Hamburger Animal Rights Talks

12.09.2019, 19.00 – 22.00 Uhr
Hamburg, Valentinskamp 34

HART #1: Sarah Heiligtag & Jake Conroy

Was sind die drängendsten Anliegen der Tierrechtsbewegung? Welche Entwicklung nimmt der internationale Aktivismus? Und wo liegen Chancen für künftige Fortschritte?

Diese Veranstaltungsreihe gibt Antworten: vielfältig, konkret und praxisnah. Erfahrene Tierrechtsaktivist*innen berichten hier in regelmäßigen Abständen von erfolgreichen Projekten und Kampagnen, von vielversprechenden Ansätzen und Strategien.

Ihre Vorträge und Workshops sowie aktuelle Filme dienen als Wissenspool und Anregung für alle, die sich für die Rechte der Tiere einsetzen möchten.

Die »Hamburg Animal Rights Talks« sind ein gemeinsames Angebot von ARIWA – Animal Rights Watch e.V., Komplex Tier Vortragsreihe Hamburg und dem Tierrechtsaktivistenbündnis.

Weitere Informationen folgen bald auf der Website.

UNKOSTENBEITRAG:
Wir bitten um einen Unkostenbeitrag von ca. 3 € in bar vor Ort, nach dem solidarischen Prinzip: je nach den persönlichen finanziellen Möglichkeiten gibt man mehr und ermöglicht damit anderen, die weniger haben, ebenfalls die Teilnahme.

WIR BITTEN UM ANMELDUNG PER TICKET (Eventbrite | Facebook)

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HART-Vortrag #1:

»Aktivismus und Kampagnen von der Strasse bis zu den Landwirtschaftsbetrieben«

Teil 1: »Aus Nutztierhof mach veganen Hof«

Als Aktivist*innen sind wir oft damit beschäftigt gegen etwas zu kämpfen und wir vergessen gerne, dass jedes dagegen auch ein dafür braucht.
Wenn wir aber möchten, dass das ausbeuterische System der Nutztierhaltung beendet wird, ist die Entstehung von produktiven, pflanzenbasierten Landwirtschaftsbetrieben unabdingbar. Reale Veränderung braucht vor allem auch das Aufkommen neuer Wirtschaftsformen.

Wenn die Schlachtzahlen runter gehen sollen, muss die Anzahl der Betriebe die ohne Nutztiere arbeiten hoch gehen. Es gilt also die Bäuerinnen und Bauern mit ins Boot zu holen.

Ich werde in meinem Vortrag über meine Zusammenarbeit mit Landwirt*innen sprechen und im Wesentlichen drei Punkte beleuchten:

Erstens, wenn Landwirt*innen gewaltfreie Nahrung produzieren, anstatt der Landwirtschaft den Rücken zu zukehren, wird real weniger getötet.
Zweitens, wie bei jeder geforderten Veränderung, braucht es ein wie, d.h. es muss verständlich sein, wie es anders gehen kann. Dies nicht nur den Konsumenten, sondern vor allem auch den Produzenten. Dazu kann und sollte drittens, jede*r mithelfen: Information und Motivation sind Schlüssel zur Veränderung.
Zusammen mit dir als engagiertem Menschen und mit den Bäuerinnen und Bauern ist ein neues Werte- und Landwirtschaftssystem möglich, sofern wir Utopien ins reale Leben pflanzen und in der Praxis Tatsachen schaffen.

Sarah Heiligtag ist Philosophin und Landwirtin. Während sie sich vor 14 Jahren immer mehr mit direkten Aktionen gegen die Missstände in der Tierindustrie engagierte, begann sie ebenfalls Ethik und Tierrechte in Universitäten und Schulen zu unterrichten. Dabei realisierte sie, dass der trockene Unterricht im Klassenzimmer nicht hilft längerfristig etwas zu bewirken und dass statt Theorie und Gerede, Praxis und Erleben, viel nachhaltiger sein könnten. So entwickelte sie zusammen mit ihrem Mann die Idee eines Lebensortes der gelebte Utopie sein soll. Draus entstand der heutige Hof Narr, ein Lebenshof für gerettete Tiere und Bildungsort für Menschen. (www.hof-narr.ch).
Durch die berufsbegleitende Ausbildung zur Landwirtin konnte sie sich direkt ein Bild von den Themen und Problemen der Landwirtschaft machen und fühlt sich den wachsenden Anfragen von Bauern die wegen des involvierten Leids aus der Tiernutzung aussteigen wollen gewachsen.

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Teil 2: »A Case For Campaigns: Making Change Instead of Asking For It«

As the grassroots animal rights movement focuses more and more on individual lifestyle changes through educational outreach and vigils, the numbers of animals slaughtered every year continues to rise. What can we do to slow and eventually stop this increase? By focusing our pressure on corporations and industries rather than relying on the individual, we can begin to shift this trend. Looking at previous animal rights campaigns as well other successful movements, we can begin to see how real world change is possible.

Jake Conroy is a long-time activist, designer, and writer currently residing in Seattle, WA USA. He has helped organize and participated in successful local, regional, national and international pressure campaigns. He also helped build the foundation of the grassroots campaign SHAC USA, and subsequently arrested by the US government for his role. Dubbed the SHAC7, Jake and his codefendants were found guilty and he was sentenced to 4 years in federal prison.

Currently, Jake works at the Rainforest Action Network, an international organization using pressure campaigns to stop rainforest deforestation, fossil fuel extraction, and support human rights. He can be found pontificating online as the Cranky Vegan, where he irritates everyone with his thoughts on the tactics, strategies and optics of the grassroots animal rights movement.

Hamburger Animal Rights Talks

Allgemeine Hinweise

Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.