webiste www.tierschutz-skandale.de)
Tierschutzrechtliche Verstöße sind systematisch an der Tagesordnung und werden von allen Beteiligten in Kauf genommen. Dieses alltägliche Leid kommt nicht ans Tageslicht, da die Tierkörperbeseitigungsanlagen bisher nicht überwacht werden. Dieses massive alltägliche Leid ist eine logische Folge daraus, dass empfindungsfähige Lebewesen in unserer Gesellschaft als Objekt und Ware eingestuft werden. Nur eine Komplettabkehr von der Tiernutzung kann diese Zustände beenden. Wir fordern daher das Ende von Subventionen und jeder finanziellen Unterstützung für die Nutztierindustrie sowie die Förderung des bio-veganen Landbaus – einer Landwirtschaft, die komplett ohne die Nutzung von Tieren auskommt.
Stand: 07/2021 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.










