Puter und Hund
Tierrechte

„Tierrecht“ – ist das nicht das Gleiche wie „Tierschutz“? Oder hat das etwa irgendwas mit Recht im Sinne von Justiz zu tun? (Tom Regan)

Der Grundgedanke der Tierrechte

Warum Tierrechte?

Wir schreiben Babys grundlegende Menschenrechte zu, obwohl sie noch kein ausgereiftes Bewusstsein oder Intelligenz besitzen. Warum? Weil sie empfindungsfähig sind und weil es bei grundegenden Rechten nicht darum gehen darf, wie vernunftbegabt jemand ist.

Wieso aber beuten wir dann Millionen ebenso lebensfähige „Nutztiere“ Tag für Tag aus und töten sie allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit? Weil uns begebracht worden ist, unterschiedlichen Tierarten ein unterschiedliches Maß an Rechten zuzuschreiben. Mit welcher Rechtfertigung wir das tun, das hinterfragen wir praktisch nie.

Relevante Unterschiede gibt es nicht, schließlich handelt es sich nicht um von Natur aus grundverschiedene Lebensformen mit unterschiedlichem Lebenswillen oder Freiheitsdrang. Rein willkürlich betrachten wir den Hund als Mamilienmitglied und Gefährten, das Schwein aber als Nahrungsmittel. An der Intelligenz kann es nicht einmal liegen, denn das Schwein ist schlauer als der Hund.

Speziesismus

Speziesismus beschreibt die Anschauung, nach der der Mensch allen anderen Arten überlegen und deshalb mehr wert sei und über die Berechtigung verfüge, mit jenen anderen nach Belieben zu verfahren.

Doch stellen wir nicht nur uns als Spezies über alle anderen nichtmenschlichen Tiere, sondern unterscheiden auch zwischen Nutz- und Haustieren, zwischen schützenswerten und jagbaren Tieren und so weiter. Wie unsinnig diese Kategorisierungen sind, wird bereits deutlich, wenn man die bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten und soziellen Prozesse bedenkt, die das Leben all dieser Tiere bestimmen. Beispielsweise stellen Kühe, nicht anders als menschliche Mütter, eine emotionale Bindung zu ihren Kälbern her. Unter erzwungener Trennung von ihren Kindern, wie in der Milchindustrie üblich, leiden auch sie erheblich.

Wir brauchen Tierrechte

Als soziale Bewegung fordert die Tierrechtsbewegung Tierrechte ein, also die Anerkennung unveräußerlicher Grundrechte (wie z.B. das Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit) für Tiere – ebenso wie Menschen – und die Befolgung ethischer Grundsätze beim Umgang mit Tieren. Welche Grundrechte welchen Tierarten zugesprochen werden, variiert zwischen verschiedenen Positionen und tierethischen Konzepten.

Abgrenzung zum Tierschutz

Als Tierschutz werden alle Aktivitäten des Menschen bezeichnet, die dem Ziel dienen, Tieren ein artgerechtes Leben ohne unnötige Leiden, Schmerzen und Schäden zu ermöglichen. In der Politik benennt der Begriff „Tierschutz“ die Gesamtheit der gesetzlichen Maßnahmen zum Schutz von Tieren vor Quälerei, Aussetzung oder Tötung ohne „vernünftigen Grund“. Tierschutz schließt jedoch im allgemeinen Verständnis – im Gegensatz zum Tierrecht – die Nutzung der Tiere nicht aus.

Weiterführende Literatur:

Was Reformen verraten

Stand: 08/2019 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.

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