Jürgen mit Zeus
Vegane Haustierernährung

Rein pflanzliche Kost für Hund und Katze: Nicht nur sehr gesund, sondern auch gelebter Tierschutz für alle Tiere.

Vegane Haustierernährung – umfassender Tierschutz

Tiere gleichzeitig schützen und töten zu wollen, ist ein nicht auflösbarer Widerspruch. Denn töten wir ein Tier, dann nehmen wir ihm das wichtigste und wertvollste, was es hat: sein Leben. Ehrlicher, umfassender Tierschutz schützt alle leidensfähigen Tiere und nicht nur willkürlich ausgewählte Kuscheltiere wie Hund und Katze.

Daraus folgt auch, dass wir keine Tiere schlachten können, um sie an andere zu verfüttern. Handelsübliches fleischhaltiges Fertigfutter, welches das Fleisch von geschlachteten Tieren enthält, setzt den Tierschutz für diese getöteten Tiere außer Kraft. Zum Glück gibt es aber zahlreiche vegane Alternativen, auch für Ihre geliebten Begleiter*innen.

Ernährungstipps

Viele renommierter Hersteller bieten bereits viele Sorten veganes Futter an: vom veganen Trockenfutter über Nass- und Flockenfutter bis Leckerchen in jeder erdenklichen Form. Äußerlich und bezogen auf die Art der Fütterung unterscheidet sich das fleischlose Futter nicht vom fleischhaltigen Futter. Geschmacklich ist es ebenso: Den meisten Hunden schmeckt es hervorragend! Es wird keinem Hund das Futter „aufgezwungen“: die Vielfalt an leckerem Hundefutter ohne Fleisch lässt auch jedem noch so großen „Nörgler“ das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Eine sehr große Auswahl veganer Hundefuttersorten finden Sie unter anderem hier:

Das langsame Gewöhnen an die neue vegane Kost ist nicht nötig. Für mehr Abwechslung, füttern Sie doch mehrere Sorten. Wenn Trockenfutter allein für manchen Hund zu langweilig ist, kann es z.B. mit sogenannten „Hundenudeln“ und Gemüsebrühe angereichert werden. Die „Hundenudeln“ sind für den Hund abgestimmte, vorgekochte Nudeln, die einfach in warmem Wasser eingeweicht werden. Aber auch verschiedene Flocken, Reis, Feuchtfutter, Kartoffeln, Pasta, Gemüse, verschiedene Hülsenfrüchte (natürlich alles gekocht) und Sojaprodukte (Sojawürstchen, Tofu etc.) können Sie abwechselnd dem Trockenfutter beigeben.

Im Gegensatz zu den vielen veganen Hundefuttersorten sind nicht ganz so viele Fertigfuttersorten für Katzen erhältlich. Für den Privathaushalt kann aber auch ein (zusätzliches) Selbstkochen der Katzenmahlzeit unter bestimmten Bedingungen praktikabel sein; Interessierte sollten sich aber vorher intensiv mit dieser Materie beschäftigt haben.

Das Buch „Vegetarische Hunde- und Katzenernährung“ von James A. Peden bietet Rezepte zur veganen Ernährung von Katzen. Beim Selbstkochen des Katzenfutters wird ein Nahrungsergänzungsmittel benötigt, das unter anderem die essentielle Aminosäure Taurin enthält. Auch der Bedarf an Arachidonsäure und vielen Vitaminen und Spurenelementen wird durch diese Nahrungsergänzung abgedeckt. Ohne eine geeignete Nahrungsergänzung wie Vegecat oder ohne Anleitung ist von einem Selbstkochen für Katzen abzuraten. Greifen Sie dann besser auf die bestehenden Fertigprodukte zurück.

Eine sehr große Auswahl veganer Katzenfuttersorten finden Sie hier:

Häufige Fragen zu veganer Fütterung

Bei einem Hund handelt es sich um die domestizierte Form des Wolfes. Hunde werden bereits sehr lange (schon fast immer) nicht wie der Wolf ernährt.

Hunde werden heutzutage größtenteils mit Fertigfutter gefüttert, welches alles andere als artgerecht für einen Wolf ist. Auch der Wolf ist kein Freund von Fischmehl und Konservierungsstoffen aus der Dose. Wollten Sie Ihren Hund artgerecht im Sinne von artgerecht für einen Wolf ernähren, müssten Sie ihm alle paar Tage ein totes Reh vor die Füße werfen, eigentlich müsste er es noch selbst erlegen.

Hunde können ihre Abstammung bezüglich ihrer Verhaltensweisen nicht leugnen, Verhaltensregeln des Wolfes auf den Hund zu übertragen ist daher auch äußerst sinnvoll. Einen Hund in allen Dingen unbedingt auf den Wolf zu bringen, ist allerdings falsch. Einem Wolf bringt man weder Leinenführigkeit bei, noch geht man mit ihm in die Hundeschule, in die Stadt oder fährt mit ihm in den Urlaub. Wir denken, dass eine Tiernahrung die schmeckt und das Tier geistig und körperlich gesund und fit hält, artgerecht ist.

