Für die Schließung aller Schlachthäuser 2020: Rückblick Gütersloh

2020 stellten die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund des Coronavirus auch die jährliche Demonstrationsreihe für die Schließung aller Schlachthäuser vor neue Herausforderungen. Einige Veranstaltungen wurden abgesagt. Andere konnten unter besonderen Auflagen stattfinden.

30. Mai 2020, Gütersloh

Minimalforderung: Schlachten beenden!

Nach der Absage der Veranstaltungen in Berlin und Hannover, sowie einer kleineren Ersatzveranstaltung in Würzburg konnte Ende Mai in Gütersloh die erste weitgehend reguläre Demonstration stattfinden. Erst in der Woche der Veranstaltung hatten sich Orgateam und Polizei geeinigt, dass ein Demozug stattfinden könne. Die Zahl der Teilnehmenden wurde durch die Behörden eingeschränkt, die Veranstaltung erst kurzfristig beworben. Eine hohe Teilnahmebereitschaft und die Abstandsbestimmungen führten trotzdem zu einem ansehnlich langen Zug durch die Innenstadt. Im Kreis Gütersloh befindet sich auch der Hauptsitz des Schlachtgiganten Tönnies.

In Redebeiträgen wurden die Zusammenhänge von Tiernutzung und Gesundheitsrisiken wie Pandemien erklärt und der Tierkonsum zu Klimakrise und Artensterben in Beziehung gesetzt. Gleichzeitig wurde dazu aufgerufen, sich zu vergegenwärtigen, dass, während Menschen auf Lockerungen ihrer überschaubaren Einschränkungen drängen, die Leidtragenden der Tierindustrie nicht nur unter massivsten Einschränkungen ihr Dasein fristen, sondern auch keinerlei Lockerungen zu erwarten haben. Selbst Kastenstände – Käfige, in denen Tiere sich nicht einmal umdrehen können – bleiben erlaubt. Die als Redner angereisten „Metzger gegen Tiermord“, die heute vegan leben und die Tierindustrie bekämpfen, berichteten von an einem Bein aufgehängten Rindern oder auf der überzüchteten Brust zu Futterstellen robbenden Hühnern.

Bekannte Sprecher und Musiker der Bewegung

Rapper Albino und die Projektband „Mary & The Carots“ unterstützen die Tierrechtsbotschaft mit nachdenklich stimmenden Songs. Dazu wurden die Zahlen der Millionen Tiere gezeigt, die während der Dauer eines einzigen Songs unnötig für Konsumlust getötet werden – die meisten sind Fische. Die extremen Ausmaße zeigen, dass die Forderung, diese Zerstörung zu beenden, alles andere als extrem ist. Albino bringt es auf den Punkt, wenn er in seinem Song „Respekt“ klarstellt: „Minimalforderung ist, das Schlachten zu beenden“.

Stand: 07/2019 | Text: © Animal Rights Watch e.V. | Bilder: © Animal Rights Watch e.V.

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