Ja, aber ‚Natur‘ ist nicht immer gleich zu setzen mit ‚gut‘. Alle Hundefertigfutter widersprechen der Natur (siehe vorherige Frage). Es ist auch nicht natürlich einen gebrochenen Arm in Gips zu legen, oder mit dem Tier zum Tierarzt zu gehen. Trotzdem ist es gut.

Hierzu gibt es inzwischen zahlreiche Studien, unter anderem eine umfassende Dissertation des tier-ernährungsphysiologischen Institut der UNI München aus dem Jahre 1999. Hierin wird erläutert, dass die Gesamtverdaulichkeit der pflanzlichen Proteine sehr wohl ausreichend sind. Die Schlussfolgerung dieser Arbeit lautet, dass eine pflanzliche Ernährung von Hunden gut toleriert wird. Ebenfalls bei Katzen sei eine pflanzliche Ernährung akzeptabel, wenn man auf die Besonderheiten des Nährstoffbedarfs der Katze achtet und eine sorgfältige Bilanzierung vornimmt.

Die Arbeit stellt auch ausdrücklich fest, dass man gerade bei hausgemachten Rationen auch Fehler machen kann. Dies ist aber unabhängig von der Frage, ob mit oder ohne Fleisch oder vegan. Jemand, der sich dies zu eigen macht um darauf zu schließen, vegane Fütterung würde Mangelerscheinungen hervorrufen, diskutiert unsachlich, oder hat die Arbeit nicht gelesen. In persönlichen Gesprächen mit der Autorin Dr. Radka Engelhard hat sie uns immer wieder bestätigt: Eine abwechslungsreiche und vernünftige vegane Ernährung versorgt Ihr Tier mit allem, was es benötigt. Die vielen veganen Futtersorten für den Hund machen Ihnen das Leben dabei leichter und bieten ausreichend Abwechslung. Anderslautende Studien konnte uns niemand vorlegen.

Der Mensch hat ebenfalls nicht die Möglichkeit alle Aminosäuren selbst herzustellen. Diese Aminosäuren bezeichnet man daher als essentiell. Diese essentiellen Aminosäuren müssen der Mensch, der Hund und die Katze durch ihre Nahrung aufnehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind. Wichtig ist nur, dass sie aufgenommen werden. Durch die uns bekannten rein pflanzlichen Futtermittel werden die Tiere mit allen essentiellen Aminosäuren ausreichend versorgt.

Veganes Hundefutter besteht keinesfalls aus rohem Gemüse. Die Getreide und Gemüseanteile sind in der Regel vorgekocht. Das Phänomen, dass schlecht gekaute und rohes Gemüsestücke im „Originalzustand“ wieder herauskommen, ist auch beim Menschen zu beobachten. Unverdaute Bestandteile können zudem als Ballaststoffe dienlich sein.
Die vegan ernährten Tiere im Land der Tiere befinden sich in ausgezeichnetem Gesundheitszustand. Es erreichten uns viele Zuschriften von Tierhalter*innen, deren Tiere auch in hohem Alter nach vielen Jahren rein veganer Ernährung topfit sind. Uns selbst sind ebenfalls viele Tiere bekannt, welche schon immer vegan ernährt wurden. Es ist auch nicht neu: In den USA ist eine vegane Fütterung seit den 80er Jahren weit verbreitet.
Wir sind Tierschützer*innen und stehen vor zwei für unsere Tiere gleichwertigen Alternativen: Eine mit und eine ohne Tiertötung und Tierelend. Warum sollten wir andere Tiere töten lassen, wo es für eine gesunde und wohlschmeckende Ernährung unserer Schützlinge nicht notwendig ist?
Wie kann man die Tötung von Tieren in Auftrag geben und gleichzeitig behaupten, die die es nicht machen seien Tierquäler*innen? Was ist daran Tierquälerei wenn man ein wohlschmeckendes gesundes Futter ohne Fleisch verwendet?

Ja, ließe man sie selbst wählen, aber kein verantwortungsvoller Tierhalter lässt dies zu. Wie unter Punkt 1 bereits erläutert, nehmen wir den Haustieren diese Möglichkeit bereits seit Jahrhunderten, da ansonsten ein Zusammenleben nicht möglich wäre. Bei freier Wahl würden sie übrigens sicherlich auch nicht auf Fischmehl aus der Dose zurückgreifen.

Wildlebende Raubtiere, und dazu kann man auch die nächtlichen Streifzüge der Hauskatze zählen, reißen andere Tiere um sie zu fressen. Es ist überaus wichtig für das ökologische Gleichgewicht, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Jäger und Beute besteht. Der Mensch mit seinem übermäßigem Fleischkonsum greift allerdings in dieses Gleichgewicht ein. Es ist ein großer Unterschied, ob wir wildlebenden Tieren die Möglichkeit lassen zu jagen oder wir selbst für unnatürlich hohen Konsum sorgen. Wir, die Menschen, sollten den Anspruch erheben, uns von wildlebenden Raubtieren zu unterscheiden. Dem Raubtier bleibt keine Alternative.

Stand: 04/2020 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: ©  Land der Tiere

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